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Gegen den Strom – Im Test der Ripmax WOT 4 Pro

von Marcus Frohberg vom 19. Dezember 2017
Artikel-ID: Ripmax-Test-003 Rubrik: Flächenmodelle

Mit großem Interesse und auch Freude nehme ich wahr, dass in den letzten Monaten immer mehr Modelle mit klassischem Methanol Antrieb angeboten werden. Diese Antriebstechnik schien bis vor kurzem noch vom Aussterben bedroht.
Ripmax bietet den WOT 4 Pro im Paket mit dem Irvine 39 6,5 ccm Methanol Motor. Ripmax schwimmt bzw. fliegt mit dem neuem WOT 4 Pro gegen den Strom. Der Trend geht eigentlich eher in Richtung elektrobetriebene Flugmodelle. Davon abgesehen hat der WOT 4 Pro eine sehr spezielle Bauform. Eine Hochdecker Konstruktion mit einer Funflyer ähnlichen symmetrischen Tragfläche, alleine dies reizte mich schon.

Ich für meinen Teil finde, dass die Verbrennungsantriebe, insbesondere die Methanol Motore für Flugmodelle keinesfalls aussterben sollten. Es gibt doch nichts Schöneres, als wenn eine kleine Prise Methanol und Nitro Abgase in der Luft liegen. Von dem schönen knattern und kreischen der kleinen Motoren mal ganz abgesehen.
Der Lieferumfang des WOT 4 Pro beinhaltet das fertig bespannte ARF Modelle und eben den vorgenannten 6,5 ccm Motor von Irvine. Darüber hinaus werden noch die RC- Ausstattung und Zubehörteile für den Antrieb benötigt. Wir haben uns für die folgenden Komponenten entschieden:

Servos: 5 Stück Ripmax Quartz QZ302 0,09s/6,6kg
Luftschraube APC 11 x 4 für Verbrenner
O.S. Glühkerze Nr.8
Servokabelverlängerung 2 x 1 Meter
Methanol Kraftstoff mit 10% Nitro Anteil
Gut einen Meter Silikon Benzinschlauch
Spannungsversorgung für den Empfänger und der Servos
Und natürlich noch alles was sonst benötigt wird zum Starten des Motors.

Nachdem ich mir den WOT 4 Pro bestellt hatte, klingelte bereits nach 2 Tagen der Paketdienst bei mir an der Tür. Die aufgestaute Vorfreude auf den WOT 4 Pro trieb mich direkt, nachdem ich das Paket entgegengenommen hatte, runter in den Hobbykeller. Der WOT 4 Pro ist sehr gut verpackt. Als erstes schaue ich in die Bauanleitung und kontrolliere anhand der Stückliste, ob alle Bauteile vorhanden sind. Bei meinem ARTF Bausatz fehlte nichts und alle Bauteile waren auch ohne jegliche Beschädigung. Das freut den Modellbauer doch ungemein, wenn alles Heil beim Kunden ankommt. Bevor ich nun aber mit dem Bauen beginnen konnte, muss erst das ganze Modell nach gebügelt werden. Dies ist absolut normal und ist nichts Außergewöhnliches, durch die Temperatur und Luftdruckunterschiede im Herstellungsland entspannt sich die Folie etwas. Ich habe die Folie mit einer Temperatur von 160 Grad gestrafft. Die Folie lässt sich sehr gut nach bügeln, allerdings sollte man auf einen Föhn tunlichst verzichten, da die Folie bei Hitzeeinwirkung sehr stark schrumpft und die Wärmedosierung mit dem Fön doch etwas knifflig sein kann. Nach gut einer halben Stunde und der ersten Tasse Kaffee war das nachbügeln auch schon erledigt.

Der Zusammenbau des WOT 4 Pro

Wer seine Blicke durch die Bauanleitung schweifen lässt, wird schnell merken, dass der Zusammenbau des WOT 4 Pro recht unkompliziert ist. Dank der sehr guten Bauanleitung, bleiben keinerlei Fragen offen. Das alles ist ARF Montage, wie es jeder erfahrene Modellbauer sicherlich schon mal erledigt hat, dabei fällt beim WOT 4 Pro jedoch die hohe Passgenauigkeit und Qualität der Teile auf.
Angefangen wird mit den beiden Tragflächenhälften. Werksseitig sind die Ruderscharniere schon eingeschoben, diese müssen aber noch eingeklebt werden. Die Ruderscharniere werden mit dünnflüssigem Sekundenkleber eingeklebt. Unbedingt darauf achten, dass man diese Rechtwinklig einklebt. Am besten klebt man die Ruderscharniere in die Querruder ein, somit ist das einfädeln an der Tragfläche später deutlich einfacher. Bevor man aber die Querruder an der Tragfläche montiert, sollte man diese trocken ohne Kleber einschieben, um zu testen ob diese auch richtig sitzen. Passt dann alles, dann kann man die Querruder endgültig an den beiden Tragflächenhälften montieren. Der nächste Bauabschnitt umfasst die Montage der beiden Querruder-Servos. Die Folie über den Servoschächten muss entfernt werden. Am besten funktioniert das in der Regel mit einem Skalpell oder mit einem scharfen Cutter Messer. Des Weiteren müssen die Löcher von der Folie befreit werden, durch die später die Servokabel hindurch gezogen werden. Kleiner Tipp! Die Folie am Rand der Servoschächte bügelt man am besten gleich nochmals nach, damit sich die Folie nicht irgendwann ablöst. Alternativ können die Ausschnitte statt mit einem Messer auch mit einem Lötkolben freigelegt werden, damit sind die kannten auch gleich mit dem Untergrund fest verbunden.

Das durchziehen der Servokabel durch die Tragflächenhälften ist sehr einfach, da ab Werk bereits Schnüre in die Tragflächenhälften eingezogen worden sind. Die Servokabelverlängerung kann nun an das Servo angesteckt werden. Die Schnur zum durchziehen des Kabels, wird am Servokabel verknotet und dann wird das Kabel durch die Tragfläche hindurch gezogen. Das geht recht einfach und ist sehr schnell erledigt. Die Servos können nun endgültig in die Tragflächenhälften eingebaut werden. Wichtig hierbei ist, dass man die Löcher zur Befestigung vorbohrt, um ein unkontrolliertes reißen des Holzes beim einschrauben zu verhindern.
Als nächstes werden die dem Bausatz beiliegenden Ruderhörner für die Querruder montiert. Dabei ist darauf zu achten, dass die Gestänge Rechtwinklig zum Servo laufen, ansonsten hat man zu viel Spannung auf den Servos.
Die Gestänge für die Querruder müssen nach der Endmontage noch gekürzt werden, das macht man am besten mit einem guten Seitenschneider oder mit dem Dremel.

Einbau der Servos in den Rumpf

Der Einbau der Servos für das Seiten-, Höhenruder und Gas geht recht fix, da die Ripmax Quartz QZ302 Servos exakt in die Servoschächte passen. Auch hier sollte man die Löcher, die zur Befestigung der Servos dienen, vorbohren. Die Servoarme werden erst zum Schluss montiert, wenn alle Servos auf Mittelstellung gebracht worden sind.

Jetzt wird geklebt

Da der Einbau der Querruder und der Einbau der Querruder Servos flott von der Hand ging, geht es auch gleich weiter mit dem nächsten Bauabschnitt.

Da die Konstruktion des WOT 4 Pro mit einer einteiligen Tragfläche vorgesehen ist, werden die beiden Tragflächenhälften nun miteinander verklebt. Um sicherzustellen, dass die beiden Tragflächenhälften zusammenpassen, werden diese erst einmal trocken zusammengesteckt. Der Flächenverbinder und der Sicherungsdübel werden in eine der beiden Tragflächenhälften eingeschoben und danach die zweite Tragflächenhälfte aufgesteckt. Bei meinem WOT 4 Pro passten die beiden Tragflächenhälften hervorragend zusammen. Bevor man die Tragflächen zusammenklebt, werden als erstes die Kanten ordentlich abgeklebt. Nur so lässt sich wirkungsvoll verhindern, dass man die schöne Folie mit Kleber bekleckert, falls etwas Epoxid-Kleber danebengehen sollte. Den Flächenverbinder und den Sicherungsdübel klebe ich gleichzeitig mit ein. In der Montageanleitung ist zwar beschrieben, dass man den Flächenverbinder und den Sicherungsdübel als erstes einkleben sollte, aber sollte eines der beiden Bauteile nicht grade eingeklebt sein, dann bekommt man die beiden Tragflächenhälften nicht sauber zusammengeklebt. Wenn die beiden Tragflächenhälften sauber zusammengeklebt worden sind, kann man diese erst einmal zur Seite legen, so dass der Epoxid-Harz in Ruhe trocknen kann.

Weiter geht es jetzt am Fahrwerk. Das Fahrwerk wird wie in der Bauanleitung beschrieben montiert und am Rumpf befestigt. Weiter geht es jetzt mit dem Spornrad. Das Spornrad wird wie in der Bauanleitung beschrieben montiert und anschließend am Rumpf verschraubt. Die Löcher für die Schrauben im Rumpf sollte man mit einem 1 mm Bohrer vorbohren. Bei der Montage des Spornrades auf den genauen Sitz achten. Jetzt wird am Höhenleitwerk weitergemacht. Die Folie rechts und links am Rumpf wird vorsichtig mit einem scharfen Messer entfernt. Auch hier, am besten die Kanten wieder leicht nachbügeln oder eben gleich einen Lötkolben statt einem Messer verwenden. Das Höhenleitwerk kann nun seitlich in den Rumpf hineingeschoben werden. Hier merkt man auch gleich die sehr gute Verarbeitung des WOT 4 Pro. Das Höhenleitwerk lässt sich einfach in den Rumpf einschieben, hier klemmt und wackelt nichts. Das Höhenleitwerk wird jetzt ordentlich ausgerichtet. Dafür sollte man sich ruhig ein wenig mehr Zeit lassen, um zu gewährleisten, dass das Höhenleitwerk auch Hundertprozentig gerade ist. Nachdem das Höhenleitwerk ordentlich ausgerichtet ist, werden die Stellen, wo die Folie entfernt werden muss, mit einem Stift markiert. Das Höhenleitwerk wird jetzt wieder aus dem Rumpf herausgezogen. Die Folie am Höhenleitwerk wird mit einem scharfen Messer entfernt. Bitte darauf achten, dass man nicht zu tief schneidet, da es sonst passieren könnte, dass das Höhenleitwerk eventuell im Flug abbrechen könnte. Auch hier lässt sich wieder alternativ zum Cuttermesser ein Lötkolben verwenden, was wirkungsvoll eine Beschädigung des Holzes verhindert. Also …. Holzauge sei Wachsam.