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Test: Aluminium Lipo-Heizkoffer „Heater-Box“ von robbe Modellsport

von Tom Meier vom 12. Dezember 2011
Artikel-ID: 20111212-FM-01 Rubrik: Magazin

Wer seine Lipos das Jahr über pflegt, kann die Lebensdauer dieser Kraftspender deutlich verlängern und erlebt im Grunde keine bösen Überraschungen. Doch gerade im Winter bedarf es besonderer Zuneigung und Pflege der Lipo-Akkus. Dank vieler vor konfektionierter Bauteile ist ein Heizkoffer in Eigenregie zu bauen eigentlich keine Kunst. Wer trotzdem den Aufwand scheut und auf „Nummer Sicher“ gehen möchte, für den ist der Lipo Heizkoffer „Heater-Box“ von robbe Modellsport vielleicht eine Alternative.

 

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Test: Aluminium Lipo-Heizkoffer „Heater-Box“ von robbe ModellsportDas schicke Köfferchen gibt es bereits für 79 Euro (UVP) über den Fachhandel zu beziehen. Außen mit viel Aluminium sehr wertig verarbeitet, beschränkt sich das tatsächliche Nutzungsvolumen auf gerade einmal 320x140x75 Millimeter. Für die Vielzahl der Modellpiloten, die in der Regel 3S- oder 4S-Lipos im Einsatz haben, sicherlich kein Problem. Mit zwei oder drei Lipos mit jeweils sechs Zellen oder gar einem 12S-Riegel wird das Platzangebot im Inneren relativ schnell knapp.

Alles in allem macht der Lipo Heizkoffer „Heater-Box“ von robbe also auf den ersten Blick einen durchaus hochwertigen Eindruck. Lediglich der Handgriff passt so gar nicht zum Gesamtkonzept und wirkt leider sehr billig. Edel dagegen und sehr hochwertig verarbeitet der Innenraum: Er ist akkurat mit einer ca. 15 Millimeter starken schwer entflammbaren Schaum-Isolierung ausgelegt. Eine weitere Aluminiumfolie als zusätzliche Innenverkleidung soll den Wärmeverlust nochmals dämmen. Auf der linken Seite im Inneren des Koffers befindet sich die Elektronik. Sie besteht im wesentlichen aus einer Steuerplatine und zwei Keramik-Heizelementen. Ein Lüfter zirkuliert die Wärme gleichmäßig durch den Innenteil. Die Temperatur wird über einen Drehgeber variabel zwischen 20 und maximal 50°C eingestellt. Der Strom-Anschluss erfolgt bequem von außen über zwei sogenannte Bananenstecker und zwei LEDs informieren zuverlässig über den Zustand der Elektronik.

Die Heizleistung des Koffers ist enorm, leider ist die die Stromaufnahme aber auch entsprechend hoch. 6 Ampere fließen bei voller Heizleistung durch die Heizelemente. Der Betrieb an der Autobatterie mit höchster Leistung ist sicher möglich, aber es besteht extreme Gefahr, dass man diese schnell vollständig entlädt und der Wagen nicht mehr startet. Also entweder besser einen separaten Akku mit mindesten 20 Ah Kapazität oder ein Schaltnetzteil mit mindestens 6 A Dauerstrom verwenden.

 

Die Elektronik und ihre Funktionsweise

Die Bedienung des Lipo-Heizkoffers ist denkbar einfach und vor allen Dingen sicher. Von der Außenseite wird der Koffer mittels zweier Bananenstecker mit Strom versorgt. Eine grüne LED informiert über die Betriebsbereitschaft, eine rote LED leuchtet immer dann auf, sobald die beiden Keramik-Heizelemente tatsächlich heizen oder nachregeln. Die über den Drehgeber gewünschte Temperatur wird plus/minus weniger Grad sehr exakt erreicht. Bei maximal 50°C ist Schluss mit der Wärmezufuhr, gemessen habe ich 51°C. Somit ist eine zusätzliche Temperaturanzeige mittels Display, wie sie andere Hersteller anbieten, hier absolut nicht notwendig.

Test: Aluminium Lipo-Heizkoffer „Heater-Box“ von robbe ModellsportAb Zimmertemperatur bis zum Erreichen der 50°C-Marke, benötigt die robbe „Heater-Box“ nicht mehr als 4 Minuten. Um die Lipo-Akkus effizient aufzuwärmen, empfehle ich folgende Vorgehensweise: Nach erreichen der 50°C-Marke die Wärmezufuhr noch wenige Minuten auf maximal stehen lassen, dann den Drehregler auf 30 bis 40°C nach regeln. Diese Werte sind übrigens die idealen Betriebstemperaturen für Lipozellen und wie das Messergebnis bestätigt: Ein 3S Lipo mit ca. 2.500 mAh benötigt gute 30 Minuten, damit er durch und durch die Wärme des Lipo-Koffers aufgenommen hat. Wer also auf den Flugplatz möchte, sollte seine Akkus gute 40 Minuten vor Start bereits zu Hause mit der „Heater-Box“ über ein geeignetes Schaltnetzteil aufheizen.

Wurde der Lipo Koffer über einen längeren Zeitraum von ca. 40 Minuten ordentlich aufgeheizt, wird die Innen-Temperatur relativ gut und lange gehalten. Ausgehend der 50°C-Marke, sinkt die Temperatur nach ausschalten der Elektronik erstmal sehr schnell innerhalb weniger Minuten auf ca. 30°C, wird dann aufgrund der guten Dämmschicht und der Isolierung sehr lange auf diesem Wert konstant gehalten. Die Lipo-Zellen selbst speichern die aufgenommene Wärme ideal und selbst bei einer Koffer-Temperatur um 20°C, verfügen die Zellen im Inneren noch über 30°C. Die besten Voraussetzungen also für den Betrieb im Winter.

 

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Schwachstellen der robbe „Heater-Box“

Wer seinen Heizkoffer selbst baut, kann seine individuellen Wünsche verwirklichen. Bei einem Produkt von der Stange funktioniert dies leider nicht. Die robbe „Heater-Box“ überzeugt klar durch Qualität und durch eine sehr einfache und selbsterklärende Funktionsweise. Trotzdem verfügt der robbe Heizkoffer über zwei Schwachstellen, die man im Eigenbau sicherlich so nicht umsetzen würde.

Zum ersten liegt der Drehgeber zur Regelung der Temperatur im Innenteil des Koffers. Aufgrund seiner Grösse und der verbauten Position ist der aktuelle Wert nur auf den zweiten Blick ablesbar. Im Grund alles kein Problem, doch zum Nachregeln der Temperatur ist immer ein Öffnen der Box notwendig. Zu Hause sicherlich kein Thema, draußen auf dem Flugplatz bei Minus-Temperaturen sicherlich das grössere Problem, da zuvor mühselig gespeicherte Wärme innerhalb weniger Sekunden einfach verpufft. Im Eigenbau würde jeder Modellbauer seinen Drehgeber von aussen regelbar am Koffer befestigen.

Zweite Schwachstelle ist das Gehäuse der Elektronik. Zwar sind Platine und Heizelemente unter einer Gitterabdeckung gut geschützt, die Gefahr, dass Kontakte der Akkus an stromführende bzw. -leitende Elemente kommen ist unter Umständen trotzdem gegeben. Vor allen Dingen dann, wenn ein "offenes" Steckersystem zum Einsatz kommt benutzt.

 

Mein Fazit

Die robbe „Heater-Box“ ist, trotz der beiden im Test genannten Schwachstellen, Zweifels ohne eine gute und günstige Alternative zum selbstgebauten Heizkoffer. Vor allen Dingen für Modellpiloten, die den Bauaufwand scheuen und jetzt eine günstige Lösung für die kalten Tage suchen, ist der Heizkoffer ideal. Das Preis/Leistungsverhältnis ist mit 79 Euro (UVP) sehr attraktiv und die vom Hersteller beworbenen Temperaturangaben werden mit nur wenigen Grad Abweichung bestens getroffen. Die robbe „Heater-Box“ hilft auf alle Fälle die Lebenserwartung der Lipo-Akkus deutlich zu verlängern!

 

Technische Daten:

• Innenabmessungen: 320 x 140 x 75 mm
• Temperaturbereich: 20 bis max. 50°C
• Eingangsspannung: 12 V DC
• Laststrom: ca. 6 A
• Heizleistung: ca. 70 Watt
• Anschluss: 4 mm Bananenstecker
• Ein-Aus: LED grün
• Temperaturkontrolle: LED rot

 

Wo kaufen?

Bezug: Fachhandel
Preis: 79,90 Euro (UVP)

 

 

 

Gut

• Sehr gute und zuverlässige Heizleistung
• Einfache und sehr effektiver Aufbau
• Hochwertige Verarbeitung

 

Weniger gut

• Aufgrund der Innenmaße nur bedingt für 12S-Lipos geeignet

 

Kontaktdaten Herstellers:

robbe Modellsport
Metzloser Straße 38
36355 Grebenhain
Telefon: +496644/870
Fax: +496644/7412
Email: office@robbe.com
Internet: http://www.robbe.com

 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.5 (11 Bewertungen)

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