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Segelkünstler zum kleinen Preis – Im Test die Reely SZD 54 von Conrad Electronic

von Marcus Frohberg vom 25. Januar 2018
Artikel-ID: Conrad-Test-0006 Rubrik: Flächenmodelle

Für diesen Testbericht haben wir uns für den kunstflugtauglichen Segler Reely SDZ-54 aus dem Programm von Conrad Electronic interessiert. Gerade die Modellkategorie der Elektrosegler aus geschäumten Werkstoffen wie EPO sind quasi die Allrounder im Flugmodellsport. Einsätze auf dem Flugfeld, am Hang oder auf freiem Feld sind problemlos möglich. An der SZD hat uns neben dem eigentlichen Modell auch der wahrlich günstige Preis fasziniert und zudem auch neugierig gemacht.

 

 

Auf meinen regelmäßigen Streifzügen durch das Internet um neue und interessante Modellflugzeuge zu finden, bin ich bei der neuen Reely SZD-54 von Conrad Electronic hängen geblieben. Ich war für das kommende Frühjahr auf der Suche nach einem günstigen, aber dennoch guten handlichen Segelflugmodell, das sehr schnell aufzubauen und in geschäumter Bauweise aufgebaut ist. Das Ziel war, einen Segler zu finden, der in etwa in mein geplantes Budget von etwa 150 Euro passt. Die Reely SZD-54 gibt es bei Conrad Electronic in zwei unterschiedlichen Versionen. Es gibt die RTF Version, der alles beiliegt was zum Fliegen benötigt wird: Der Segler selbst, Flug-Akku 3s 1800 mAh, Sender und Empfänger und sogar ein Ladegerät. Der Preis für die RTF Version liegt aktuell bei 199,95 Euro (UVP). Aber da ich über eine entsprechende Funkfernsteuerung und ausreichend Akkus verfüge kam für mich die PnP Variante in Frage.
Also habe ich nicht lange gefackelt und habe mir den Reely SZD-54 bestellt. Bei einem Preis von knapp 139,95 Euro für die PnP Variante musste ich auch nicht lange überlegen.
Drei Tage nach der Bestellung bei Conrad Electronic, wurde die SZD-54 zu mir Nachhause geliefert. Das Modell wird sauber und gut gesichert verpackt zum Kunden geliefert. Der Rumpf und die Tragflächenhälften sind in Luftpolstertaschen eingeschlagen.
Das gefällt mir sehr gut, da ich die Folientaschen dann auch später sehr schön für den Transport des Modells nutzen kann. Bevor es nun aber an den Zusammenbau geht, wird als erstes geprüft, ob alle Teile vorhanden sind. Was schon auf den ersten Blick sehr positiv auffällt, die Tragflächen haben auf der Unterseite eine Kohlefaser Verstärkung und auf der Oberseite eine Fieberglasverstärkung. Diese Kombination macht die beiden Tragflächenhälften sehr stabil. Obendrein ist der Flächenstab auch noch aus Kohlefaser gefertigt, dies lässt alleine schon vorab auf sehr gute Flugeigenschaften hoffen.
Ein kurzer Blick in die Stückliste in der Montageanleitung bestätigt, dass alles bei meinem Modell vorhanden war. Also steht dem Zusammenbau der SZD-54 nichts im Wege, auch wenn von Bau ja nun wirklich nicht gesprochen werden kann. Vielmehr ist es eine Endmontage der sonst extrem weit vorgefertigten Teile.

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Die Montage

 

Da Werksseitig schon die Servos samt dem Antriebsstrang eingebaut worden sind, bleibt dem Modellpiloten eigentlich nicht mehr sehr viel Arbeit übrig.
Angefangen wird
mit der Montage des Höhenleitwerkes. Das Höhenleitwerk wird hinten am Rumpf aufgelegt und mit der dem Bausatz beiliegenden M4 x 25 mm Schraube am Rumpf befestigt. Darauf achten, dass man die Schraube nicht zu festzieht, denn nach fest kommt ab, bzw. die Schraube drückt sich stark in das Ruder ein. Hier reicht schon gut Handfest. Das Höhenleitwerk kann man nicht schief einbauen, da dies auf der Unterseite eine kleine Lasche hat und dies garantiert, dass das Leitwerk auch 100 % an seinem Platz sitzt. Weiter geht es nun an dem Seitenleitwerk. Das Seitenleitwerk wird von oben in den Rumpf eingesteckt. Sehr schön ist die Lösung mit der Kunststofflasche an der Unterseite des Leitwerks. Diese sorgt für einen Sicheren und geraden sitzt des Seitenleitwerkes. Das Seitenleitwerk kann nun mit der beiliegenden M4 x 35 mm Schraube von unten durch den Rumpf festgeschraubt werden. Auch hier bitte wieder die Schraube mit Bedacht anziehen. Bevor nun die Servogestänge des Höhen- und Seitenleitwerks angeschlagen werden können, müssen die Servos für das Höhen und Seitenleitwerk auf Nullstellung gebracht werden. Hier eignet sich optimal ein kleiner Servotester oder man verwendet gleich die Fernsteuerung in dem die Servos an den Empfänger angeschlossen werden. Hat man die Servos richtig eingestellt, dann können die Gestänge an die Ruderhörner angeschlossen werden. Die Gabelköpfe werden mit Hilfe der Gewinde natürlich so eingestellt, dass die Ruder bei Nullstellung der Servos absolut geradestehen. Hier sollte man wie immer sehr genau arbeiten, je genauer man hier einstellt umso weniger muss man später beim Erstflug nachtrimmen.
Weiter geht es jetzt
mit den beiden Tragflächenhälften. Auch hier ist bei der Endmontage nicht mehr viel zu machen. Dem Bausatz liegen zwei unterschiedliche Varianten von Randbögen bei. Zum einen sind normale Randbögen oder Winglets dem Montagesatz beigefügt. Ich habe mich dazu entschieden, die Winglets zu montieren, da diese dem Modell eine noch Scale-mäßigere Optik geben. Auch das manntragende Vorbild kann mit unterschiedlichen Flügelkonfigurationen ausgestattet werden. Zum einen stehen kürzere Flächen für den Kunstflug oder eben die Winglets mit Spannweitenerhöhung für den Streckenflug zu Verfügung. Im Modell sind allerdings nur entsprechende Randbögen vorhanden, ohne dass sich bei der Montage die Spannweite ändern würde. Montiert werden diese mit den beiliegenden M3 x 8 mm Schrauben.

Der Flächenstab wir nun seitlich in den Rumpf eingeschoben. Da die Aufnahme im Rumpf für den Flächenstab aus Kunststoff ist, ist auch auf Dauer gewährleistet, dass der Flächenstab sicher an seinem Platz bleibt. Das dem Bausatz beiliegend Servo-Y-Kabel kann nun in den Rumpf eingefädelt werden. Danach nimmt man eine der beiden Tragflächenhälften zur Hand und steckt diese auf den Flächenstab auf. Bei meinem Modell ließen sich die Tragflächenhälften nur sehr schwer auf den Flächenstab aufschieben, so dass ich schon sorge hatte die Flächen zu beschädigen, da ich sehr feste zugreifen musste. Um dem Abhilfe zu schaffen, habe ich den Flächenstab mit ein wenig Silikonspray eingesprüht. Damit flutschten die Tragflächenhälften ganz einfach auf den Flächenstab. Lieber eine Passung ein wenig zu Stramm, als zu groß!
Die beiden Tragflächenhälften können nun soweit an den Rumpf heran geschoben werden,
dass man das Y-Kabel an die Kabel der Querruder-Servos einstecken kann. Dabei darauf achten, dass man die Kabel richtig herum zusammensteckt. Die beiden Tragflächenhälften werden jetzt rechts und links in den Rumpf hineingeschoben. Die beiden Tragflächenhälften werden jeweils mit einer Schraube von unten festgeschraubt. Die Schrauben nur soweit festziehen, dass die Tragflächenhälften fest an ihrem Platz bleiben. Zieht man die Schrauben zu fest an, kann es sein, dass man den Flächenstab beschädigt.

Weiter machen wir nun mit den Querrudern: Die Querruder wurden samt Gestänge und Anschlüsse schon Werksseitig montiert. Um die Querruder einzustellen, werden die Querruderservos an den Empfänger angeschlossen. Die Servos werden auch hier, wie schon bei dem Höhen und Seitenruder auf Mittelstellung, bzw. Nullstellung eingestellt. Bei Bedarf, muss man die Gabelköpfe an den Querrudern ein wenig nachstellen und zwar so, dass die Querruder geradestehen. Bei meinem Modell war ein nachstellen nicht von Nöten. Die Querruder wurden Werksseitig absolut perfekt eingestellt. Die Ruderausschläge habe ich so eingestellt, wie es in der Montageanleitung angegeben worden ist. Diese Einstellungen können ruhigen Gewissens auch so übernommen werden und erwiesen sich als sehr gut. Die Expo Einstellungen auf alle Ruder haben wir vorab auf 25% eingestellt.

 

Der Schwerpunkt

 

Laut Montageanleitung, liegt der Schwerpunkt bei 60 mm gemessen von der Vorderkante der Tragflächen nach hinten. Diese Angabe des Schwerpunktes passt perfekt, dies sei vorab schon einmal gesagt. Um den Schwerpunkt einzustellen, wird die Kabinenhaube abgenommen und der Flug-Akku in den Rumpf eingeschoben. Auch hier mal am Rande bemerkt, ein verrutschen des Flug-Akkus während des Fluges ist absolut unmöglich. Auf der Unterseite der Kabinenhaube ist ein kleiner Steg eingelassen, dieser dient praktisch als Sicherung gegen verrutschen des Flug-Akkus. Kleine Sache mit großer Wirkung – wirklich Clever gelöst. Anschließend wird die Kabinenhaube wieder aufgesteckt und der Schwerpunkt überprüft. Mit dem Empfohlenen 3s 1800 mAh Flug-Akku passt der Schwerpunkt zu 100 %. Alles in allem dauerte die Montage und das Einstellen der Servos und des Schwerpunktes gerade mal gute 20 Minuten. Das gefällt mir auf Anhieb. Selbst unerfahrene Modellbauer bekommen das binnen kürzester Zeit hin, da dem Modell eine sehr gute und reich bebilderte Anleitung in deutsche Sprache beiliegt. Diese ist auch online bei Conrad Electronic verfügbar.

 

Das Fliegen mit der Reely SZD-54

 

Nach einigen Tagen Dauerregen und bitterer Kälte, wagte ich mich mit der Reely SZD-54 das erste Mal auf den Flugplatz. Leider war der Wind während der gesamten Erprobungsphase recht stark und bockig, wie auch in dem Video zu diesem Test zu erkennen ist.