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Simulierter Nachbrenner für Impeller-Jets

von Text: Stephan Weinhard/Markus Kocher, Bilder: Daniel Greis/Markus Kocher vom 4. Juli 2011
Artikel-ID: 20110704-NEWS-01 Rubrik: Magazin

Mein VECTOR von robbe Modellsport hat wirklich super Flugeigenschaften. Schnelle Überflüge über den Platz begeistern nicht nur mich, auch andere Modellpiloten auf dem Flugplatz schauen dem heulenden Modell nach. Soweit so gut, doch für typisches "Jet-Feeling" fehlt noch der gewisse Kick. Zumindest rein optisch könnte deutlich mehr drin sein. Ein simulierter Nachbrenner wäre zum Beispiel was Feines und würde meinen VECTOR bestimmt aufwerten.

 

 

 

Simulierter Nachbrenner für Impeller-Jets

Das Ziel

Die Aufgabenstellung war schnell klar: LEDs sollen den Auslass der "Elektro-Turbine" orange bis hellrot erleuchten. Dabei möchte ich die LEDs über meinen Sender zu- und abschalten können. Ab einer gewissen Gasstellung soll der "Nachbrenner" zusätzlich automatisch schalten.

Natürlich sollen die LEDs auch bei Tageslicht noch gut zu erkennen sein. Ich suche also die "eierlegende Wollmilchsau" für meinen VECTOR.

Beleuchtungen für Modellflugzeuge werden heute von einigen Herstellern angeboten. Die guten und qualitativ hochwertigen Beleuchtungsset sind oft unverhältnismäßig teuer, die günstigeren Angebote haben meist nicht die Leuchtkraft und ihr Erscheinungsbild wirkt zudem nicht realistisch. Ich möchte also einen Mix zwischen guter und professioneller Lösung und minimalen Kosten. Klar dabei ist, dass ich hier einiges in Eigenleistung erbringen muss.

 

 

Die richtige Auswahl der Komponenten

Ein professioneller Anbieter für Flugmodell-Beleuchtungen ist OPTOTRONIX. Es gibt in Sachen Beleuchtung praktisch nichts, was der Versender nicht in seinem Online-Shop anbietet. Speziell zur Simulation eines Nachbrenners gibt es dort ein 2er-Set an orangefarbenen LEDs (http://shop.optotronix.de/product_info.php?info=p275_Impeller-Beleuchtung-MK-I---Single-Color-2x2-5Watt.html). Mit 200 Lumen Leuchtkraft sind die LEDs am Tag gut sichtbar, die Kühlkörper sind bereits auf einer Trägerplatine montiert. Das Set kostet 21,90 Euro. Zusätzlich liegt der Lieferung mehrere Widerstände und eine kurze Bauanleitung mit bei.

Simulierter Nachbrenner für Impeller-JetsDamit die Emitter über den Gaskanal des Empfängers zugeschalten werden können, benötige ich zusätzlich einen Schaltbaustein. Auch hierfür bietet OPTOTRONIX eine professionelle Lösung an. Der Vorteil: Die Platine ist klein und bietet unzählige Einstellmöglichkeiten. Der Nachteil: Die Lösung aus dem Hause OPTOTRONIX kommt auf über 50 Euro - zu viel für mein Budget. Eine deutlich preiswertete Alternative gibt es bei CONRAD Elektronik. Den Mini-Schaltbaustein (http://www.conrad.de/ce/de/product/234737/BAUSTEIN-MINI-SCHALTER/1207093&ref=list) gibt es für gerade einmal 13,95 Euro und erfüllt exakt meine Anforderungen: Zuschalten der LEDs über einen extra Kanal.

Die notwendige Stromversorgung für die Leuchtdioden beziehe ich aus einen 2S Lipo mit einer Kapazität  von 450 mAh, den ich noch in meinem Fundus hatte. Theoretisch könnte man die Stromversorgung der LED auch aus dem Empfänger-Akku oder dem BEC des Reglers beziehen. Ich kann aber nur dringend davon abraten. Es ist deutlich sicherer einen zusätzlichen Akku einzubauen um nicht versehentlich den Empfänger-Akku durch die LED zu entladen oder das BEC in die Knie zu zwingen!

 

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Die Schaltung

Mit den oben genannten Bauteilen lässt sich eine günstige und doch effektvolle Nachbrenner-Simulation erstellen die den Gesamteindruck eines jeden Impellers optisch deutlich aufwertet. Die gesamte Schaltung ist simpel und lässt sich auch vom Laien ohne Elektronik-Erfahrung zusammen bauen. Im Wesentlichen beschränkt sich die Arbeit auf die Bestimmung der richtigen Vorwiderstände für die LED und den Anschluss und die Einstellung des Schaltmoduls.

Simulierter Nachbrenner für Impeller-Jets

Beginnen wir bei den LEDs und deren Vorwiderständen: Das Datenblatt der LEDs aus dem Hause OPTOTRONIX gibt eine Betriebsspannung von 2,9 V bei einem Strom von 0,7 A vor. Da ich einen 2S Lipo zur Verfügung habe, schalte ich die beiden Emitter also in Reihe.

Daher benötige ich eine Betriebsspannung für beide Emitter von zusammen 5,8 V.  Wenn ich also von einem 2S Lipo mit einer Nennspannung von 7,4 V ausgehe, muss ich noch 1,6 V an einem Vorwiderstand „verbraten“.

Daraus ergibt sich unter Anwendung der Schulphysik und dem Ohmschen Gesetz (Formel: R=U/I) ein Vorwiderstand von 2,3 Ohm. Nun ist die Spannung eines geladenen Lipos bekanntlich deutlich höher als 7,4 V, daher habe ich einen Widerstand von 3,5 Ohm gewählt. Der Widerstand selbst benötigt dabei eine Leistung von mindestens 1,3 Watt. Diese berechne ich wieder mit Kenntnissen aus der Mittelstufe (Formel: P=I²*R). Also wähle ich hier sicherheitshalber einen Widerstand mit einer Leistung von 3 Watt.

Ich schalte also meinen 3,5 Ohm Widerstand in Reihe mit den beiden Leistungs-Emittern und schließe sie über den Schaltkontakt des Schaltmoduls an den 2S Lipo an. Bitte dabei auf die richtige Polung der LED achten. Die Anode der LED gehört an den Pluspol des Lipo-Akkus. Denkbar wäre übrigens auch eine einzelne Lipozelle zur Stromversorgung zu nutzen. Dann würde man die LED parallel schalten und mit je einem Vorwiderstand von 2 Ohm versehen.

Das Schaltmodul von CONRAD ist fertig aufgebaut und kann mit einen Y-Kabel parallel zum Regler an den Gaskanal angeschlossen werden. Wählt man diesen Weg, kann mit Hilfe eines Potis auf der Platine der Schaltpunkt genau eingestellten werden. Je nach Gasstellung schalten die LEDs ein oder ab. Der Nachteil: Die LEDs lassen sich praktisch manuell nicht abschalten und bereits beim Start - also bei Vollgas - fängt der Nachbrenner an zu leuchten.

Deutlich besser ist die Lösung über einen weiteren Empfängerkanal. Mit einer programmierbaren Steuerung lässt sich der Gaskanal mit einem weiteren Kanal mischen und so der Schaltzeitpunkt definieren. Ein Schalter am Sender erlaubt es mir, den Mischer und somit die LEDs komplett abzuschalten. Aber egal für welche Lösung man sich entscheidet, die Schaltung bleibt die selbe. Wer möchte kann das Schaltmodul noch in einen Schrumpfschlauch einschrumpfen - dann jedoch ein kleines Loch für das Poti mit einplanen.

 

Simulierter Nachbrenner für Impeller-Jets

Der Einbau im Modell

Bevor die gesamte Schaltung ins Modell eingebaut wird, empfehle ich vorab die Funktionsweise genau zu überprüfen. Gerade bei EPP-Modellen ist es ärgerlich, wenn die LEDs eingeklebt sind und die gewünschte Funktion ausbleibt. Ebenso sollte man sich vorab Gedanken über den Schwerpunkt des Modells und Position der LEDs machen. Darauf aufbauend kann die Länge der Verkabelung konfektioniert werden.

Die beiden LEDs von OPTOTRONIX sollen laut Herstellerangaben soweit wie möglich am Modellende eingebaut werden. Dazu wird von Aussen - speziell beim VECTOR - eine kleine Fläche von jeweils 2 cm² aus dem EPP geschnitten, so dass die LEDs sich gegenüber liegen.  Achtung: Das EPP nicht ganz durchschneiden, denn die Platine der LEDs benötigt eine Aufliegefläche zur Fixierung. Lediglich der Kopf der eigentlichen Leuchtquelle schaut durch ein kleines Loch ins Innere des Rumpfes. Die Platinen werden anschließend mit CA-Kleber und Aktivator fest mit dem Rumpf verklebt.

Die Verkabelung wird auf der Rumpfaußenseite verlegt. Dazu habe ich einen ca. 2 Millimeter breiten Kanal ausgeschnitten. Durchsichtiges Klebeband sichert die Verkabelung.

Tipp: Die LEDs von OPTOTRONIX sind hell wie Hölle. Wer also seinen Jet neu aufbaut und gleich mit einer Nachbrenner-Simulation ausstatten möchte, dem empfehle ich das Innere mit Alufolie zu verkleiden. Dies garantiert, dass das Licht tatsächlich nur hinten herauskommt und nicht durch das EPP scheint. Bei Modellen die beinahe flugfertig aus der Verpackung kommen, ist dies leider nicht mehr möglich.

 

 

Lohnt der Aufwand?

Und ob, denn der gesamte Aufbau der Schaltung und der Einbau in das Modell ist nach guten zwei Stunden erledigt. Danach geht es bei leichter Dämmerung zum ersten Testflug. Die mit insgesamt unter 37 Euro preislich attraktive Veränderung bedeutet wirklich eine enorme Aufwertung jedes Impeller-Modells und sorgt für großes Erstaunen auf dem Flugplatz. Bei etwa 3/4 Gas leuchtet der Luftauslass hell auf, als ob wirklich der Nachbrenner gezündet wurde. Mein 450 mAh Akku für die beiden LEDs sorgt für ca. 20 Minuten Dauerleuchten. Ich kann also problemlos mehrere Flugakkus leer fliegen, bis ich den Akku für die Beleuchtung wechseln muss. Ich kann jedem Modellpiloten diese kleine Verbesserung für sein Impeller-Modell wärmstens empfehlen.

 

Technische Daten LEDs:

• Hersteller/Vertrieb: OPTOTRONIX
• Höhe: 10mm
• Durchmesser: 19mm
• Einbautiefe: 10mm
• Spannung: 2,9Volt
• Strom: JE typ. 700mA,
• Packungsinhalt: 2Stück

 

 

Kontaktdaten OPTOTRONIX:

Optotronix RC Scale Elektronik
Kiefernweg 8
74372 Sersheim
Internet: http://www.optotronix.de

 

 

 

Technische Daten Schaltmodul:

• Hersteller/Vertrieb: CONRAD
• Stromaufnahme: 0.03 mA/40 mA
• Relais 1 x UM
• Gewicht: 14 g
• Abmessungen: 40 mm x 30 mm
• Betriebsspannung: 4.5 - 6 V
• Schaltspannung: max. 24 V
• Schaltleistung: 2 A
• Schaltkontakt: Relais
• Funktionen: Tastfunktion
• Kanäle: 1

 

Kontaktdaten CONRAD:

Internet: http://www.conrad.de


 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.5 (11 Bewertungen)

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