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Test: F6F Hellcat Modellsport Schweighofer / FMS

von Marcus Frohberg vom 24. März 2011
Artikel-ID: 20110324-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Warbirds stehen nach wie vor ganz oben auf der Liste beliebtester Modelle. Die Grumman F6F Hellcat gehört dabei zu den selteren Warbirds und wird oft mit der Wildcat verwechselt. Sie ist eines von zahlreichen FMS-Modellen, die Online-Versender Modellsport-Schweighofer seit kurzer Zeit in sein Programm aufgenommen hat. Marcus Frohberg hat sich den Tiefdecker bestellt und das Modell auf Herz und Nieren getestet.

 

Test: F76F Hellcat von Schweighofer / FMS

Modellsport Schweighofer liefert seine F6F Hellcat als ARF-Set aus. Der Vorfertigungsgrad des Modells ist dabei sehr hoch, der Lieferumfang komplett. Alle Servos sind eingebaut, der bürstenlose Antrieb ist bereits an den 30A Regler angeschlossen. Neben einem 3S Lipo-Akku und passendem 12V-Lader, findet man im Lieferumfang eine Bauanleitung, einen Kleinteilesatz mit Schraubendreher, sowie eine Tube Kleber.

Alle Teile sind sauber verarbeitet, die "Lackierung" ist ordentlich auf Rumpf und Tragfläche aufgebracht. Das Dekor besteht aus sogenannten Wasser-Aufklebern. Diese sind ebenfalls bereits auf Rumpf und Tragfläche aufgebracht. Alle EPO-Bauteile wie Rumpf, Tragflächen und Höhenleitwerk sind einzeln nochmals in Folie eingeschweißt und so bestens vor Beschädigungen geschützt. Nett: Im Cockpit sitzt bereits ein Pilot.

 

 

Wusstest du, dass...

• ...die Grumman F6F ein Trägerjagdflugzeug war?
• ...neben der USA auch Großbritannien, Argentinien und Frankreich die Maschine im Einsatz hatten?
• ...die F6F über 4.400mal gebaut wurde?
• ...das Original mit sechs Maschinengewehren (12,7mm) ausgestattet war?

 

Die Hellcat ist mit Gummibereifung ausgestattet

Ausgepackt machen Rumpf und Tragfläche nicht nur einen hochwertigen Eindruck. Das EPO ist stabil und wird ausgedehnten Luftkämpfen durchaus Stand halten. Die Querruder-Servos sind eingebaut, die Verkabelungen sauber verlegt. Auch die Rudermaschinen für Seiten- und Höhenruder wurden vom Hersteller bereits im Rumpf verbaut. Alle Servo-Kabel sind auf Steckerseite mit der richtigen Kanalzuteilung beschriftet. Der Anschluss für den Lipo-Akku verfügt über den gängigen und im Modellbau weit verbreiteten G4-Stecker (4mm mit Goldauflage).

Test: F76F Hellcat von Schweighofer / FMSTrotz einigen Einzelteilen geht der Zusammenbau relativ schnell von statten. Schade ist, dass Schweighofer lediglich eine englische Bauanleitung seinem Modell beilegt. Diese ist war schön und ausreichend bebildert, in deutscher Sprache würde der Zusammenbau jedoch gleich doppelt so viel Spass machen.

Im Original verfügt die Hellcat über ein Einziehfahrwerk. Der Nachbau ist mit einem starren Fahrwerk ausgestattet, welches unter der Tragfläche montiert wird. Dafür wird der Federstahl des Fahrwerks seitlich eingeschoben und mit einem Kunststoffklipp verriegelt. Das Hauptfahrwerk ist mit Gummirädern ausgestattet. Dieses Feature verleiht dem Modell nicht nur einen realistischen Eindruck am Boden. Gegenüber Moosgummi-Bereifung, verformen sich Gummiräder auch bei längeren Standzeiten nicht.

Wie das Original, ist auch Schweighofers Hellcat mit einem Spornrad ausgestattet. Dieses wird direkt über das Seitenruder angesteuert. Die Montage ist auch hier kein Hexenwerk: Spronrad einstecken, Schraube durchschieben, anziehen - erledigt

Die Tragfläche erhält die nötige Festigkeit durch ein Carbonrohr, welches durch den Rumpf in die Tragflächenhäften geschoben wird. Die Servokabel der Querruder werden bei der Flächenmontage links und rechts in den Rumpf gefädelt, danach können die Tragflächenhälften eingesteckt werden. Diese werden saugend vom Rumpf aufgenommen - da wackelt nichts. Wer möchte, kann mit Epoxi auf Nummer sicher gehen und zusätzlich die Tragflächen mit dem Rumpf verkleben. Eine Demontage ist anschließend natürlich nicht mehr möglich. Bei einer Spannweite von 1.100 Millimetern sollte man also den Transport zum Flugplatz vor dem Verkleben mit einkalkulieren.

Test: F76F Hellcat von Schweighofer / FMSDas Höhenleitwerk der Hellcat ist zweigeteilt und wird mittels einem Zwischenstück aus Kunststoff und etwas Kleber verbunden. Modellsport Schweighofer legt dafür eine Tube Kleber mit bei. Wer kann und hat, dem empfehle ich Epoxi zu verwenden. Zu erst wird die rechte Seite des Leitwerks trocken - also ohne Kleber in den Rumpf geschoben, anschließend die linke Leitwerksseite. Wenn alles passt, dann die linke Hälfte mit dem im Lieferumfang enthaltenen Kleber oder eben mit Epoxi einkleben. Anschließend wird das Ruderhorn mit zwei Schrauben und einer Gegenplatte am Höhenruder verschraubt. Dieser Arbeitsschritt ist übrigens auch für das Seiten- und die beiden Querruder notwendig.

Das Original verfügte über insgesamt 6 Maschinengewehre mit jeweils 400 Schuss. Das Modell von Schweighofer kann nicht schießen, verfügt aber über Attrappen aus Kunststoff, welche in die Tragflächen geklebt werden. Wer möchte, kann auf der Rumpfunterseite noch die Tankattrappe einkleben. Man sollte sich jedoch darüber bewusst sein, dass die eine oder andere unsanfte Landung entweder unschöne Kratzer am Tank hinterlässt oder diesen sogar abreißt. Meine Empfehlung daher: Die ersten Flüge einfach ohne Tankattrappe durchführen.

 

Die Optik des Modells ist Hammer!

Bevor die Gestänge an die Ruder montiert werden, müssen alle Servos auf Mittelposition gestellt werden. Dazu wird der Hellcat kurz Leben eingehaucht. Dank Kanalkennzeichnung auf den Servokabeln, können diese direkt in den Empfänger eingesteckt werden. Die Gestänge werden anschließend auf Servo- und Ruderseite jeweils eingeklickt - fertig!

Test: F76F Hellcat von Schweighofer / FMSKleine gelbe Aufkleber im Lieferumfang der Hellcat sollen auf der drehenden Luftschraube später einen Farbkreis erzeugen. Der Drei-Blattpropeller wird auf die Motorwelle gesteckt und mittels Schraube - diese dient gleichzeitig als Spinner - gesichert.

Jetzt steht das Modell praktisch abflugbereit vor mir auf dem Tisch. Obwohl die F6F Hellcat mit 1.100 Millimetern nicht wirklich zu den großen EPO-Modellen gehört, hinterlässt sie bereits jetzt einen klasse Eindruck. Die Optik ist Hammer - wann kann ich fliegen gehen?

Für den Erstflug habe ich mir einen windstillen Frühlingstag ausgesucht. Blauer Himmel, zweistellige Temperatur - ideale Voraussetzungen für den Tiefdecker. Obligatorisch ist die Überprüfung des Schwerpunkts. Dieser befindet sich laut Anleitung exakt 100 Millimeter hinter der Nasenleiste. Mit dem im Lieferumfang enthaltenen 3S-Lipo passt der Schwerpunkt perfekt. Auch obligatorisch - trotz sicherer 2,4 GHz-Übertragung - ist der Reichweitentest zwischen Modell und Funke.

Der Akku wird unterhalb des Motors in den Rumpf geschoben und der 30A-Regler quittiert die Stromzufuhr mit Piepsen. Nach kurzem Rudercheck die ersten Rollversuche auf Asphalt und Gras. Hier zeigt sich, dass die Hellcat - durchaus bedingt durch ihre Grösse - doch die Asphaltpiste bevorzugt. Durch das Spornrad und den relativ kurzen Rumpf kann das Modell fast auf der Stelle gedreht werden: Der Wendekreis beträgt gerade mal einen halben Meter.

Jetzt Luft holen und los geht`s: Mit 3/4 Gas und leicht gezogenem Höhenruder hebt die Hellcat nach guten 10 Metern ab. Die ersten Platzrunden bestätigen ein absolut unkritisches Flugverhalten. Ein Austrimmen der Ruder war nicht mehr nötig. Bei Vollgas steigt das Modell steil nach oben, anschließend in den Looping. Herrliches Flugbild. Auch die Rollrate kann sich für einen Warbird durchaus sehen lassen. Der Tiefdecker schraubt sich verhältnismäßig stilecht durch den Luftraum. Tiefe, langsame Überflüge mit der Hellcat sind eine wahre Pracht und absolut unkritisch. Mit Halbgas bewegt sich das Modell gemächlich durch den Luftraum, ohne abzuschmieren. Mit 1/4 Gas wird das Modell an die Landebahn herangeführt, aufsetzen und ausrollen lassen. Absolut stressfreies Manöver!

Nach guten 5 Minuten Flugzeit, habe ich knapp 1.356mAh nachgeladen. Wer gerne länger in der Luft bleiben möchte, kann entweder zu einem 3S-Lipo mit etwas mehr Kapazität greifen (zum Beispiel 2.200mAh) oder einen 4S Lipo einsetzen. Regler und Motor spielen auf alle Fälle mit.

 

Test: F76F Hellcat von Schweighofer / FMSMein Fazit:

Schweighofer verzichtet auf eine deutsche Übersetzung der Bauanleitung. Doch diese könnte auch auf chinesisch sein: Dank ausführlicher Bebilderung ist der Aufbau mit Leichtigkeit zu bewältigen. Nach guten zwei Stunden Arbeitseinsatz ist das Modell flugbereit. Einsteiger sollten sich - trotz gutmütigem Flugverhalten - für ihren Erstflug unbedingt einen erfahrenen Modellpiloten zur Seite nehmen. Einen kleinen Minuspunkt gibt es für den beiliegenden 12V-Lader: 2,5 Stunden Ladezeit für 1.800mAh sind einfach viel zu lang. Mit meinem Lader konnte ich sogar noch 152mAh nachladen.

Modellpiloten müssen rund 149 Euro im Online-Shop von Modellsport Schweighofer für ihre F6F Hellcat von FMS investieren. In meinen Augen gut angelegtes Geld: Das Flugbild ist hervorragend. Besonders langsame, tiefe Überflüge führen zu Dauergrinsen. Nicht nur bei mir - auch bei allen anderen Kollegen auf dem Flugplatz.

 

Über den Autor:

Marcus Frohberg ist Jahrgang 1972 und betreibt Modellflug seit ca. 9 Jahren. Neben verschiedenen Flächenmodellen fliegt Marcus auch Helis. Hier setzt er auf Produkte von robbe/ALIGN. Neben einem 600er und 500er T-Rex nennt er auch einen 250er sein Eigen. Marcus ist verheiratet und verbringt (trotzdem) viel Zeit in seinen Hobbyraum.

 

Gut

• Sagenhaftes Flugbild
• Hoher Vorfertigungsgrad
• Bis auf Sender/Empfänger alles im Baukasten enthalten

Weniger gut

• Beiliegendes Ladegerät zu wenig Leistung
• Keine deutschsprachig Anleitung

 

Bezug über:

Modellsport Schweighofer
Internet: http://www.der-schweighofer.at
Artikelnummer: 88669
Preis: 149,90 Euro

 

Technische Daten:

• Spannweite: 1.100mm
• Rumpflänge: 880mm
• Rumpf und Tragflächen aus EPO
• Abfluggewicht mit Akku: 869g
• Steuerung über Quer-, Seiten und Höhenruder, Gas

 

Lieferumfang:

• Modell als Bausatz
• Servos, Motor und Regler bereits eingebaut
• Kleber
• Bedienungsanleitung

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.5 (17 Bewertungen)

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