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Test: DISCUS EPO 4 in 1 RTF von JAMARA

von Michael Schürlein vom 3. August 2011
Artikel-ID: 20110803-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Der neue DISCUS EPO von JAMARA soll gleich 4 Wünsche auf einmal erfüllen. So verspricht es jedenfalls der Hersteller, denn durch ein intelligentes Stecksystem von Motor und Tragflächen, verwandelt sich der Segler zum 3-Achs Kunstflugmodell. Um herauszufinden, was das RTF-Set tatsächlich leistet, hat Michael Schürlein dem EPO-Modell im Test ganz genau auf die Flächen geschaut.

 

 

 

Test: DISCUS EPO 4 in 1 RTF von JAMARABereits auf der Spielwarenmesse in Nürnberg hat JAMARA seinen DISCUS EPO 4 in 1 als Neuheit für 2011 präsentiert. Das geschäumte Modell soll vor allen Dingen Einsteiger ansprechen, dementsprechend umfangreich ist der Lieferumfang.

Der Hersteller legt so ziemlich alles in die Box, was zum Modellflug benötigt wird und verspricht zudem noch einen schnellen Aufbau innerhalb von wenigen Minuten. Dazu gehört neben einem 2S Lipo-Akku mit 1.000 mAh auch ein 4-Kanal-Handsender sowie der passende Empfänger - natürlich in moderner 2,4 GHz-Technologie.

Das Modell selbst besteht aus insgesamt sieben Einzelteilen, welche entweder miteinander verschraubt oder einfach zusammengesteckt werden. Auf den Einsatz von CA-Kleber wird bewusst verzichtet. Die Verarbeitung der EPO-Teile ist gut und ein beiliegender Dekorsatz soll etwas Farbe auf die sonst weisse Tragflächen bringen. Die mehrseitige Dokumentation umfasst eine kurze Bauanleitung sowie ausgedehnte Sicherheitshinweise - jeweils in deutscher und englischer Sprache.

 

Der Aufbau

Durch einen extrem hohen Vorfertigungsgrad ist der Aufbau des Modells auch für Einsteiger sicherlich keine Hürde. Im Rumpf sind alle RC-Komponenten wie Servos, Regler und sogar der 2,4 GHz-Empfänger eingebaut und bereits angeschlossen. Lediglich die Zuleitungen zu den Querruder-Servos werden nach der Flächenmontage mittels einem beiliegenden Y-Kabel in das Cockpit geführt und an den Empfänger angeschlossen.

Test: DISCUS EPO 4 in 1 RTF von JAMARADas Höhenleitwerk wird auf das Seitenleitwerk gesetzt und mittels zweier Schrauben fixiert. Dazu liegt ein geeigneter Schraubendreher im Lieferumfang bei! Seitenruder und Höhenruder sind jeweils mit sogenannten "Gestängeanschlüssen" ausgestattet und lassen sich somit - ohne groß an der Steuerung Trimmungen vornehmen zu müssen - spielfrei einstellen.

Die Flächen bestehen aus insgesamt 4 Teilen: Zwei Hauptflächen mit verbauten Querrudern sowie zwei Flächenverlängerungen. Alles in allem kommt der DISCUS immerhin auf eine Gesamtspannweite von 2.000 Millimetern. Für die nötige Stabilität der Flächen sorgt CFK, Metallstäbe dienen zur Verbindung der einzelnen Flächenteile und garantieren somit einen unkomplizierten Auf- und Abbau des Modells. Die Hauptflächen werden durch ein Klick-System aus Kunststoff am Rumpf zusätzlich gesichert.

Gut und vor allen Dingen sehr einfach gelöst ist die Befestigung des Motors auf der Rumpfoberseite des Modells. Kurz hinter dem Schwerpunkt wird die gesamte Antriebseinheit lediglich mittels dreier 3,5 Millimeter-Kontaktstecker auf den Rumpf gesetzt. Damit lässt sich der DISCUS innerhalb weniger Sekunden vom Motormodell zum reinen Segler umrüsten, ohne dabei nochmals auf den korrekten Schwerpunkt achten zu müssen. Angetrieben wird die Motor-Variante durch einen bürstenlosen Motor mit 1.400 KV und 195 Watt. Die Luftschraube wird lediglich mittels Presspassung auf die Motorwelle gesteckt.

 

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Zum Laden des im Lieferumfang enthaltenen 2S Lipos legt JAMARA ein einfaches Ladegerät mit 230 V-Netzteil in die Box, LEDs auf der Gehäuseoberseite informieren über Ladezustand des Akkus. Der gesamte Ladevorgang des 1.000 mAh Lipos beträgt stolze 120 Minuten - viel zu lang für einen 2S-Lipo. Zusätzlich können mit dem Lader übrigens auch 3S Lipos über den Balanceranschluss geladen werden. Der beiliegende 4-Kanal Handsender ist von einfachster Bauart, die Haptik ist okay und die einzelnen Servokanäle lassen sich über Schalter reversen. Auf der Rückseite befindet sich eine Trainer-Buchse, mit  der der Sender auch am PC in Verbindung mit einem Flugsimulator betrieben werden kann. Sender und Empfänger sind bereits miteinander gebunden.

Im Cockpit des DISCUS gehts verhältnismäßig eng zu. Unter der blau transparenten Haube findet gerade noch so der Antriebsakku seinen Platz. Er wird einfach liegend in den Schaum geklemmt. Der Schwerpunkt ergibt sich durch die Position des Lipos, welcher in der Längsachse leicht verschoben werden kann. Leider hat JAMARA in seiner Bedienungsanleitung die exakte Schwerpunktangabe einfach vergessen.

 

Der Flug

Der "DISCUS EPO 4 in 1" von JAMARA kann als Kunstflugmodell, als Segler mit und ohne Antrieb, sowie als sogenanntes PSS-Modell genutzt werden. PSS steht für Power Scale Soaring und wird am Hang betrieben. Zuerst teste ich die "verkürzte" Version des DISCUS und entferne die Flächenverlängerung. Dank Stecksystem geht das schnell und einfach und ist ohne Werkzeug am Platz innerhalb von nur wenigen Sekunden passiert.

Test: DISCUS EPO 4 in 1 RTF von JAMARAMit einem kräftigen Stoß lasse ich den Segler in die Luft. Die Kraft, die das Antriebsset zur Verfügung stellt, ist ausreichend für insgesamt drei bis vier Steigflüge in beachtliche Höhe um dann mit klassischem Kunstflugprogramm zu beginnen. Der DISCUS macht dabei so ziemlich alles mit, was mit einem Segler an einfachstem Kunstflug möglich sein sollte. Die Ruderfläche sowie die Ruderausschläge könnten für mehr Agilität des Modells ruhig etwas größer ausfallen. Weite Loopings und auch Rollen in sicherer Höhe sind trotzdem kein Problem.

Mit den Tragflächenverlängerungen verändert sich das Flugverhalten des DISCUS dramatisch. Solange der Motor für genügend Schub sorgt, lässt sich der Segler noch ganz gut über seine Querruder steuern. Fehlt der Vortrieb, zeigen die Querruder so gut wie keine Wirkungen. Der Grund: Durch die Flächenverlängerungen liegen die Ruder jetzt viel zu weit innen, können kaum Wirkung auf das Modell ausüben und der DISCUS muss primär über das Seitenruder gesteuert werden. Trifft man allerdings auf Thermik, zeigt der DISCUS seine wahren Stärken. Als klassischer Segelflieger ist das Modell eine echte Alternative zu vielen anderen geschäumten Segelflugmodellen.

Egal ob das Modell mit verkürzten Flächen als Kunstflugmodell oder mit 2-Meter-Spannweite als Segler-Variante betrieben wird, der DISCUS von JAMARA mag keinen Wind. Bereits mit einer etwas stärkeren Brise ist das nur 450 Gramm leichte Modell schnell überfordert. Das Flugbild wirkt dann unnatürlich und hektisch. Ob der DISCUS daher sich tatsächlich zum Power Scale Soaring empfiehlt, ist fraglich. Die reine Motorlaufzeit beträgt mit vollem Akku gute 12 bis 15 Minuten.

 

Mein Fazit

Wer mit dem Modellflug beginnt und zum Start nicht viel Geld in Modell und Steuerung investieren möchte, ist mit dem "DISCUS EPO 4 in 1" sicherlich gut bedient. JAMARA bietet für 185 Euro (UVP) ein attraktives Komplettpaket mit hohem Vorfertigungsgrad. Als Kunstflug-Segler mit verkürzten Flächen bietet der DISCUS für Einsteiger reichlich Potential, die Eigenschaften eines Flugmodells ausgiebig kennen zu lernen. Als reine Segler-Variante macht das Modell nur bei Thermik wirklich Spass. Doch genau hier liegen die Vorteile des DISCUS: Durch ein einfaches Stecksystem der Tragflächen, passt sich das Modell an die Bedürfnisse seines Piloten an.

 

Technische Daten:

• Spannweite: ca. 2.000 mm
• Länge: ca. 750 mm
• Gewicht: 450 g
• Servos: 4
• Akku: Lipo 2S 7,4 V 1.000 mAh
• Motor: 1.400 KV 195 W

 

Wo kaufen?

Bezug: Fachhandel
Artikelnummer: 007065
Preis: 185,00 Euro (UVP)

 

 

 

 

Gut

• Gute Qualität und Verarbeitung
• Hoher Vorfertigungsgrad
• Umfangreiche Ausstattung

 

Weniger gut

• Propeller auf Motorwelle nur gesteckt
• Ladezeit des Akkus mit 120 Minuten sehr lang

 

Kontaktdaten Hersteller:

JAMARA e.K.
Erich Natterer
Am Lauerbühl 5
88317 Aichstetten
Telefon: +497565/9412-0
Fax: +497565/9412-23
Email: info@jamara.de
Internet: http://www.jamara.de

 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.5 (13 Bewertungen)

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