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Alles andere als geheimnisvoll: Die neue E-flite MYSTIQUE 2.9 von HORIZON HOBBY im Test

von Simon Greis vom 4. Oktober 2012
Artikel-ID: 20121004-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Mit der neuen E-flite MYSTIQUE 2.9 leitet HORIZON HOBBY eine völlig neue Produktline in seinem Sortiment der Segelflugmodelle ein. Gute Detaillösungen, geniale Flugeigenschaften und eine ausgesprochen gute Qualität des gesamten Bausatzes, sollen ab sofort die Modellpiloten begeistern. Und tatsächlich: Bereits auf dem AIR MEET 2012 präsentierte HORIZON HOBBY die neue E-flite MYSTIQUE 2.9 als überaus agiles und modernes Segelflugmodell. Simon Greis hat die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und die neue E-flite MYSTIQUE 2.9 ausgiebig getestet.

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Das ist der Gipfel: Der neue BLADE Nano CP X im TestBisher setzte HORIZON HOBBY (http://www.horizonhobby.de) im Seglerbereich vermehrt auf geschäumte Fertigmodelle. Bestes Beispiel dafür ist der erfolgreiche Parkzone Radian und Parkzone Radian Pro. Mit der neuen E-flite MYSTIQUE 2.9 geht HORIZON HOBBY jetzt völlig neue Wege und bietet erstmals einen großen 4-Klappen-Segler mit 2.900 Millimetern Spannweite als ARF-Bausatz an. Der Rumpf der MYSTIQUE 2.9 ist sehr hochwertig aus GFK gefertigt, die Tragflächen sind in Kreuz-Rippenbauweise aufgebaut und mit farbig/transparenter Folie bespannt. Bereits aus dem Karton heraus machen alle Bauteile einen hervorragenden Eindruck. Rumpf, Tragflächen und Leitwerksteile sind einzeln in Folie verpackt und Transportschäden werden zuverlässig vermieden. Eine ausführliche Bauanleitung in deutscher Sprache, ein Kleinteile-Set mit Schrauben und Ruderanlenkungen, sowie eine Rumpfnase zum Aufbau des Modells als reine Seglerversion ohne Antrieb, runden den üppigen Lieferumfang ab. Auch der genauere, zweite kritischere Blick begeistert: Der Rumpf ist makellos verarbeitet und perfekt lackiert. Auch die Spanten und der Motorträger sind akkurat und vor allen Dingen sehr sauber verklebt. Die Leitwerke sind mit Folie bezogen und auch die Tragflächen überzeugen durch ein perfektes Finish.

Zur Fertigstellung des Modells bietet HORIZON HOBBY ein optimal abgestimmtes Antriebs-Setup an. Dieses besteht aus 60-Ampere-Regler, kraftvollem Brushless-Außenläufer sowie passender Klappluftschraube und Aluminium-Spinner. Zusätzlich werden insgesamt noch sechs Servos zur Ansteuerung der Ruder und Klappen benötigt. Als Antriebsakku empfiehlt der Hersteller einen 4S Lipo mit 3.200 mAh Kapazität.

 

Der Aufbau des Modells

Gemäß der deutschsprachigen Anleitung beginne ich den Aufbau der E-flite MYSTIQUE 2.9 mit den beiden Tragflächenhälften. Sämtliche Ruder des Modells werden durch sogenannte Vlies-Scharniere angelenkt und sind ab Hersteller bereits zum Verkleben vorbereitet. Hierfür nutze ich die Kriechfähigkeit dünnflüssigen Sekundenklebers. Bedingt durch die stolze Spannweite von fast drei Metern, müssen die Servo-Kabel der Querruder und der Wölbklappen verlängert werden. Hier kann man natürlich zu gängigen Verlängerungskabeln aus dem Zubehör greifen. Ich habe mich für das Einlöten eines Zwischenstücks entschieden. Die Vorteile: Die Kabel lassen sich deutlich einfacher durch die Fläche fädeln und die Länge der Verlängerung kann exakt bestimmt werden.

 

 

Die Servo-Schächte sind bereits ab Hersteller vorbereitet und mit Abdeckungen versehen. Nachdem ich die Anlenkungsdrähte auf die korrekte Länge eingestellt und die Servos montiert habe, setze ich die Ruderhörner in die dafür vorgesehenen Aufnahmen ein und verklebe diese mit Epoxid-Harz. Einzig die "versteckte" Anlenkung der Ruder über die Tragflächenoberseite erfordert Geschick, Fingerspitzengefühl und etwas Eigeninitiative. Zum einen lassen sich die Gabelköpfe aufgrund der kompakten Bauweise nur sehr schwer einhängen. Zum anderen steht den Rudern nicht genügend Weg zur Verfügung, da der Anlenkungsdraht an der Flächeninnenseite an steht. Durch etwas biegen der Anlenkung, lässt sich dieses Manko auf einfache Art und Weise beseitigen.

Bei den Wölbklappen ist der Aufbau ähnlich: Die Anlenkung erfolgt hier in gewohnter Art und Weise über die Flächenunterseite. Auch hier muss der Anlenkungsdraht zuerst in Form gebracht werden, um den Anforderungen maximalen Ausschlags gerecht zu werden. Schön bei den Wölbklappen: Sie bieten trotz einer Spalt optimierten Bauart noch genug Weg, um im Flug auch negativ gewölbt werden zu könne. Ideale Voraussetzungen die Vorteile des "Selig SD3021"-Profils optimal nutzen zu können.

Die Montage des Höhenleitwerks und des Seitenruders an den GFK-Rumpf ist dank exzellenter Vorarbeit des Herstellers schnell erledigt. Das Seitenruder wird mittels mehreren Stiften, die mit dem Seitenleitwerk des Rumpfes verharzt werden, in Position gebracht. Als Höhenruder kommt ein klassisch geteiltes Pendelleitwerk zum Einsatz. Die zur Ansteuerung benötigten beiden Servos findet vorne im Rumpf ihren Platz und werden mittels Stahldraht mit den Ruderhörnern beider Ruder verbunden. Die Stahldraht-Anlenkung führt durch eine Bowden-Führung im Rumpf bis vor zum Spantenbrettchen, auf dem die Servos mittels Schrauben platziert werden. Um die Neutralstellung des Pendelleitwerks zu garantieren, empfehle ich, die Bowden-Führung zu kontrollieren und gegeben falls mit Sekundenkleber im Rumpf nochmals zu sichern.

Das ist der Gipfel: Der neue BLADE Nano CP X im TestDie neue E-flite MYSTIQUE 2.9 bietet viel Flexibilität: Zum einen kann das Modell als reiner Segler mit beiliegender Rumpfnase ausgestattet werden. Zum anderen bietet HORIZON HOBBY ein wirklich kraftvolles Antriebs-Set an, welches in Bezug auf Leistung optimal auf das Modell angestimmt ist. Das Set besteht auf einem E-flite® Power 25 Außenläufer, einem E-flite 60A Pro Switch-Mode BEC brushless Regler sowie einer Klappluftschraube und einem Spinner aus poliertem Aluminium. Bevor der Motor jedoch zum Einsatz kommt, muss die Welle des Außenläufers durch die Glocke gepresst werden. Hierfür empfiehlt sich die Verwendung eines Schraubstocks sowie einer 1/4"-Nuss aus dem Werkzeugkasten.

Anschließend wird der Brushless-Außenläufer auf den Motorspant gesetzt und mittels vier Schrauben gesichert. Die Klappluftschraube kann nun auf die Motorwelle gesetzt und gekontert werden. Der 40-Millimeter-Spinner schießt anschließend den Übergang zum Rumpf akkurat ab. Der von HORIZON HOBBY empfohlene 60-Ampere-Regler ist mit ausreichender Sicherheit gut dimensioniert und im geräumigen Rumpf findet er seinen Platz unter dem Servo-Brettchen.

Um die Flächen im Sender zu programmieren, setze ich die E-flite MYSTIQUE 2.9 bereits im Hobbyraum zusammen. Fast drei Meter Spannweite sind enorm und setzen einen vorausschauenden Umgang beim Zusammenstecken der Flächen voraus. Schnell bleibt man sonst irgendwo hängen und schlägt sich somit unschöne Dellen in die sensible Fläche. Die beiden Flächenhälften werden mittels eines stabilen und völlig ausreichend dimensionierten Flächenverbinder aus Kohlefaser bis zum Rumpf zusammengeschoben. Nicht gerade innovativ, dafür als Flächensicherung völlig ausreichend, wird vom Hersteller ein Streifen Tesafilm vorgesehen, der über den Übergang von Rumpf und Tragfläche geklebt wird. Als Empfänger kommt ein SPEKTRUM AR7010 mit sieben Kanälen zum Einsatz. Die Flächen-Konfiguration an sich ist einfach und mit der modernen Software einer SPEKTRUM DX8 schnell erledigt. Gerade bei Segler-Modellen ab einer Spannweite von 2.000 Millimetern macht eine Differenzierung der Querruder durchaus Sinn. Zu empfehlen ist dabei direkt eine mechanische Differenzierung über das verdrehte Aufstecken der Servo-Arme. Trotzdem habe ich zusätzlich über den Sender weitere 25% Differenzierung mit dazu programmiert. Die Wölbklappen werden über einen 3-Stufenschalter gesteuert. Vorsichtig füge ich hier auch etwas Tiefenruder mit, um ein zu starkes Aufbäumen beim Setzen der Klappen zu verhindern.

 

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Der Schwerpunkt wird von HORIZON HOBBY mit 118 bis 122 Millimeter ab Nasenleiste und somit fast exakt in der Mitte der Tragfläche angegeben. Ein Wert dem ich erfahrungsgemäß so nicht trauen kann. Mit dem vom Hersteller empfohlenen 4-zelligen Lipo-Akku kann die Schwerpunktangabe jedenfalls nicht eingehalten werden. Der Schwerpunkt wandert gute 15 Millimeter nach vorne und pendelt sich bei rund 100 Millimeter ab Nasenleiste ein. Nachdem noch die Motorbremse programmiert und die Leichtgängigkeit der Ruder überprüft wurde, geht es zum Erstflug.

 

Ab zum Flugplatz mit dem Teil

Für den Abbau im Hobbyraum und Aufbau auf dem Modellflugplatz bedarf es nur wenige Minuten. Der 4-zellige Lipo-Akku wird angesteckt und mit Klettband im Rumpf direkt hinter dem Motor gesichert. Eine einfache, effektive und toll lackierte schwarze Abdeckung schließt den Rumpf anschließend sauber an. Mit einem sanften Stoß gegen den Wind gleitet die E-flite MYSTIQUE 2.9 ganz alleine aus der Hand. Die Luftschraube zieht dabei den Segler im Winkel von rund 45 Grad in den Himmel - ohne die Tendenz nach oben hin auszubrechen. Bereits in der ersten Kurve macht sich die Differenzierung der Querruder "bezahlt": Das Modell zeigt dadurch nur ein ganz geringes negatives Wendemoment und kann schon mit wenig Unterstützung des Seitenruders perfekt und genau geflogen werden. Korrekt getrimmt nimmt der Elektrosegler mit Vollgas die Nase leicht nach oben und steigt sauber weg. Nimmt man das Gas heraus, geht die E-flite MYSTIQUE 2.9 in einen sauberen Gleitflug über. Voraussetzung hierfür ist, dass das Höhenruder weit auf gedrückt getrimmt ist.

Das ist der Gipfel: Der neue BLADE Nano CP X im TestObwohl der erste Steigflug auf nur rund 50 Meter Höhe erfolgte, reicht diese Position aus, um ganz bequem einige Minuten zu gleiten. Hier zeigt sich die E-flite MYSTIQUE 2.9 in Verbindung mit ihrem Flächenprofil von ihrer Schokoladenseite. Von Thermik zu Thermik springt das Modell zügig ohne dabei übermäßig anstechen zu müssen. Wird der Segler jedoch deutlich zu schnell, so zeigte mein Test, dass die von HORIZON HOBBY empfohlenen Querruder-Servos schnell überfordert sind und ihre Kraft nicht mehr auf die Ruder übertragen können. Schade eigentlich, denn die Modellgröße und der stabile Kohlefaserholm machen durchaus Lust auf`s schnelle Hangfliegen. Das fällt mit diesen Querruder-Servos bei größeren Windstärken jedenfalls aus.

Nach rund 30 Minuten Flugzeit geht es zur ersten Landung: Die Nase gegen den Wind setze ich die Klappen auf die erste Stufe. Die E-flite MYSTIQUE 2.9 nimmt typisch die Nase hoch und muss leicht nachgedrückt werden, um nicht weg zusteigen. Werden die Klappen voll gesetzt, baut der Segler schnell Fahrt ab und kann so nahezu überall punktgenau gelandet werden. Nachdem die Restkapazität im Lipo-Akku gecheckt und noch etwas mehr Tiefenruder auf die Wölbklappen-Funktion gemischt wurde, geht es direkt zum nächsten Flug: Ein leichter Stoß aus der Hand heraus und der Spaß beginnt von vorne...

 

Mein Fazit

Auch wenn der Zusammenbau des E-flite MYSTIQUE 2.9 in Bezug auf die Anlenkungen der Servos in den Tragflächen zugegeben die eine oder andere Überraschung offenbarte, bin ich von Qualität der einzelnen Bauteile, ihrer Passgenauigkeit sowie den überaus beeindruckenden Flugeigenschaften des Seglers restlos begeistert. Das Antriebs-Set in Verbindung mit dem 4-zelligen Lipo-Akku passt perfekt auf das Modell und zieht die E-flite MYSTIQUE 2.9 auf respektable Ausgangshöhe für ausgedehnte Thermikflüge. HORIZON HOBBY ist mit der neuen E-flite MYSTIQUE 2.9 der Einstieg in eine neue Klasse jedenfalls mit Anhieb gelungen.

Pfeil rotDie neue E-flite MYSTIQUE 2.9 auf der Internetseite des Herstellers anschauen

 

 

Technische Daten:

• Spannweite: 2.900 mm
• Länge: 1.480 mm
• Tragflächeninhalt: 66,54 dm²
• Gewicht: ca. 2.350 g
• Flächenprofil: Seliger SD3021

 

Verbaute RC-Komponenten:

• Servos: 2x SPEKTRUM A4020
• Servos: 4x SPEKTRUM A7030
• Antrieb: E-flite Power 25 Außenläufer
• Regler: E-flite 60A Pro Switch-Mode BEC
• Empfänger: SPEKTRUM AR7010 7-Kanal
• Akku: 4S 3.200 mAh Kapazität

 

 

 

 

 

Gut

• Sehr hochwertige Verarbeitung aller Bauteile
• Ausgesprochen gute Flugeigenschaften
• Idealer Thermik-Segler
• Abgestimmtes Antriebs-Set

 

Weniger gut

• Anlenkungen der Ruder in den Flächen
• Stellkraft der Querruder-Servos teils zu schwach

 

Kontaktdaten des Herstellers:

Horizon Hobby GmbH
Christian-Junge-Str. 1
25337 Elmshorn
Telefon: 04121/2655-0
Email: info@horizonhobby.de
Internet: http://www.horizonhobby.de

 

 

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