homeFACHMAGAZINThe Race is on – Im Test die Staufenbiel Nemesis NXT 1,1m

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The Race is on – Im Test die Staufenbiel Nemesis NXT 1,1m

von Marcus Frohberg vom 10. April 2016
Artikel-ID: Staufenbiel-Test-012 Rubrik: Flächenmodelle

Kaum ein Rennsport ist faszinierender und aufregender als Luftrennen im Reno Style. Unglaubliche Flugmanöver in geringer Höhe und Fläche an Fläche. Diese Faszination lässt sich auch im Modellflug nachempfinden. Staufenbiel hat die legendäre Nemesis NXT mit vielen Features in der Spannweite 1100 mm in geschäumter Bauweise in sein Programm aufgenommen. Wir wollten wissen ob der Funke des Air Race auch bei uns überspringt.

 

 

Neben den vielen Militärmaschinen des 2. Weltkriegs, die für Air Races umgebaut und optimiert werden, gibt es für die offene Klasse auch einige spezielle Konstruktionen für diese Luftsportart. Das bekannteste Muster der Reno Race Klasse ist vermutlich die berühmte Nemesis, die in der offenen Klasse startet. Das Flugzeug mit seiner Spannweite von 7,32m und einem maximalen Abfluggewicht von 1179kg wird von einem Lycoming Motor mit satten 350 PS angetrieben. Damit kann die Nemesis unglaubliche 650 km/h erreichen. Dieses auf reinen Speed getrimmte Flugzeug ist sicherlich alles andere als leicht zu fliegen und erfordert einen sehr erfahrenen und mutigen Piloten!

 

Staufenbiel möchte das Race Feeling den Modellpiloten näher bringen und hat das schnittige Flugzeug in geschäumter Bauweise mit einer Spannweite von gerade mal 1100 mm aufgelegt. Trotz der relativ geringen Größe wurde dabei nicht auf Ausstattung verzichtet. Das Modell bringt neben einem 4s LiPo Antriebsstrang und allen Servos auch funktionsfähige Landeklappen und ein elektrisches Einziehfahrwerk mit. Die Landeklappen sind dabei als Spreizklappen wie beim Original ausgeführt, was die Wirkung erhöht und die Optik noch einmal deutlich verbessert. Der maximale Speed des Modells soll bei sehr respektablen 160 km/h liegen. Der Preis von 229 Euro is aus meiner Sicht vor allem in Hinblick auf die Ausstattung schon fast ein Schnäppchen. Da ich der Faszination Rennsport erlegen bin, war es daher auch keine Frage, ob ich mir dieses Modell zulege oder nicht, sondern vielmehr wie schnell kann ich das Paket von Staufenbiel in Empfang nehmen? Aber wird das Modell ähnlich kritische Flugeigenschaften haben wie sie dem Original zugeschrieben wird?
Geliefert wird das Modell in der üblichen sehr stabilen Verpackung. Alle Komponenten sind weitgehend betriebsfertig verbaut und das Modell ist in der auffällig schönen rot/weißen Lackierung des Flugzeugs von Jon Sharp geliefert. Aber natürlich sind noch einige wenige Arbeitsschritte bis zum
flugfertigen Modell notwendig.

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Montage

 

Staufenbiel hat es wirklich geschafft den Montageaufwand auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Alle Servos und der Antrieb sind bereits fertig verbaut und auch bis auf das Höhenruder fertig angelenkt. Die Tragfläche ist bereits absolut betriebsfertig. So ist für die Montage nur maximal eine halbe Stunde einzurechnen.

 

Zuerst werden die beiden Höhenruder mit Hilfe eines Karbon Steckungsstabes in die beiden großzügigen Führungen am Rumpf gesteckt. Diese beiden Kunststoffführungen halten das Höhenruder sehr stabil und Verwindungssteif am Rumpf. Gesichert ist das Leitwerk dann mit je einer Schraube, die von oben durch die Führung und die Dämpfungsfläche geschraubt wird. Bei der Montage ist lediglich darauf zu achten, dass der Kunststoffmitnehmer der beiden Ruderflächen sauber ineinander gesteckt ist. Das ergibt sich bei der Montage aber von selbst. Die Anlenkung der Ruder erfolgt über einen Kugelkopf, was eine sehr spielfreie und präzise Anlenkung ergibt. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten wäre eine „labbrige“ Anlenkung ein riesen Problem. Diese spielfreie Anlenkung ist auch bei allen anderen Rudern so realisiert – super!

 

Ist das Leitwerk montiert, kann die Fläche schon an den Rumpf geschraubt werden. Die Kabel der Querruderservos, Landeklappen und des Fahrwerks werden in den Rumpf geführt und die einteilige Fläche von unten mit vier Schrauben gesichert. Die Schrauben selber sind in großzügigen Kunststoffeinlagen geschraubt, die verhindern, dass sich die Schrauben in das EPP eindrücken können. So ergibt das kompakte Modell eine extrem stabile und verwindungssteife Konstruktion. Die Fläche ist natürlich durch einen entsprechenden Karbonstab, der als Holm dient, stabilisiert. Der Antriebsmotor und der 70 Ampere Regler sind ebenso fertig im Rumpf montiert. Lediglich die Propeller/Spinnereinheit muss noch auf die Welle gesetzt werden. Auch das ist natürlich mit wenigen Handgriffen erledigt. Der Motor ist bereits sehr genau ausgerichtet, so dass sich ohne weitere Justage ein sehr schöner Übergang von Rumpf zu Spinner ergibt. So ist die Optik des Models absolut hochwertig.

 

Was bleibt ist der Einbau der eigenen Fernsteuerung. Die RC Anlage muss dabei über mindestens 6 Kanäle verfügen um alle Funktionen anzusteuern. Der Empfänger wird über die großzügige Klappe an der Oberseite des Modells eingebaut. Dort findet auch der Antriebsakku seinen Platz. Der Zugang ist einfach und die Elektronik ist schnell verkabelt.

Der Schwerpunkt liegt bei ca. 65mm gemessen von der Vorderkante der Tragfläche. Der in der Anleitung angegebene Schwerpunkt ist deutlich zu konservativ und mit dem Antriebsakku 4s 2400 mAh auch nicht wirklich zu erreichen. Die Flugerprobung hat eindeutig einen Wert von 65 mm bei meinem Modell ergeben.

 

Senderprogrammierung

 

Die Anforderungen an den Sender sind nicht besonders hoch. Die Ruderausschläge sollten wie in der Anleitung beschrieben eingestellt werden. Es mag Anfangs erscheinen, dass diese doch relativ klein sind, aber gerade bei hohen Geschwindigkeiten sind auch nur geringe Ausschläge notwendig. Zudem habe ich noch eine ordentliche Portion Expo auf alle Ruder gegeben. Bei ca. 45 % auf allen Rudern war das Steuergefühl für mich persönlich am angenehmsten.
Für den Fahrwerkskanal wird nur ein einfacher 2-Wege Schalter definiert, da das Fahrwerk selber in seine jeweilige Endlage fährt. Hier muss der Servoweg nicht angepasst werden. Die Klappen habe ich auf einen 3-Wege Schalter gelegt der sie in Stufe 1 in eine ca. 45° Position fährt und in Stufe 2 auf maximale Stellung bei fast 90 ° Hier sollte sich jeder an seinen Wunschwert herantasten, denn die Klappen haben eine enorme Wirkung und jeder Pilot mag es etwas anders.

 

Der Rest der Programmierung ist absoluter Standard. Den Timer für die Motorlaufzeit habe ich auf 5 Minuten gestellt, um zum Laden noch ein wenig Sicherheit zu haben.

 

Der Aufbau des Modells und die Programmierung des Senders sind wirklich in weniger als 30 Minuten zu erledigen.

 

Let's Race

 

Der Frühling zeigt sich von seiner schönsten Seite und es wird Zeit die Nemesis ihrem Element zu übergeben. Bei Anstecken des Akkus sollte auf die Schalterstellung für das Fahrwerk geachtet werden, damit dieses nicht versehentlich ausgefahren wird, wenn das Modell auf dem „Bauch“ liegt. Das elektrische Fahrwerk verfügt über relativ kleine Räder, was wiederum eine einigermaßen glatte Start- und Landebahn erfordert. Ein gut gemähter Rasen reicht dafür schon aus. Zudem liegt das Fahrwerk relativ nahe am Schwerpunkt, was dazu führt, dass die Nemesis beim Start und bei den Landungen auf die Nase zu kippen neigt. Es ist also neben einer ordentlichen Piste auch eine Portion Erfahrung des Piloten gefordert, um den Propeller und die Nase des Modells zu schonen. Bis auf die Neigung auf die Nase zu kippen ist der Start aber absolut harmlos.

 

Ist der Start geschafft verhält sich die Nemesis absolut brav. Sie ist weder zickig noch neigt sie spontan dazu, dass die Strömung abreißt. Für einen Racer sind erstaunlich niedrige Geschwindigkeiten möglich. Sie hängt sauber am Ruder und lässt sich absolut präzise dirigieren. Der Antrieb verleiht dem Modell unglaublich viel Power. Er reißt das Modell natürlich endlos senkrecht in den Himmel. Sticht man die Nemesis an und schießt mit Vollgas über den Platz, erreicht sie wirklich ganz erstaunliche Geschwindigkeiten. Ob wirklich 160 km/h maximaler Speed erreicht werden konnte, ich mangels notwendigem Messequipment nicht nachgewiesen. Gefühlt erreicht sie das aber locker.
Auch bei den hohen Geschwindigkeiten ist das Steuerverhalten präzise und direkt, aber keinesfalls hektisch. Die Nemesis macht einfach gehörig Spaß.

 

Die Landung ist bei einem Racer meist der kritischste Abschnitt. Nicht so bei der Nemesis. Die Spreizklappen haben eine enorme Wirkung und es fühlt sich an, als ob jemand den Anker geworfen hat. Beim setzten der Klappen sinkt abrupt die Geschwindigkeit und man muss schon etwas Gas stehen lassen um den Stal Speed nicht zu unterschreiten. Mit etwas Übung lässt sich die Nemesis aber so sauber und mit erstaunlich niedriger Geschwindigkeit landen. Natürlich ist auch bei der Landung wieder die Neigung zu spüren, dass das Modell auf die Nase kippt. Das Verhalten lässt sich aber mit dem Höhenruder und dem Gas recht gut kontrollieren. Das Fahrwerk ist darüber hinaus sehr stabil. Selbst echte Holperlandungen können ihm nichts anhaben und es kann viel einstecken. Diese Stabilität hatte ich nach der ersten Begutachtung gar nicht erwartet.

 

Die Nemesis ist sicherlich kein Anfängermodell, aber sie überfordert den Piloten keinesfalls. Es braucht eben ein gutes Auge und gute Reflexe, wenn man das relativ kleine Modell mit vollem Speed über den Platz scheucht.

 

 

Fazit

 

Mit der Nemesis NXT hat Staufenbiel eine Legende des Reno Race Sports als geschäumtes Modell ins Rennen geworfen. Eine komplette Ausstattung mit Einziehfahrwerk und Landeklappen, gepaart mit einer sehr stabilen und durchdachten Konstruktion sind ein tolles Paket. Abgerundet wird das durch ein wirklich ausgezeichnetes Flugverhalten, das einen Racer alle Ehre bereitet, aber keinesfalls kritisch ist. Für Race Fans ist die kleine Nemesis NXT von Staufenbiel fast ein Muss.

 

-> Link zur Staufenbiel Nemesis auf der Internetpräsenz von Staufenbiel

 

 

Technische Daten:

Spannweite ca.: 1100 mm
Rumpflänge ca.: 1075 mm
Gewicht (flugbereit) ca.: 1530 g
Schwerpunkt: 40 - 45 mm
Bauweise/Material Tragfläche: EPO
Bauweise/Material Rumpf: EPO
Flugzeit ca.: 6 Min.
Zubehör eingebaut/liegt bei: eingebaut
Motor: Brushless 3648 (870KV)
Regler: 70 A
Servos: 4x 9g MG Servo, 2x 9g Servo
Propeller: 10 x 10"
Spinner: incl.
Fahrwerk: Electric

Besonderheiten/Features:

Steuerfunktionen: Motor/Querruder/Höhenruder/Seitenruder/Landeklappen/Einziehfahrwerk
Empfohlener LiPo-Akku:  LiPo-Akku Dymond LiPo 24200mAh 4S

Wo kaufen?

Bezug über STAUFENBIEL
Preis: 229 Euro (UVP PNP Version)
 

Gut

+Ausstattung
+hoher Endgeschwindigkeit
+Preis-/Leistungsverhältnis
+schickes Design
+sehr gute Flugeigenschaften

 

Weniger gut


-neigt bei Start und Landung auf die Nase zu kippen

 

Kontaktdaten des Herstellers:

Gustav Staufenbiel GmbH
Hanskampring 9
22885 Barsbüttel
Telefon: 040/30061950
Email: info@modellhobby.de
Internet: http://www.modellhobby.de

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (5 Bewertungen)

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