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Einfach stabil – Test Graupner HoTT GR12 3xG

von rc-modellscout vom 28. März 2014
Artikel-ID: Graupner-Test-0007 Rubrik: Magazin

Kreiselsysteme haben in den letzten 2 Jahren den Einzug in nahezu alle Modellkategorien im Flugmodellsport gehalten. Von vielen verschrien als Überflüssig von anderen geliebt als ideale Ergänzung um die Flugeigenschaften vor allem bei schlechten Witterungsbedingungen zu verbessern. Wir haben den ersten voll systemintegrierten Kreisel von Graupner/SJ für das hauseigene HoTT Fernsteuersystem, den 6-Kanal Empfänger GR-12 3xG getestet.

Kaum eine Technologie wie die Kreiselstabilisierung in Flächenmodellen wird unter den Modellbauern kontroverser diskutiert. Ein Teil lehnt solche Helfer rundweg ab und vertraut auf die eigenen Fähigkeiten durch Wind dessen Beeinflussungen selber auszusteuern. Die andere Hälfte schwört darauf das ursprüngliche Flugverhaltung unter allen Bedingungen sicherzustellen.
Sinn oder Unsinn solcher Systeme möchte ich im Rahmen dieses Tests nicht diskutieren, hier muss sich jeder seine eigene Meinung bilden. Ich verwende Kreisel gerne in Segelflugmodellen und Schleppern um insbesondere unter Crosswind Bedingungen gute und saubere Landungen und Starts sicherzustellen.

Bislang waren Kreisel zusätzliche diskrete Bausteine, die in das Modell eingebaut werden mussten. Der Kreisel wird zum einen an die entsprechenden Kanäle des Empfängers angeschlossen und auf der anderen Seite werden die Servos für Seite-, Höhe- und Querruder angeschlossen, damit diese Ihre Steuersignale vom Empfänger und den Kreiselkorrekturen erhalten.
Die Einstellung der Kreisel, wie Empfindlichkeit, Wirkrichtung etc., werden meist über kleine Potis oder über ein USB Interface eingestellt, was ein wenig aufwendige und entsprechend häufige Erprobungsflüge erfordert.

Graupner/SJ hat mit seiner Empfängerserie GR-12 3xG, Gr-18 und GR 24 Pro einen vollwertigen Empfänger mit vollständig integrierten Kreiselelektronik auf den Markt gebracht. Der Gr-12 3xG beinhaltet dabei eine reine 3-Achs Kreiselfunktion. Es gibt aber auch Empfänger mit 3-Achs Kreiselelektronik, 3-Achs Beschleunigungssensor und Magnetoskop und sogar Empfänger die mit einer Vario ausgestattet sind. Diese Empfänger sind aufgrund Ihrer Soft- und Hardware nicht nur in der Lage als Flächenkreisel in Flugmodellen verwendet zu werden. Sie können z.B. auch als Flybarless System für Helikopter eingesetzt werden. Theoretisch könnten Sie auch als Elektronik für Multicopter dienen, wenn die Software der Empfänger das unterstützen würde. In jedem Falle steckt viel Potential in der Hardware.
Wir haben jedoch den preiswertesten Empfänger dieser Serie, den GR-12 3xG HoTT getestet, der ausschließlich für Flächenmodelle verwendet werden kann. Der Empfänger inklusive des Kreises kostet gerade mal 79,95 Euro (UVP)

Die Integration des Kreisels in das Empfängergehäuse ist alleine noch nichts so Besonderes. Was diese Empfänger so besonders macht, ist die Tatsache, dass die volle Parametrisierung der Kreisel in dem Telemetrie Menü des Senders erfolgt. Darüber hinaus ist es möglich, dass die einzelnen Parameter für die verschiedenen Achsen nicht nur vom Sender aus im Menü eingestellt werden, sondern nahezu alle Parameter können auch wahlweise über entsprechende Geber vom Sender aus im Flug angepasst werden. Das eröffnet zum einen die Möglichkeit die richtigen Werte zu erfliegen und auch die Werte z.B. Flugphasenabhängig und Situationsbedingt vom Sender aus vorzugeben. Gerade für Segelflugmodelle eine tolle Option. Durch diese Fähigkeiten sind die Einsatzmöglichkeiten des GR-12 3xG und seiner Brüder fast unbegrenzt.

Programmierung des Empfängers

Zu Beginn steht man diesem kleinen Kästchen etwas ratlos gegenüber. Er sieht aus wie ein ganz normaler Empfänger mit den Servoanschlüssen für insgesamt sechs Servos. Aber die Anleitung des Empfängers gibt eine gute Einführung in die Technologie der Empfänger und der zur Verfügung stehenden Parameter.
Beginnen wir aber Schritt für Schritt. Der Einbau des Empfängers erfordert keine besonderen Anforderungen. Der Empfänger kann in jeder Einbaulage im Modell befestigt werden. Er muss lediglich waagrecht und in absoluter Flucht zur gedachten Mittellinie eingebaut sein. Ob Quer, Längs oder auf dem Kopf spielt dabei keine Rolle.

Zuerst gilt es die Ausrichtung und die Wirkrichtung der Kreisel richtig einzustellen. Dazu sollte man im Telemetrie Menü die generellen Regelparameter P und D (zu deren Bedeutung komme ich noch zu einem späteren Zeitpunkt) auf 100 % gesetzt werden, damit überhaupt eine Reaktion des Kreisel auf Modellbewegungen zu beobachten ist.