homeFACHMAGAZINTest: FMS Spitfire Modellsport Schweighofer

Fachmagazin

Test: FMS Spitfire Modellsport Schweighofer

von Markus Kocher vom 4. April 2011
Artikel-ID: 20110404-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Keine drei Jahre ist es her, als Schaummodelle von gestandenen Modellpiloten noch belächelt wurden. Zu Recht: Die Modelle waren meist einfacher Bauart. Segler oder einfache Trainermodelle waren die Regel. Schnee von gestern. Mittlerweile hat sich einiges getan. Die Modelle wurden nicht nur größer, auch die Fertigungstechniken und somit die Qualität haben sich deutlich verbessert.

Spitfire von Modellsport SchweighoferEin gutes Beispiel dafür ist die Spitfire von Modellsport Schweighofer in der ARF-Version. Mit einer stattlichen Spannweite von 1.400 Millimetern und einer Gesamtlänge von fast 1.200 Millimetern hinterlässt das Modell auf dem Flugplatz ordentlich Eindruck und überzeugt so manchen Skeptiker.

Bevor man jedoch auf dem Flugplatz mit dem Warbird punkten kann, bedarf es einer guten Stunde Aufwand, um das Modell flugbereit aufzubauen. Dabei macht es einem der Hersteller super einfach, denn alles was zum Antrieb des Modells und Ansteuerung der Ruder benötigt wird, ist eingebaut und teils angeschlossen.

 

 

Wusstest du, dass...

...Spitfire wörtlich übersetzt "Feuerspucker" und im übertragenen Sinn "Hitzkopf" bedeutet?
...mehr als 20.000 Stück gebaut wurden?
...auch Deutschland während des 2. Weltkriegs notgelandete "Spits" nach Instandsetzung in Gebrauch hatte?

 

Die "Spit" überzeugt mit üppiger Ausstattung

Der Lieferumfang ist daher überschaubar. Rumpf, Tragflächen, Seiten- und Höhenleitwerk sind aus EPO geschäumt und einzeln in Folie verpackt. Die klassische Tarnlackierung ist auf die Oberfläche aufgesprüht, das Dekor ist sauber aufgebracht. Die passenden Ruderhörner für Querruder, Höhen- und Seitenruder liegen direkt am entsprechenden Bauteil mit bei und werden jeweils mittels zweier Schrauben befestigt. Oft üblich bei ARF-Modellen: Der passende Antriebsakku liegt selten mit bei. Anderst bei der Spitfire von Schweighofer. Der Hersteller legt einen 4S Lipo mit 2.200 mAh mit in die Verpackung. Die Bau- und Bedienungsanleitung steht ausschließlich in englischer Sprache zur Verfügung. In Anbetracht der üppigen Komplettausstattung des ARF-Sets mit Lipo-Akku und hohem Vorfertigungsgrad, kann man sicherlich ein Auge zudrücken. Trotzdem wäre eine deutschsprachige Anleitung für den deutschsprachigen Markt sicherlich kein großer Mehraufwand für Schweighofer. Immerhin bezahlen wir auch mit Euro und nicht mit chinesischem Yuan.

Der starke Brushless-Antrieb sitzt unter einer lackierten Motorhaube aus KunststoffDer starke Brushless-Antrieb sitzt unter einer lackierten Motorhaube aus Kunststoff und ist mittels Alu-Motorträger an den Rumpf geschraubt. Der 50A-Regler ist an den Motor angeschlossen und verfügt bereits über G4-Stecker. Insgesamt fünf Servos sind im Modell verbaut. Zwei für die Querruder, eines für die Höhe und zwei für das Seitenruder, wobei eines davon das stabile Spornrad am Heck anlenkt. Die Servos für die Querruder und die beiden Servos für das Seitenleitwerk/Spornrad werden mit einem Y-Kabel verbunden.

Um alle Funktionen des Modells nutzen zu können, bedarf es mindestens über 5 Kanäle. Das Einziehfahrwerk wird mittels Motor und Spindel bedient und fährt zuverlässig aus und ein. Durch die hochwertige Gummibereifung am Hauptfahrwerk sind auch Starts auf Gras durchaus möglich. Der Hersteller hat sich beim Aufbau des Fahrwerks Mühe gegeben und den Fahrwerksbeinen einen Hauch Scaleoptik verpasst. Rechtes und linkes Fahrwerksbein werden mittels Y-Kabel an einen Empfänger-Kanal angeschlossen.

 

Servo-Stecker sind mit Kanalbelegung gekennzeichnet

Bevor Höhen- und Seitenleitwerke mit dem Rumpf befestigt werden, sollten unbedingt zuvor die Ruderhörner verschraubt werden. Das Höhenleitwerk wird auf das Heck aufgesetzt, danach das Seitenleitwerk. Mittels einer langen Schraube werden Rumpf, Höhenleitwerk und Seitenleitwerk von unten miteinander verschraubt. Mein Tipp: Etwas Epoxi zwischen die Bauteile erhöht die Festigkeit deutlich.

Servo-Stecker sind mit Kanalbelegung gekennzeichnetDie Tragfläche ist zweigeteilt und wird einfach rechts und links in den Rumpf gesteckt. Ein zuvor eingeführtes CFK-Rohr sorgt für die nötige Steifigkeit. Die Servokabeln von Querruder und Einziehfahrwerk können bequem über eine dafür vorgesehene Öffnung in den Rumpf eingefädelt werden. Die Tragflächen selbst werden auf jeder Unterseite mittels zweier kleiner Schrauben mit dem CFK-Stab geklemmt. So sitzen diese eigentlich sehr sicher. Wer der Verschraubung nicht traut und den nötigen Platz im Auto hat, kann die Tragflächenhälften gerne auch mit Epoxi am Rumpf verkleben.

Alle Servoskabel laufen zentral im Rumpfinneren zusammen. Die Stecker sind vorbildlich bereits mit der entsprechenden Kanalbelegung versehen. Nutzt man zum Beispiel robbe/FUTABA, kann die Steckerbelegung 1:1 übernommen werden. Das Cockpit wird mittels Magneten gehalten, unter der durchsichtigen Kunststoffhaube hat ab Werk bereits ein Pilot Platz genommen. Das ist nicht nur nett, sondern das "Quäntchen Mehr" im Vergleich zu anderen Modellen.

Der Dreiblatt-Propeller kann mit gelben Klebepads bestückt werden. Sie sollen bei Betrieb eine Kreisform darstellen, fallen jedoch nur bei Stillstand so richtig auf. Die Propellereinheit ist schnell montiert und der Spinner liegt im Lieferumfang mit bei, macht jedoch auf Grund der Farbwahl rein optisch eher einen billigen Eindruck. Wuchtig sind die MG-Attrappen aus Kunststoff an den Tragflächen. Diese werden mit Epoxi in das EPO geklebt, ebenso die Antenne auf der Rumpfoberseite hinter dem Cockpit. Wer möchte kann die mausgrauen MG-Attrappen noch schwarz bemalen und so der Spitfire noch mehr "Leben" einhauchen.

 

Die Angabe zum Schwerpunkt kann 1:1 übernommen werden

Der erste Funktions-Check im Hobbyraum überrascht: Der Motor mit seiner Dreiblatt-Schraube entfaltet wahnsinnige Kräfte. Die Ruder arbeiten alle samt absolut spielfrei. Beindruckend ist das Einziehfahrwerk. Nicht nur die Grösse, auch die Funktionsweise mittels Motor und Spindel lässt mein Modellbauer-Herz schneller schlagen. In eingefahrenem Zustand verschwinden beide Fahrwerksbeine komplett in der Unterseite der Tragfläche. Toll! Die Angabe über den Schwerpunkt aus der Anleitung kann 1:1 auf das Modell übertragen werden. Mit dem beiliegenden 4S Lipo liegt das immerhin 1,6 Kilogramm schwere Modell perfekt auf zwei Fingern.

Spitfire im LandeanflugIch weiss nicht wer den Kombi erfunden hat. Egal wer es war, ich danke ihm! Ohne die Tragflächen zu entfernen, passt die Spitfire mit ihren 1.400 Millimetern gerade so ins Auto. Mit insgesamt 5 geladenen Akkus geht es raus auf den Flugplatz: Wir haben viel vor! Die elliptische Tragflächengeometrie macht das Modell einzigartig - zumindest heute auf dem Modellflugplatz. Optisch schindet der Warbird bereits am Boden Eindruck. Akku rein, kurze Funktionsprüpfung und los gehts in den Luftraum.

Nach guten vier Metern Anlauf hebt das Modell bereits ab. Eine kurz gemähte Graspiste ist für das Einziehfahrwerk kein Problem. Der Motor ist kraftvoll und schraubt das Modell zuverlässig nach oben. Höhe und Quer austrimmen und der Tiefdecker fliegt kerzengerade. Begeisterung nicht nur bei mir. Auch die anderen Kollegen auf dem Platz sind von Flugbild und Leistung schnell überzeugt. Rollen und Loopings nimmt die Engländerin mit Leichtigkeit. Schön wenn man weiss, dass der kraftvolle Antrieb das Modell sicher aus der einen oder anderen brenzligen Situation rettet. Auch die Langsamflug-Eigenschaften sind okay. Zu langsam sollte die "Spit" jedoch nicht werden, dann schmiert sie ab.

Gigantisch sind tiefe Überflüge - wenn man den kleinen Piloten im Cockpit erkennen kann. Ein "Oh" und ein "Ah" durch die Kollegen auf dem Flugplatz sind eine nette Bestätigung für das EPO-Modell. Nach ca. 6 bis 7 Minuten sollte dann zum Landeanflug angesetzt werden. Schon das Ausfahren des Fahrwerks beim letzten Überflug ist eine "Zermonie", die wieder die Kollegen begeistert. Dafür gibt es eigentlich nur zwei Worte: "Einfach geil!". Die Landung ist unkritisch: Mit Halbgas heranführen, aufsetzten lassen - fertig.

 

Spitfire    Spitfire

Die Leistung, die der Motor zur Verfügung stellt, ist gigantisch. Im Versuch das Modell aus der Hand zu starten, konnte ich es mir nicht verkneifen, die Spitfire senkrecht aus der Hand nach oben los zu lassen. Kaum zu glauben, das funktioniert! Das Modell steigt ohne Kompromisse nach oben.

 

Mein Fazit:

Modelle in klassischer Holzbauweise haben ihre Vorteile. Wer heute jedoch geschäumte Modelle belächelt, sollte sich unbedingt die Spitfire von Modellsport Schweighofer anschauen. Nicht nur, dass sich so mancher Hersteller in Sachen Lieferumfang eine Scheibe abschneiden kann. Mich überzeugte vor allen Dingen der kraftvolle Brushless-Antrieb. Für manchen Modellbauer wäre eine deutsche Bedienungsanleitung sicherlich hilfreich. Doch hoher Vorfertigungsgrad, saubere Verarbeitung aller Teile und sexy Preis überzeugen. Wer also auf der Suche nach einem Warbird mit "ordentlich" Spannweite und gutem Preis/Leistungsverhältnis ist, sollte sich die Spitfire von Modellsport Schweighofer unbedingt näher ansehen.

 

Technische Daten:

• Bausatz: ARF
• Spannweite: ca. 1.400 mm
• Länge: ca. 1.140 mm
• Gewicht: ca. 1.600 g
• RC-Funktionen: Quer, Höhe, Seite, Motor & EZFW
• Motor: Brushless Außenläufer 520kV (eingebaut)
• Regler: 50 Ampere (eingebaut)
• Servos: 5x (eingebaut)
• Akku: 4S Lipo 2.200mAh (Lieferumfang)
• Besonderheiten: Elektrisches Einziehfahrwerk
 

 

 

Gut

• Kraftvoller Brushless-Antrieb
• Akku im Lieferumfang enthalten
• Hochwertige Verarbeitung

Weniger gut

• Keine deutschsprachige Anleitung
 

Wo kaufen?

Bezug: Modellsport Schweighofer
Internet: Spitfire im Onlineshop
Preis: 259,90 Euro

 

Kontaktdaten des Herstellers:

Modellsport Schweighofer
Wirtschaftspark 9
A-8530 Deutschlandsberg Österreich
Telefon: +433462/254119
Internet: http://www.der-schweighofer.com

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.1 (24 Bewertungen)

Aktuelle Kleinanzeigen

Das könnte dich interessieren:

6-Richtige – Test der neuen Spektrum DX6 G2 von Horizon Hobby

Mit der neuen Spektrum DX6 G2 erweitert Horizon Hobby sein Senderprogram der Sendern  Sprachausgabe nach unten erweitert. Die neue Generation der DX6 verfügt über 6 Kanäle und über fast alle Funktionen der DX9 bzw. DX18. Ein wirklich unglaublich leistungsstarkes Paket zu enorm günstigem Preis ist Grund genug für uns den Sender ganz genau zu testen.

Jetzt diesen Test lesen ->

Wir sind Modellflug

Erlebe den RC-Modellflug mit RC-MODELLSCOUT.DE

Erlebe den RC Modellflug mit RC-MODELLSCOUT.DE. Wir sind Deutschlands größtes Online-Magazin und berichten täglich mit News-Meldungen, Testberichten und tollen Videos über den RC Modellflug. Zudem bieten wir erfahrenen Modellpiloten interessante Beiträge rund um Technik und geben Einsteigern wertvolle Tipps um schnell im RC Modellflug erfolgreich zu werden.

Auf RC-MODELLSCOUT.DE findest du Beiträge über Horizon Hobby, robbe Modellsport, MUltiplex, Graupner, Kyosho, Hype und vielen weiteren führenden Herstellern aus dem RC Modellflug.