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Test: FPVraptor EX als 2-Meter-Version von MODELLSPORT SCHWEIGHOFER

von Simon Greis vom 27. Oktober 2011
Artikel-ID: 20111027-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Klassische Segelflugmodelle eignen sich oft nur bedingt zum Einsatz als FPV-Modell. Meist ist die Luftschraube im Weg, der Laderaum zu klein oder die Standard-Antriebskomponenten sind alles andere als üppig ausgelegt. Mit dem FPVraptor von MODELLSPORT SCHWEIGHOFER soll vieles besser werden. Simon Greis hat die 2-Meter-Version des Seglers - den FPVraptor EX - getestet.

 

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Test: FPVraptor EX als 2-Meter-Version von MODELLSPORT SCHWEIGHOFERDen FPVraptor bietet MODELLSPORT SCHWEIGHOFER (http://www.der-schweighofer.com) in zwei unterschiedlichen Versionen an. Die günstigere Version von beiden hat eine Spannweite von 1.600 Millimetern, die nur um wenige Euro teurere 2-Meter-Variante überzeugt zusätzlichen durch bereits ab Hersteller angelenkte Landeklappen. Rumpf, Vorfertigungsgrad und RC-Ausstattung sind bei beiden Versionen identisch.

Der Segler wird vom Hersteller als ARF-Bausatz ausgeliefert. Was ich aus der Verpackung entnehme, ist im Großen und Ganzen gut verarbeitet. Der Vorfertigungsgrad ist hoch, trotzdem ist etwas Zeit und Geschick notwendig das Flugmodell fertig zu stellen.

Für die gesamte Montage des Motorseglers wird übrigens kein einziger Tropfen Kleber benötigt - entweder wird gesteckt oder es wird geschraubt. In einem Beutel mit einigen Kleinteilen, darunter auch die Luftschraube und der Spinner, finde ich unzählige Schrauben aller Größen. Die Bau- und Bedienungsanleitung des FPVraptors ist umfangreich, bietet aber einige Stolperfallen: Zum einen steht eine deutsche Übersetzung nicht zur Verfügung, zum anderen werden für die einzelnen Montageschritte die zum Einsatz kommenden Schrauben nicht definiert. Somit bleibt mir zum Schluss nur das Abzählen der Schrauben und die Montage auf "Gut Glück".

Entgegen eigentlich allen gängigen Modellen auf dem Markt, besteht der Rumpf des FPVraptor nicht aus EPO, sondern aus Kunststoff. Dieser ist im Tiefziehverfahren gefertigt und besteht aus zwei Hälften, die bereits vom Hersteller perfekt zusammengefügt sind. Ein Rumpf aus Kunststoff hat seine Vorteile, aber auch einige Nachteile. Doch dazu später mehr. Tragflächen und Leitwerke, sowie der obere Rumpfdeckel sind klassisch aus EPO geschäumt. Die Tragflächen selbst sind zweigeteilt und werden mit einem realtiv kurzen CFK-Rohr und einer Leiste aus Sperrholz mittels vier Schrauben zusammengefügt. Die Passform der beiden Tragflächen zueinander ist gerade noch so akzeptabel, für die Anforderungen an das Modell wird es reichen.

 

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Die Servos für das Seiten- und das Höhenruder sind im Rumpf auf einer Trägerplatte aus Holz ab Hersteller montiert, ebenso befinden sich alle vier Flächenservos bereits an ihrem Arbeitsplatz. Zwei Bowdenzüge aus Draht verlaufen zum Heck des Modells und die Ruderanlenkungen sind aufgeschraubt. Bei allen Rudern, sowohl an den Leitwerken wie an den Tragflächen, müssen die Ruderhörner montiert werden. Auch dafür liegen unzähliche Schrauben, die Ruderhörner und die Gegenplatten mit bei.

Test: FPVraptor EX als 2-Meter-Version von MODELLSPORT SCHWEIGHOFERDie gesamte Montage der Leitwerke geht relativ fix. Mittels Schrauben wird zuerst das Höhenleitwerk, anschließend das Seitenleitwerk mit dem Rumpf verschraubt. Etwas mehr Aufwand bringt da schon die Vorbereitung der Tragfläche mit sich. Wie bereits beschrieben, ist diese zweigeteilt und wird mit einer Leiste aus Sperrholz und vier Schrauben verbunden. Die Servos sind mit dem EPP verklebt, die Zuleitungen liegen in einem Kanal auf der Unterseite der Fläche. Transparentes Klebeband hält die Servokabel an Ort und Stelle und schützt sie zudem vor Beschädigung. Sind auch hier die Ruderhörner an den Rudern angebracht, können die Gestänge eingehängt werden. Leider sind alle Gabelköpfe viel zu klein bzw. die Löcher an den Ruderhörnern zu gross. Zwei Millimeter Spiel an allen Rudern ist das Resultat, was beim Fliegen jedoch nicht wesentlich ins Gewicht fällt. Mittels vier Schrauben wird anschließend die Tragfläche als eine Einheit mit dem Rumpf verschraubt. Minuspunkte verteile ich für das mühselige Aufbringen des Dekors. Der Bogen ist vorgestanzt und eigentlich sollte die Klebefolie einfach nur vom Träger abgezogen werden können, doch leider reisst diese an allen möglichen und unmöglichen Stellen. Das nervt und schnell vergeht auch mir die Lust auf das farbenfrohe Design. Mit Mühe und Not kann ich das Dekor für die Leitwerke aufbringen, bei der Tragfläche reisst dann nicht nur das Dekor, sondern auch mein Geduldsfaden. Hier muss mittels Cuttermesser nachgearbeitet werden!

Der als Pusher montierte Brushless-Motor ist an den 30-A-Regler bereits angeschlossen, lediglich die Luftschraube wird mit Mitnehmer und Spinner montiert. Um alle Funktionen des FPVraptor nutzen zu können, ist ein Sender mit mindestens 5 Kanälen notwendig. Die beiden Y-Kabel für Querruder und Landeklappen liegen im Lieferumfang mit bei. Da ich den FPVraptor später tatsächlich als FPV-Modell mit 2,4-GHz-Video-Übertragung nutzen möchte, statte ich das Modell bereits jetzt schon mit einem klassischen 35-MHz-Empfänger aus.

Innovativ sind die Möglichkeiten, die das Modell tatsächlich als Trägersystem für den FPV-Flug bietet. Die schwarze Kabinenhaube ist nichts anderes als eine einfache Abdeckung. Wird diese entfernt, befindet sich darunter eine weitere Plattform, auf die ganz bequem Kamera und FPV-Sendeeinheit montiert werden können. Der Rumpf darunter bietet ausreichend Platz für einen 3S Lipo mit bis zu 3.000 mAh sowie für einen extra Akku für das FPV-Equipment.

Test: FPVraptor EX als 2-Meter-Version von MODELLSPORT SCHWEIGHOFERDie Flugeigenschaften sind als gutmütig zu bezeichnen. Dank durchaus kraftvollem Antriebsset, gewinnt der FPVrator ziemlich schnell an Höhe. Im Kurvenflug muss das Seitenruder die Querruder-Funktion deutlich unterstützen oder die Querruder müssen nachträglich differenziert werden.

Selbst mit 1.400 Gramm Gesamtgewicht steigt der Motorsegler noch mit beachtlicher Geschwindigkeit und hält rasanten Figuren und übertriebene Abfangmanöver stand. Ein Hoch auf die stabilen Tragflächen! 1.600 Gramm Gesamtgewicht bringt das Modell letztendlich doch an seine Belastungsgrenze. Zwar ist auch hier der FPVraptor weiterhin voll steuerbar, das Antriebsset hat aber jetzt richtig zu kämpfen und der Gleitwinkel mit abgestelltem Motor wird deutlich schlechter. Wer das Modell in einem sauberen Sinkflug landen möchte, wird die Landeklappen lieben. Dieses Feature bringt den FPVraptor, ohne die Geschwindigkeit zu erhöhen, sicher und punktgenau zurück auf den Platz. Mit einem 3S Lipo 2.500 mAh werden - natürlich in Abhängigkeit des Flugstils - Flugzeiten von bis zu 30 Minuten erreicht. Ideale Voraussetzung also für ausgiebige FPV-Flüge in beachtlicher Höhe. Noch ein paar Worte zum Kunststoff-Rumpf des Modells: Die Idee ist nicht neu. Viele Hersteller hatten oder haben noch Modelle mit Kunststoff-Rumpf im Programm. Aufgrund seiner Stabilität wurden die Rümpfe damals geliebt. Kleben war bei Beschädigung jedoch nicht möglich, aber Wasserdampf oder Heißluft retteten so manch gestauchten Rumpf.

 

Mein Fazit

Der FPVraptor von MODELLSPORT SCHWEIGHOFER deckt aufgrund seiner Bauart, seinen Flugeigenschaften und seiner durchaus üppigen Ausstattung ein ziemlich breites Feld an Anforderungen ab. Um mit diesem Modell Spass zu haben, muss man nicht FPV fliegen. Wer sich aber überlegt, mit dieser Sparte des Modellflugs zu beginnen, findet im FPVraptor einen idealen Partner. Preis und Leistung sind ausgesprochen gut. Minuspunkte gibt es lediglich für das Dekor, welches mich fast zum Nervenzusammenbruch brachte und für die englischsprachige Bedienungsanleitung. Fliegerisch jedoch ist der FPVrator jedenfalls wärmstens zu empfehlen!

 

Technische Daten:

• Spannweite: 1.600 mm
• Länge: 1.044 mm
• Gewicht: 950 g
• Rumpf: EPO/Kunststoff
• Fläche: EPO
• RC-Funktionen: Quer, Höhe, Seite & Motor
• Zusatzfunktionen: Landeklappen
• Motor: BL 2812/1400KV
• Regler: BL 30A
• Servos: 6x 9 Gramm

 

Wo kaufen?

MODELLSPORT SCHWEIGHOFER
Preis für 1.600er-Version: 119,99 Euro
Preis für 2.000er-Version: 149,99 Euro

Link: Online-Shop MODELLSPORT SCHWEIGHOFER

 

 

 

Gut

• Günstiger Preis
• Gute Flugeigenschaften
• Ideal als FPV-Modell
• Leistungsfähiges Antriebsset


Weniger gut

• Anleitung auf Englisch
• Dekor muss nachträglich ausgeschnitten werden

 

Kontaktdaten des Herstellers:

Modellsport Schweighofer GmbH
Wirtschaftspark 9
8530 Deutschlandsberg
Tel. +43/3462/25 41-100
Fax +43/3462/25 41-312
Email: info@der-schweighofer.at
Internet: http://www.der-schweighofer.at

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 3.8 (13 Bewertungen)

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