homeFACHMAGAZIN„Eierlegende Wollmilchsau“ – Test und Video Ripmax Dragonfly ATL Sports Modell RX-Ready

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„Eierlegende Wollmilchsau“ – Test und Video Ripmax Dragonfly ATL Sports Modell RX-Ready

von Bericht: Marcus Frohberg - Bilder und Video: Wenzel Kappenhagen vom 9. Juli 2013
Artikel-ID: Rippmax-Test-0001 Rubrik: Flächenmodelle

Für alle Gelegenheiten das passende Flugmodell zu haben ist eigentlich unmöglich. Die neue Dragonfly von Ripmax versucht diesen Spagat und will als Wasser-, Landflugzeug, Spaßmodell und mini Jet  überzeugen. Ob die neue Dragonfly das kann und wie sie sich in unserem Test geschlagen hat unser Autor Marcus Frohberg ausgiebig getestet.

Was gibt es für uns Modellbauer schöneres, als an einem schönen sonnigen Tag, bei gefühlten 50 Grad Celsius, die Füße in das Wasser hängen zulassen und dabei dann auch noch eine Runde zu fliegen? Eigentlich nichts!

Diesen Sommer wollte ich mir für meine Ausflüge an den Badesee und für eine abendliche Runde am Flugplatz ein geeignetes immer dabei Modell zulegen und habe mir von der Firma Ripmax den Dragonfly ATL Sports RX Ready bestellt.
Ripmax beschreibt auf seiner Hompage, dass sich die Dragonfly gleichermaßen für Start und Ladungen im nassen Element und auf einer harten Piste eignet. Die Montage der Dragonfly ist laut Hersteller unkompliziert und in wenigen Minuten zu erledigen. Somit passt der ‚Flugdrache‘ exakt in mein Beuteschema. Die Grundform des Modells und die Delta Tragflächen erinnern an einen Jet. Der oben direkt vor dem Höhenleitwerk montierte Zugmotor und die nach unten gezogenen Winglets an den Tragflächen, die als Stützschwimmer dienen, passen dagegen zu einem Wasserflugzeug.
Die Voraussetzungen scheinen somit gut, um meinen Anforderungen gerecht zu werden. Damit sollte das Starten und Landen auf dem Wasser und auch an Land kein Problem sein. Der Dragonfly ist ungewöhnlich im Bezug auf die Konstruktion und Auslegung.

Bei Ripmax heißt RX Ready, alle Komponenten wie Motor, Regler und Servos sind im Lieferumfang enthalten. Lediglich ein Empfänger und der Flugakku werden benötigt. Eigentlich hat mich das fliegen auf Wasser schon immer gereizt. Bis dato habe ich mich noch nicht so richtig getraut, denn Wasser und Elektronik passten für mich eigentlich so gar nicht zusammen – ein Fehler wie sich später zeigen wird.

Alle Bauteile des Modelles bestehen aus geschäumten EPP und sind daher für den Wassereinsatz prädestiniert.
Da die Dragonfly keine Schwimmer besitzt, wie man es von Wasserflugzeugen kennt, sondern quasi auf dem Bauch schwimmt und durch die kleinen Winglets gestützt wird, besteht keine Gefahr das sie während der Starts und Landungen auf dem Wasser nach vorne überkippt oder umschlägt. Das ist gerade für Novizen im Wasserflug ein großer Vorteil. Aber echte Wasserflugpiloten wissen es schon lange, gehe nie ohne Badehose zum Fliegen, aber dazu später noch ein paar Worte.

Die Neugierde ist riesig, als der freundliche Postbote klingelt und das große Paket bei mir abgibt. Das Wetter spielt nun endlich auch mit, damit ich mein neues ‚Spielzeug‘ gleich intensiv testen kann.

Montage

Zuerst ist auspacken angesagt. Als erstes nehme ich mir mal die Anleitung zur Hand, um zu prüfen ob alles vollständig ist. Zwei Carbonrohre für die Tragflächen, ein Carbonrohr für das Höhenleitwerk, selbstklebendes Klettband für den Akku, ein Anlenkgestänge, ein Ersatzpropeller inklusive Adapter, ein Inbus-Schlüssel, ein Gummi, sowie ein Luftballon! Ein Luftballon etwa für den Nachbarsjungen? Nein, der Ballon wird laut Anleitung dazu benötigt, um den Empfänger vor Wasser zu schützen – irgendwie clever.
Die geschäumten Teile der Dragonfly sind schon komplett mit dem Dekor versehen, dass sehr exakt und genau aufgetragen wurde. Auch die Querruderservos sind bereits mit Abdeckungen versehen um sie so vor Spritzwasser zu schützen.
Schon die Verpackung des Modells weist auf die Tatsache hin, dass für die Montage kein Kleber benötigt wird.
Die Montage beginnt mit den Tragflächen. Die Servos in den Tragflächen sind bereits betriebsfertig eingebaut und der Zusammenbau ist binnen Minuten erledigt sein. An der Wurzel der Tragflächen sind werkseitig bereits doppelseitige Klebestreifen angebracht. Deshalb wird auch kein zusätzlicher Kleber benötigt. Die 2 Carbonrohre werden einfach durch den Rumpf hindurch gesteckt, Servokabel durch das kleine Loch im Rumpf durchfädeln, Schutzfolie von den doppelseitigen Klebestreifen abziehen, die Tragfläche auf die Carbonröhrchen schieben. Mit leichtem Druck die Fläche an den Rumpf drücken und schon ist die erste Tragfläche montiert und bombenfest - genial einfach. Binnen Minuten ist diese Arbeit erledigt. Die Tragflächen passen perfekt und ohne Nacharbeiten an den Rumpf.

An dem Höhenleitwerk wird natürlich auch kein Klebstoff benötigt. Es wird ähnlich wie die Tragfläche nur in die Motorgondel eingeschoben. Einfach wieder das Carbonrohr durch die Motorgondel schieben und die beiden Höhenleitwerkshälften aufstecken.
An den beiden Ruderhälften befinden sich jeweils eine kleine Kunststoffhülse und ein kleiner Kunststoffstab als Mitnehmer für die beiden Ruderflächen. Diese werden beim Zusammenstecken mit eingeschoben, damit beide Ruderhälften durch das Servo angesteuert werden. Das mitgelieferte Servosgestänge wird in das Servo eingehängt und am Ruderhorn an dem kleine Mitnehmer mit Hilfe des Inbusschlüssel festgeschraubt. Auch dieser Arbeitsschritt ist im nu erledigt.

Das bei Ripmax Praktiker am Werk sind erkennt man an vielen Details. Der 40 Ampere Regler ist vorne und hinten mit Heißkleber verschlossen worden, so dass selbst bei einem leichten Wassereinbruch die Elektrik geschützt ist. Das ist so effektiv wie simpel!
Alle Kabel sind werkseitig beschriftet und ordentlich bis zum Empfängerschacht verlegt, so haben selbst Anfänger einen guten Durchblick wo die einzelnen Stecker hin gehören bzw. wo welcher Stecker an den Empfänger angeschlossen wird. Abschließend wird noch der Empfänger im Modell verbaut, der im hinteren Bereich des Rumpfes seinen Platz findet. Dafür wird der kleine Deckel auf der oberen Seite vom Rumpf geöffnet. Alle Kabel an den Empfänger anschließen, Deckel wieder zu machen und fertig.
Nun noch den Sender programmieren und dann kann es schon losgehen. Zwar sieht der Dragonfly aus wie ein Deltaflugzeug, da er aber über ein separates Höhenruder verfügt, wird zum Betrieb kein Deltamischer benötigt. Somit lässt sich dieses Modell auch mit einer sehr simplen Fernsteuerung fliegen.

Abschließend wird noch der Schwerpunkt kontrolliert, der bei einem Deltaflügel besonders kritisch ist. In der Anleitung ist sehr genau beschrieben wie der Schwerpunkt einzustellen ist. Ohne Zugabe von Blei und nur durch verschieben des Antriebsakku lässt sich dieser ohne Probleme einhalten. Die spätere Flugerprobung hat dann gezeigt, dass der Schwerpunkt perfekt passt.

Der Ripmax Dragonfly ist ein ATL Modell. Also ein „All Terrain launching / landing“. Was so viel heißt überall starten und landen. Der Erstflug ist noch auf hartem Untergrund geplant, im Falle eines Falles kann ich dann mein Modell auch noch ohne Badehose bergen. Für den Erstflug habe ich erst einmal 30% Expo auf alle Ruder eingestellt, den sicher ist sicher. Stellt sich noch die Frage ob ich die Dragonfly aus der Hand starte oder ob ich ihn vom Boden aus starten lassen soll. Schafft er das ohne Fahrwerk überhaupt? Und wie er das schafft.

 

Der Flug des Drachen

Da auf einem Modellflugplatz der Rasen immer schön kurz ist hab ich mich für den Bodenstart entschieden. Also Vollgas und los geht’s. Nach nicht mal 10 Metern ist der Dragonfly in seinem Element. Der Start vom festen Untergrund ist ein Kinderspiel. Ein nachtrimmen der Ruder war absolut nicht erforderlich, was auf eine sehr gute Schwerpunktlage und die gute Konstruktion des Modell zurückzuführen ist. Der Dragonfly fliegt wie auf den sprichwörtlichen Schienen. Auch die 30 % EXPO auf allen Rudern sind gut gewählt – ich bin sehr positiv überrascht.
Der Dragonfly ist keine Speedmaschine, auch wenn man es bei der Jet ähnlichen Optik glauben mag. Aber der verfügbare Geschwindigkeitsbereich ist groß genug, um wirklichen Spaß zu haben. Das Flugverhalten ist top, der Dragonfly ist sehr ruderfolgsam und entwickelt kein Eigenleben.

Selbst Rückenflug ist problemlos möglich, aber hier muss schon ordentlich Tiefenruder gegeben werden.
Aufgrund des Flächenprofils und dem relativ geringen Gewicht sind die Gleiteigenschaften außergewöhnlich gut. Vor der Landung, in 2 Meter Höhe, kann der Antrieb einfach ausgeschaltet werden und der Dragonfly segelt lammfromm zu Boden. Gerade diese Flugeigenschaften machen den Dragonfly für Wasserflugnovizen so interessant. Denn jetzt geht es endlich an den See. Starts und Landungen auch im nassen Element sind unkompliziert und auch von unerfahrenen Piloten sicher zu beherrschen. Die Steuerbarkeit im Wasser ist hervorragend, so lässt sich das Modell sehr gut gegen den Wind ausrichten und nach der Landung wieder sicher ans Ufer dirigieren.
Für den Start schiebe ich den Gasknüppel langsam nach vorne und ziehe leicht das Höhenruder. Sofort beginnt das Modell zu gleiten und nur einen Moment später steigt es im leichten Winkel nach oben. Hier kann man fast nichts falsch machen,

Nach 6 Minuten mahnt mich meine Fluguhr zur Landung im nassen Element. In dem Moment fällt mir wieder ein das man zum Wasserfliegen nie ohne Badehose gehen sollte und ich meine natürlich zuhause liegen gelassen habe. Aber dank der unkomplizierten Eigenschaften der Dragonfly habe ich erst mal keine Badehose gebraucht und die Landung war so simpel und einfach wie auf dem Flugplatz. Setzt man sie nicht zu hart auf, neigt sie auch überhaupt nicht zum springen.
Ich bin beeindruckt und zufrieden mit meinem neuen Sommermodell. Für die Flugaufnahmen sollte ich natürlich so nah wie möglich am Ufer vorbei fliegen und es kam wie es kommen musste! Voll auf mein Modell konzentriert habe ich den Busch neben mir vergessen. Beim dichten Vorbeiflug ist der Dragonfly plötzlich hinter dem Busch verschwunden, so dass ich ihn nicht mehr sehen konnte, mir fällt wieder die fehlende Badehose ein, ein unüberhörbares platschten beendet den Flug. Im Ufer fernen Gestrüpp hat sich meine Dragonfly verheddert und es geht weder vor noch zurück

Und jetzt? Der Wind hat den Dragonfly genau da hin geschoben wo eine Bergung vom Ufer aus unmöglich ist. Unter dem Beifall und Gelächter meines Freundes war eine kleine Schwimmexkursion nicht mehr zu verhindern, wenn ich meine Dragonfly wieder haben möchte Und die möchte ich unbedingt zurück, denn schon nach kurzer Zeit hat sie sich zu meinem Sommer Lieblingsmodell entwickelt. Spaß habe ich mit ihm auf jeden Fall und die kleine Abkühlung war auch angenehm. Übrigens ist die Dragonfly sehr robust. Diesen Platscher hat sie ohne die kleinste Blessur überstanden.

Mein Fazit:

Der Dragonfly von Ripmax ist nicht nur absolut alltagstauglich. Wer in den Wasserflug einsteigen möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Geringste Bauzeit und sehr gute Flugeigenschaften zeichnen die Dragonfly aus. Vor allem Starts und Landungen zu Lande und zu Wasser sind kinderleicht und garantieren auch dem Einsteiger im Wasserflug ein Erfolgserlebnis. Ein echtes „all Terrain“ Multitalent! Der Sommer bleibt hoffentlich noch lange da.

 

 

Technische Daten:

• Spannweite: 700 mm
• Länge: 970 mm
• 4x Servo
• Motor: Brushless BLS Außenläufer
• Regler: 40A

 

Was wird noch benötigt?

• 4-Kanal-Empfänger
• Lipo-Akku: 3S 2.100 - 2.500 mAh

 

RC-Funktionen

• Höhenruder
• Rudersteuerung
• Querruder
• Motorregelung

 

Wo kaufen?

Bezug: Modellbau FLYMEX
Preis: 169,00 Euro

 

 

 

 

Gut

+Bebilderte deutsche Anleitung
+ RC-Komponenten sind alle sauber verbaut und alle Kabel beschriftet
+ Sehr kurze Bauzeit
+ Alle Teile sehr passgenau
+ Preisleistung
+ Flugeigenschaften

 

Weniger gut

+ nichts negatives gefunden

 

Kontaktdaten des Herstellers:

Ripmax Deutschland
Am Weingarten 12A
84051 Unterwattenbach
Telefon: 08703/90 76 88
Internet: http://www.ripmax.com

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.9 (27 Bewertungen)

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