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Touch me – Im Test das Dymond Duo Touch Ladegerät von Staufenbiel

von RC-Modellscout vom 24. September 2016
Artikel-ID: Staufenbiel-Test-014 Rubrik: Magazin

Der Bedarf an Ladepower wächst bei uns Modellbauern mit der Verfügbarkeit preiswerter und leistungsstarker Akkus. Zellen mit 5 oder 6 Zellen die zu Zellenpaketen von 10s oder 12s zusammengeschaltet werden sind heute für die breite Masse der Modellbauer erschwinglich und verdrängen immer mehr Verbrennungsmotoren aus unseren Modellen. In der Konsequenz steigt eben auch der Bedarf an leistungsstarken Ladegeräten. Wir haben uns das Doppelladegerät Dymond Duo Touch von Staufenbiel mit jeweils 200 Watt Ladeleistung angesehen.

Immer häufiger verdrängen Modelle mit elektrischen Antrieben die klassischen Verbrennungsmotoren aus meinen Modellen. Nicht dass ich meinen Benzinmotoren ganz untreu werden würde, aber mittlerweile finden sich auch Großmodelle mit Antrieben für 10s oder 12s LiPo in meinem Hangar. Nicht zuletzt, weil es immer bessere und preiswertere Akkus mit großen Kapazitäten zu kaufen gibt. So stelle ich häufig zwei identische 5s LiPo Packs oder 6s LiPo Packs zu 10s oder 12s Akkus zusammen. Zudem sind moderne Akkus auch schnell ladefähig und können oft mit Strömen mit bis zu 4c (damit ist das 4-fache der angegeben Kapazität in mA gemeint) geladen werden. Ein Akku mit einer Kapazität von 1000 mAh Kapazität kann bei einer Laderate von 4c mit 4 mal 1000 mA, also 4 Ampere geladen werden. Daraus ergeben sich bei Akkus mit fünf oder sechs Zellen LiPo‘s schnell Ladeleistungen, die jenseits der 200 Watt Marke liegen.

Da ich nicht für die heimische Werkstatt und das Flugfeld unterschiedliche Lader haben möchte und ich auch keine Koffer mitschleppen möchte, war ich sehr an dem Duo Touch von Staufenbiel interessiert. Das Gerät beinhaltet in einem Gehäuse zwei getrennte Ladegeräte mit je 200 Watt maximaler Ladeleistung und 25 Watt Entladeleistung. Im Gehäuse findet sich auch ein 230 Volt Netzteil das den Betrieb an Netzstrom ermöglicht. Zudem kann das Ladegerät aber auch mit 11 bis 18 Volt, also der Autobatterie betrieben werden.

 

Aber fast so wichtig wie die eigentlichen technischen Daten ist die Bedienung und Ablesbarkeit des Displays, sowie die Präzision der Ladeprogramme und der Abgleich der Balancer. Hier war ich besonders gespannt, denn das Duo Touch wird zu einem erstaunlich günstigen Preis von 219 Euro UVP bei Staufenbiel angeboten.

 

Technisches

 

Wie erwähnt, stehen pro Ladekanal eine Ladeleistung von 200 Watt zur Verfügung, der maximale Strom pro Kanal liegt bei 10 Ampere. Das heißt nun aber nicht, dass man jeden beliebigen Akku mit maximal 10 Ampere vollpumpen kann. Wer in Physik ein wenig aufgepasst hat, der weiß, dass die Leistung das Produkt aus Strom und Spannung ist. Ein 5s LiPo Akku kann also noch mit 10 Ampere geladen werden. Das bedeutet, dass ein 5000 mAh 5s LiPo Akku immerhin mit 2c geladen werden kann. Ein 6s LiPo kann hingegen noch mit etwa 8,3 Ampere geladen werden. Das ist also wirklich ausreichend Power.

Natürlich kann das Ladegerät alle gängigen Akkutypen fachgerecht laden und verwendet die entsprechenden Ladeverfahren. Nickel basierende Akkus mit bis zu 10 Zellen werden mit dem „Delta Peak“ Verfahren geladen. Ebenso können genau wie Blei Akkus mit bis zu 12 Zellen mit dem U/I Verfahren geladen werden. Für uns Modellbauer sind aber fraglos die Lithium Akkus von besonderem Interesse und hier kann das Duo Touch LiPo Akkus mit bis zu 6 Zellen mit dem CC/CV Verfahren laden. Besonderes Highlight ist die Tatsache, dass neben LiPo, LiFe und Lion auch die brandneue LiHV Zellen geladen werden können. Damit ist die Software des Duo Touch nicht nur auf dem aktuellen Stand der Technik, sondern eindeutig auf Zukunft ausgelegt.

Neben der reinen Ladefunktion kann das Duo Touch natürlich die Akkus auch entladen. Hier stehen pro Kanal 25 Watt zur Verfügung, mit maximal 5 Ampere Entladestrom, auch diese Leistung reicht für die Pflege und das Testen von Akkus vollkommen aus. Zudem können LiPo Akkus auf die ideale Ladespannung gebracht werden. Gerade LiPo Zellen mögen es gar nicht, wenn sie über längere Zeit absolut vollgeladen oder vollkommen entladen gelagert werden. Hier altern solche Zellen sehr viel schneller und werden unbrauchbar. Im Bereich der LiPo Akkus werden die Zellen auf eine Lagerspannung von 3,8 Volt gebracht, was schon als recht ideal zu betrachten ist. Die umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten erlaubt es die Lagerspannung, sowie die Ladeschlussspannungen in gewissen Grenzen einzustellen und so den persönlichen Wünschen anzupassen. Allerdings kann ich dem 'normalen' Anwender ohne tiefe technische Kenntnisse in der Akkutechnologie nur raten die Werkseinstellungen zu belassen. Wer hier etwas fehlerhaft konfiguriert, kann seinen Akkus mehr schaden als helfen. Für alle Lithium basierende Akkus ist es notwendig, dass ein Balancerkabel angeschlossen ist. Dazu liegen dem Lader zwei Balancer Boards für den EH Stecker Standard bei. Wer also Akkus mit XH Balanceranschluss sein eigen nennt, kann entweder entsprechende Balancer Boards kaufen oder Adapterkabel verwenden. Ich hätte es begrüßt, wenn dem Lader gleich ein Multinorm Balancerboard beigelegen hätte. Die verbauten und seht gut abgeglichenen Balancer können Ausgleichsströme zwischen den Zellen mit bis zu 300 mA ableiten. Das reicht für die Ladung auch mit hohen Strömen aus. So erreicht der Lader schon während des Ladevorgangs recht ausgeglichene Zellenspannungen und ermöglicht so eine kurze Ladedauer.
Wer den Ladevorgang noch sicherer gestalten möchte, kann den optionalen Temperatursensor verwenden. Gerade bei unbewachten Ladevorgängen kann so ein Temperatursensor vor größerem Schaden schützen, da der Lader bei Erreichen der voreingestellten Temperatur den Ladevorgang automatisch beendet. Natürlich werden auch solche Dinge wie Kurzschluss, Überspannung und Unterspannung überwacht und der Lader ggf. abgeschaltet.

Die verwendeten monochromen Touch Displays verfügen über eine gute Empfindlichkeit und sehr hohen Kontrast und Helligkeit. So ist eine Bedienung unter greller Sonne möglich.

 

Bedienkomfort

 

Ein Highlight des Duo Touch ist fraglos das Bedienkonzept des Gerätes. Beeindruckend ist vor allem, dass sich der Lader quasi ohne Anleitung bedienen lässt, so intuitiv sind die Menüs gestaltet. Zudem bietet das Gerät, sobald ein Akku Typ am Display gewählt wurde, schon auf Basis der gemessenen Spannung des angeschlossenen Akkus einige Parameter vor. Das beschleunigt die Einstellung und Bedienung – klasse. Im Prinzip erfolgt zunächst die Auswahl des gewünschten Akku Typs und der gewünschten Aktion (Laden, Entladen, Lagerung), dann springt der Lader in das Parametermenü und zeigt die vermutliche Zellenzahl an. Nun können noch die Kapazität und der gewünschte Strom eingestellt werden. Sobald man den Ladevorgang gestartet hat kann man sich die Einzelzellenspannung ansehen oder den Verlauf der Akku Gesamtspannung. Sehr interessant ist auch die Anzeige des Akku Innenwiederstands, hier biete das Duo Touch nicht nur die Anzeige des gesamten Innenwiederstands eines Akkus, sondern auch den Innenwiederstand jeder einzelnen Zelle. Das erlaubt ggf. defekte einzelne Zellen in einem Pack zu identifizieren.

Dieses so simple Bedienkonzept erlaubt eine sehr schnelle Bedienung, die zudem auch wirklich sicher ist und nicht versehentlich falsche Parameter eingestellt werden. Gemeinsam mit der Überwachung des Akkus beim Laden ergibt sich so ein sehr ausgereiftes Konzept für ein sicheres Laden von Lithium Akkus.

Wer häufig die gleichen Akkus laden möchte, der kann die gewünschten Ladeparameter auch in einem der 20 Speicherplätzen pro Lader ablegen. So werden nach der Wahl eines Speicherplatzes automatisch der voreingestellte Akku Typ und die entsprechenden Parameter eingestellt und der Ladevorgang kann umgehend beginnen.
Das Bedienkonzept ist wirklich extrem praxistauglich und simpel.

 

Praxiseinsatz

 

Im täglichen Einsatz konnte der Duo Touch voll überzeugen. Egal ob in der Werkstatt oder auf dem Flugfeld. Ein simples aber sehr angenehmes Feature ist der Ein/Aus Schalter an der Seite. Viele Lader können nur durch das Einstecken des Kabels ein oder ausgeschaltet werden. Sehr gut hat uns auch die Tatsache gefallen, dass die 12 Volt Kabel im 230 Volt Betrieb einfach ausgesteckt werden und nicht am Lader stören. Das kompakte und robuste Gehäuse verträgt einiges und kann einige Transportrempler ohne Probleme wegstecken. Die Anschlüsse wie Ladebuchse und Balancer liegen alle an der Vorderseite und sind so sehr gut zu erreichen. Auch die Tatsache, dass keinerlei Taster, Schalter oder Drehknöpfe zur Bedienung notwendig sind erhöht die Robustheit des Gerätes.