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Test: E-Flite Blade 450 3D von Horizon Hobby

von Björn Dommershausen vom 20. August 2011
Artikel-ID: 20110820-FM-01 Rubrik: Helikopter

Oft bekomme ich die Frage gestellt: „Björn, ich möchte mit dem Heli fliegen beginnen. Es soll aber kein Spielzeug sein, sondern gleich ein richtiger RC-Helikopter mit gutmütigen Flugeigenschaften. Was kannst du mir empfehlen?“. Darauf gab es selten eine gute Antwort, denn das Angebot auf dem  Modellbaumarkt ist riesen groß. Vieles ist zu teuer, vieles überfordert den Einsteiger und vieles ist einfach billiger Quatsch.

 

 

Test: E-Flite Blade 450 3D von Horizon HobbyDas soll ab sofort anders werden, denn der neue Blade 450 3D von E-flite/Horizon Hobby soll mit minimalem finanziellen Aufwand die Naturgesetzte überwinden. So behauptet es jedenfalls der Hersteller. Wie das funktioniert und ob das Konzept auch Profis überzeugen kann, soll mein Test klären.

Die Idee, die hinter dem Blade 450 3D steckt, ist nicht neu. Bereits sein Vorgänger - der Blade 400 - überzeugte durch gute Verarbeitung und hochwertige Komponenten, durch anfängertaugliche Flugeigenschaften und vor allen Dingen: Er war einer der ersten Helis, die in der 400er bis 450er-Klasse tatsächlich RTF aus der Box kamen. So entwickelte sich der Blade 400 über drei Jahre hinweg zu einem absoluten Verkaufsschlager.

Die Startbedingungen für den Blade 450 3D sind also mehr als gut. Denn das neuste Modell aus der Blade-Entwicklung trägt ganz klar die Erfolgs-Gene seines Vorgängers. Vieles wurde übernommen, baut die Konstruktion im Wesentlichen auf den bewährten 400er auf. Trotzdem überzeugt der nur 760 Gramm leichte Blade 450 3D durch viele neue und vor allen Dingen durchdachte Lösungen, die Einsteigern den Start erleichtern und Profis viel Spass bereiten sollen.

 

Geteilte Meinungen...

...wird es beim Blade 450 3D wohl keine geben. Der Lieferumfang des Hubschraubers lässt in der RTF-Version keine Wünsche offen. Der Hubschrauber kommt komplett aufgebaut und flugbereit aus der Kiste. Neben einem geeigneten 3S Lipo-Akku mit 2.200 mAh Kapazität, liegt das passende Ladegerät und eine DX6i mit bei. Batterien für den Handsender, ein Kleinteilesatz mit Schraubendreher und Bindingstecker runden den Lieferumfang ab. Knapp 440 Euro sind für das Sorglospaket des Hersteller über den Fachhandel fällig. Wer bereits einen DSM2- oder DSMX-fähigen Handsender (zum Beispiel eine DX8i) besitzt, greift zur 270 Euro günstigen Basisversion. Der Unterschied ist tatsächlich nur der Verzicht auf die DX6i, den Flugakku sowie das Ladegerät.

Test: E-Flite Blade 450 3D von Horizon HobbyGut für den Flugplatz, etwas enttäuschend jedoch für daheim, ist das mitgelieferte Ladegerät, welches tatsächlich nur an eine 12V-Stromquelle angeschlossen werden kann. Wer zu Hause also kein passendes Netzteil hat, kann den Lipo nur über das Auto laden.

Das Chassis macht einen grundsoliden und hochwertig verarbeiteten Eindruck. Es besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff und ist zweigeteilt. Der 420er-Brushlessmotor ist stehend eingebaut und überträgt seine Kraft auf das einstufige Kunststoff-Getriebe. Im Keller des Chassis befindet sich der 35A-Regler und der vorinstallierte SpektrumAR6115e 2,4 GHz DSMX-Empfänger. Alle Kabel sind sauber verlegt und angeschlossen.

Die Taumelscheibe wird vor allen Dingen aus baulich bedingten Platzgründen unterschiedlich angesteuert. Das Nick-Servo greift über eine Push-Pull-Anlenkung auf die Taumelscheibe zu, Roll- und Pitch-Servos direkt. Alles in allem ist die gesamte Anlenkung zur 120°-Taumelscheibe recht spielfrei aufgebaut. Die Hauptrotorwelle ist dreifach gelagert und bietet somit eine optimale Basis für spielfreie Kraftübertragung der Zahnräder. Der Rotorkopf des Blade 450 3D ist mit Aluminium-Zentralstück, wuchtigen Kunststoff-Blatthalter und Hilfsrotorebene eine Neukonstruktion und unterscheidet sich zur Vorgängerversion des Blade 400 deutlich. Hilfsrotorebene? Der Flybarless-Hype scheint bei Horizon noch nicht ganz so stark ausgeprägt zu sein. Die weissen Kunststoffpaddel sind mit einer Madenschraube gesichert. Um das Flugverhalten giftiger zu gestalten, lassen sich zusätzliche Gewichte an der Paddelstange bei Bedarf Richtung Rotormitte verschieben. Mit weisser Schrumpffolie bespannte Holzblätter verleihen dem Hubschrauber den nötigen Auftrieb. Blätter aus CFK wäre hier das gewisse Quäntchen zum vollkommenden Glück.

 

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Vergleicht man nochmals den Blade 400 mit seinem Nachfolger, so wirkt das Heckrohr nicht nur wuchtiger, es ist tatsächlich um 2 Millimeter im Durchmesser gewachsen. 3 Millimeter starke Streben aus CFK stützen das Rohr und übertragen so auftretende Kräfte auf das Chassis. Ideal - gerade für Einsteiger - ist die Ansteuerung des Heckrotors über den verbauten Riemen. Kleine Bodenberührungen des Hecks werden locker weggesteckt, ohne gleich bauliche und vor allen Dingen finanzielle Einbußen riskieren zu müssen.

Das Heckrotorgehäuse des Blade 450 3D besteht, wie auch das Chassis, aus Kunststoff und ist ebenfalls zweigeteilt aufgebaut. Der Umlenkhebel ist kugelgelagert und die Riemenspannung kann über eine Öffnung auf der Oberseite zu jedem Zeitpunkt kontrolliert werden. Vier Momentgewichte an den Blatthaltern sollen die Arbeit des Heckservos erleichtern und somit für mehr Agilität sorgen.

 

Test: E-Flite Blade 450 3D von Horizon Hobby

Solide Basis für erste Erfolge

Wer zum RTF-Paket greift, dem bietet Horizon nicht nur einen kompletten Lieferumfang. Horizon macht es vor allen Dingen Einsteiger einfach: Die mitgelieferte DX6i verfügt über einen Modellspeicher für Anfänger und für Profis. Insgesamt drei veränderbare Gas- und Pitchkurven sind fest hinterlegt. Flugphasen wie Normal, Stunt und Autorotation decken somit alle Anforderungen ab. Der Profi-Modellspeicher glänzt vor allen Dingen durch direkteres Steuerverhalten auf Nick, Roll und Pitch und höhere Drehzahl.

Die DX6i bietet also gerade für Anfänger eine gute Basis zum Einstieg in den Hubschrauberflug. Sollten nach dem Blade 450 3D weitere Helis folgen, deckt der Handsender so ziemlich alle Anforderungen ab. Fortgeschrittenen Hubschrauber-Piloten mit DX7 oder DX8, bietet das Blade-Handbuch einen Guide zur Programmierung aller nötigen Werte in den vorhandenen Sender. Doch Vorsicht: Wie Horizon auf seiner Support-Seite mitteilt, hat sich hier der Fehlerteufel eingeschlichen, was im schlimmsten Fall zum Verlust des Modells führen kann (→ Link).

 

Ein Spielzeug für alle Fälle

Schön, wenn die Verarbeitung stimmt und das Konzept am Boden aufgeht. Aber was leistet der Blade 450 3D in der Luft? Kurz gesagt: Er tut genau das was er tun soll. Spass machen! Die Einstellungen an Hard- und Software sind perfekt aufeinander abgestimmt. Der Regler ist im Stellermodus vorprogrammiert. In der ersten Flugphase wird der Motor in Abhängigkeit des Pitchknüppels auf Drehzahl gebracht.

Test: E-Flite Blade 450 3D von Horizon HobbyDurch umschalten in Flugphase zwei wird dann in eine V-Gaskurve gewechselt. In dieser Flugphase dreht sich übrigens der Motor permanent in Unabhängigkeit zur unteren Position des Pitchknüppels.

Wie erwartet ist das Setup sehr weich und unkritisch zu fliegen und eignet sich gut für Einsteiger. Trotzdem lassen die geringen Ausschläge und der hohe Expo-Anteil einfachsten Kunstflug wie Loopings und Turns zu. Das Setup für fortgeschrittene Helipiloten bestätigt das Kürzel im Namen: "3D". Der Blade 450 3D geht so richtig um die Ecken. Funnels, Speedcircles, Piroflips und alles was das Herz begehrt klappt auf Anhieb. Die unmöglichsten Flugmanöver sind mit dem RTF-Modell möglich.

Bei Tic Tocs entscheide ich mich auf Grund der Holzblätter zuerst für gefühlvolles Steuern. Wer mit seinem Blade extrem unterwegs sein möchte, sollte die Zusatzgewichte an den Paddeln entweder nach innen verschieben oder sogar entfernen.

Der Pre-Flight-Check bestätigt, was Horizon verspricht: Keinerlei Ermüdungserscheinungen nach dem ersten 3D-Flug. Der Blade 450 3D ist nicht übermotorisiert, für alle gängigen Flugmanöver reicht die Power jedoch jederzeit aus. Das Können jedes einzelnen Piloten spielt dabei eine wesentliche Rolle. Die angegebene Flugzeit des Timers in der DX6i von 5 Minuten ist gerade für den 3D-Flug sehr gut bemessen. Ca.20% Restkapazität bleiben im Akku enthalten, was dessen Lebensdauer natürlich sehr zu Gute kommt. Der vom Hersteller verbauchte Kreisel G210 MEMS überzeugte im Test in jeder Situation durch angemessene und gute Performance. Digitales Heckservo und Kreiselsystem leisten zu jedem Zeitpunkt mehr als sehr gute Arbeit.

 

Fazit:

Mit dem Blade 450 3D gelingt es Horizon Hobby erneut, seine Vorreiterstellung deutlich auszubauen. Der 450er-Heli spricht durch umfangreichen Lieferumgang und RTF-Setup sowohl Einsteiger wie fortgeschrittene Heli-Piloten an, das Preis-/Leistungsverhältnis ist kaum zu toppen. Im Grunde war es nie einfacher professionell mit dem Helifliegen zu beginnen. Die im Lieferumfang enthaltene DX6i ist eine solide Basis für alles was nach dem Blade kommt. Hauptrotorblätter aus CFK oder GFK würden den ohnehin positive Gesamteindruck nochmals unterstreichen.

 

Technische Daten:

• Hauptrotor-Durchmesser: 721mm
• Heckrotor-Durchmesser: 142mm
• Länge: 655mm
• Höhe: 235mm
• Gewicht: ca. 760g
• Antrieb: 420H 3800Kv BL Außenläufer
• Akku: 3S 11.1V 2.200 mAh 30C LiPo
• Regler: 35A BL
• Servo: 3x DS76, 1x DS76T
• Kreisel: G210 MEMS Micro Heading Lock
• Ladegerät: 12V LiPo Balancing Lader
• Empfänger: Spektrum SPMAR6115E 6-Kanal

 

Was wird noch benötigt?

Wer sich für die RTF-Version entscheidet, benötigt zum Start mit dem Hubschrauber kein weiteres Zubehör. Sender und Akku liegen bereits bei. Die BNF-Version setzt einen DSM2- oder DSMX-fähigen Sender voraus.

 

Wo kaufen?

Bezug: Fachhandel
Preis: 270,00 Euro bis 440,00 Euro (UVP)

 

 

 

 

Gut

• Gute Qualität
• Absolut RTF aus der Kiste
• Ausgesprochen gutes Preis/Leistungsverhältnis
• Uneingeschränkt 3D-fähig

 

Weniger gut

• Hauptrotorblätter aus Holz
• 12V Ladegerät

 

Kontaktdaten Hersteller:

Horizon Hobby GmbH
Hamburger Str. 10
25337 Elmshorn
Telefon: 04121/46199-60
Email: info@horizonhobby.de
Internet: http://www.horizonhobby.de

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4 (51 Bewertungen)

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