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Test: GAUI X5 3D Flybarless im Vertrieb von Conrad Electronic überzeugt durch Qualität und Leistung

von Simon Greis vom 21. März 2012
Artikel-ID: 20120321-FM-01 Rubrik: Helikopter

GAUI hat sich über die letzten Jahre durch gute und innovative RC-Hubschrauber einen hervorragenden Namen in der Szene machen können. Zum wirklichen Durchbruch hat es der taiwanesische Hersteller auf dem deutschsprachigen Markt jedoch bis dato nicht geschafft, was mit unter sicherlich auch am bisherigen Importeur lag. Mit CONRAD Electronic als Exklusivpartner für die gesamte X-Reihe soll nun vieles besser werden.  Wir haben die Flybarless-Version des GAUI X5 in der umfangreichen Combo-Ausstattung bestellt und getestet.


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Der GAUI X5 3D in der Flybarless-Version wird von CONRAD Electronic (http://www.conrad.de) in zwei unterschiedlichen Varianten angeboten. Für den reinen Bausatz ohne RC-Komponenten sind knapp 557 Euro, für die Combo-Version sind 749 Euro auf das Konto von CONRAD Electronic zu überweisen. Bestes Preis/Leistungsverhältnis bietet also die Combo-Ausstattung, denn hier liegen vier doppelt kugelgelagerte Servos (3x GAUI GS-501 & 1x GS-502), ein 100 Ampere-Flugregler mit 4 Ampere starkem BEC sowie ein kraftvoller Brushlessmotor des Herstellers SCORPION mit bei. Einzig das Flybarless-System ist optional zu kaufen.

 

Test: GAUI X5 3D Flybarless im Vertrieb von Conrad Electronic überzeugt durch Qualität und Leistung Hochwertige Qualität

Beim Öffnen des Bausatzes fällt natürlich sofort die überaus hohe Qualität der einzelnen Komponenten auf. Die Baugruppen selbst sind separat in einzelnen Kartons verpackt und zum grössten Teil sogar durch den Hersteller vormontiert. Viel Aluminium und viel Carbon – das alles in einer erstklassigen Qualität und Verarbeitung, macht Lust auf mehr.

Die umfangreiche und sehr detaillierte Bauanleitung liegt in gedruckter Version dem Bausatz leider nur in englischer Sprache bei. Eine deutsche Version sowie eine umfangreiche Ersatzteiliste finde ich auf einer beiliegenden CD-Rom.  Für den Zusammenbau wird neben so typischem Werkzeug wie hochwertige Innensechskantschlüssel in unterschiedlichen Schlüsselgrössen, auch verschieden grosse Schraubendreher, Kombizangen und natürlich mittelfeste Schraubensicherung benötigt. GAUI präsentiert mit der Konstruktion seines X5 sicherlich keine revolutionäre Erneuerungen. Viel mehr  baut der Hersteller auf vielfach bewährtes und setzt dies geschickt und hochwertig um. Der Aufbau des Hubschraubers ist dank umfangreicher Explosionszeichnungen selbsterklärend und sogar mit der englischsprachigen Anleitung kommt sicherlich jeder erfahrene Modellpilot schnell zu recht.  Begonnen wird der Aufbau mit dem CFK-Chassis, das zum Wesentlichen aus zwei 1,5 Millimeter starken und akurat verarbeiteten Seitenplatten besteht. Sämtliche Aluminium-Frästeile die in das Chassis eingebaut werden, überzeugen durch eine perfekte und sehr genaue Verarbeitung. Scharfe Kanten sucht man selbst an den Carbon-Seitenplatten vergebens. Teilweise sind bereits einzelne Teilgruppen vormontiert und machen so den Aufbau zu einem kurzweiligen und überschaubaren Vergnügen. Trotzdem empfehle ich dringend alle vormontierten Baugruppen zu überprüfen. Nicht selten wird hier mit Schraubensicherung gespart oder ganz darauf verzichtet.

Das Landegestell des GAUI X5 ist aus einem zähen Kunststoff gefertigt und bietet damit genügend Stabilität auch bei etwas härteren Landungen. Es wird getrennt als eine Einheit mit einer Bodenplatte aus CFK vormontiert und an das Chassis verschraubt, anschließend wird bereits die Hauptrotorwelle eingesteckt und mit dem vormontierten Hauptzahnrad gesichert. Dieses ist, wie bei vielen Hubschraubern dieser Grösse bereits mit einem integrierten Freilauf ausgestattet, gerade verzahnt und verfügt über insgesamt 120 Zähne. Über die beiden Aluminium-Lagerböcke werden auftretende Kräfte zuverlässig in das Chassis eingeleitet. Das zusammengebaute CFK-Chassis überzeugt übrigens durch seine extreme Steifigkeit und misst eine Breite von nur 21,5 Millimetern.

Nun beschreibt die Anleitung in wenigen Schritten die Montage der beiliegenden Servos. Auch hier passt alles einwandfrei, lediglich die beiliegenden Abtriebshebel der Servos mussten von mir in Bezug auf ihre Stärke leicht mit einem Schmirgelpapier nach bearbeitet werden. Der Grund: Die beiliegenden Schrauben zur Montage der Kugelköpfe sind leider um wenige Zehntelmillimeter zu kurz.

Bereits jetzt kann die Taumelscheibe auf die Hauptrotorwelle aufgeschoben und der Rotorkopf montiert werden. Auch hier glänzt der GAUI X5 durch hervorragende Passform und qualitativ hochwertiger Verarbeitung aller Teile. Als Taumelscheiben-Mitnehmer hat sich der Hersteller bei seinem X5 für das klassische System entschieden, wie es auch bei Modellen von vielen anderen Herstellern bereits zum Einsatz kommt. Der gesamte Rotorkopf ist direkt vom Hersteller vormontiert und mit harten Dämpfergummis – die typische Wahl für einen Flybarless-Kopf – ausgestattet. Weichere Dämpfer liegen dem Lieferumfang bei und können optional getauscht werden. Das Zentralstück ist aus einem Aluminiumblock gefräst, ebenso die Blatthalter. Lediglich die Anlenkhebel werden mit den Blatthaltern verschraubt. Optisch attraktiv ist der Mix aus schwarz eloxiertem und blank poliertem Aluminium.

 

Test: GAUI X5 3D Flybarless im Vertrieb von Conrad Electronic überzeugt durch Qualität und Leistung Kraftvoller SCORPION-Antrieb

Der starke Brushlessmotor wird mit einer Trägerplatte aus Aluminium mit vier Schrauben verschraubt und anschließend am GAUI X5 als eine Einheit montiert. Der Motor aus dem Hause SCORPION verfügt über 1.820 Watt Leistung bei 910 kV und kommt separat verpackt aus einer attraktiven Blechbox.

Der Eindruck den der Motor hinterlässt ist edel und verspricht Leistung satt. Die Montage mit der Trägerplatte im Chassis gestaltet sich einfach. Das Einstellen des Zahnflankenspiels zwischen Ritzel und Hauptzahnrad ist dagegen bauartbedingt relativ aufwändig, lässt sich aber mit etwas Fingerspitzengefühl und Geduld gut meistern.  Der Motor treibt ein zweistufiges Getriebe an: Das obenliegende Zahnrad mit 61 Zähne überträgt seine Kraft auf ein Kegelrad mit 15 Zähnen, das wiederum seine Kraft über einen vormontierten Starrantrieb im Heckrohr an den Heckrotor weitergibt. Auch hier punktet der taiwanesische Hersteller durch hochwertige Verarbeitung und hohem Vorfertigungsgrad. Die Blatthalter für die Heckrotorblätter bestehen aus Kunststoff, das komplette Heckrotorgehäuse jedoch ist aus Aluminium gefertigt und weitestgehend ab Hersteller vormontiert. Nach dem einstecken und sichern der Heckrotorwelle wird das Heckrotorgehäuse wird lediglich auf das Heckrohr gesteckt. Anschließend wird die gesamte Heckrohr-Einheit in das Chassis geschoben und mittels Klemmen gesichert. Durch den innovativen Starrantrieb wird hier kein Riemen aufgelegt und gespannt, das Zahnradspiel von 0,1 Millimetern, wie in der Anleitung von GAUI angegeben, sollte aber unbedingt eingehalten werden. Gestützt wird der Heckausleger über zwei typische Stützen aus Aluminium.

 

Endmontage

Final werden noch die Gestänge mit den Pfannen verschraubt, auf die richtige Länge gebracht und in die Kugelköpfe eingeklipst. Anschließend werden die restlichen RC-Komponenten wie Regler und Empfänger am Chassis sicher befestigt. Als Flybarless-System habe ich mich für das weit verbreitete Microbeast von Beast-X entschieden, das ich in Flugrichtung links über dem Heckservo montiert habe. Der SPEKTRUM Empfänger findet seinen Platz auf der gegenüberliegenden Seite in Flugrichtung rechts, den benötigten Satelliten habe ich auf der "Abschlussplatte" hinten befestigt.

Test: GAUI X5 3D Flybarless im Vertrieb von Conrad Electronic überzeugt durch Qualität und Leistung Der Regler ist vom Hersteller bereits vorprogrammiert, ich habe lediglich noch den Sanftanlauf auf "Very Soft", die BEC-Versorgung auf "6 Volt" und den Governor-Mode auf "High" gestellt. Die Programmierung über die Tonfolge ist leicht verständlich und klappt auf das erste Mal.

Mit seinen 4 Ampere BEC-Versorgung ist der GAUI-Regler für schnelle Lastwechsel jedenfalls ausreichend dimensioniert. Bei der Position des Reglers verlasse ich mich auf die Angaben des Herstellers und platziere diesen mittels Kabelbinder direkt im Untergeschoss des Hubschraubers vor dem Schwerpunkt. Die Kabel zum Akku und zum Motor lassen sich so optimal verlegen bzw. sind beim Akkuwechsel optimal zugänglich. GAUI empfiehlt in seiner Produktbeschreibung die Verwendung eines 6S Lipo-Akkus mit einer Kapazität um 3.000 mAh. CONRAD Electronic gibt einen Akku mit 4.200 mAh Kapazität vor – ich habe mich für einen Lipo-Akku mit satten 5.000 mAh entscheiden. Trotz seinen üppigen 720 Gramm Gewicht ist der Schwerpunkt des Hubschraubers mit dieser Lipo-Wahl perfekt eingestellt.

Beim Programmieren des Microbeasts musste ich leider feststellen, dass GAUI die Ansteuerfrequenz der Servos auf den beiliegenden Datenblättern leider nicht aufführt. Eine kurze Recherche klärt die Sachlage jedoch auf:  165 Hz für die drei Servos der Taumelscheibe und 333 Hz für das Heckservo. Die Elektronik des Flybarless-Systems stelle ich gemäß der Herstellerempfehlung relativ konservativ und gutmütig ein. Auch die mechanischen Einstellungen der kollektiven Pitchwerte übernehme ich mit +/-13 Grad unverändert der GAUI-Anleitung.

Soweit ist der GAUI X5 aufgebaut, eingestellt und für den Erstflug bereit. Die attraktive GFK-Haube ist makellos lackiert und wird über vier Bolzen am Chassis gehalten. Ein Rahmen aus CFK-Fasern im Inneren der Haube verstärkt das GFK. Fast perfekt – denn auch der GAUI X5 leidet scheinbar unter der typischen Heli-Krankheit "Haube stoßt am Zahnrad an". Die Symptome sind schnell erkannt und mit etwas Gewebeklebeband lässt sich hier zuverlässig Abhilfe schaffen.

Wird der Flugakku angeschlossen, quittiert das Microbeast seine Einsatzbereitschaft mit einer kurzen Ansteuerfrequenz der Taumelscheibe, eine blaue LED gibt das Okay für den Erstflug. Kurze Funktionskontrolle der Servos und ich lege den Idle-Up-Schalter um. Langsam fährt der Motor hoch und nach wenigen Sekunden hat der Rotor seine Arbeitsdrehzahl erreicht. Etwas Pitch und der fast 2.700 Gramm schwere GAUI X5 steht in Augenhöhe vor mir. Erstes Schweben und gemächlicher Rundflug vermitteln ein vertrautes Gefühl an den Knüppeln, so dass die Rotordrehzahl und die Empfindlichkeit des Flybarless-Systems deutlich hochgeschraubt werden kann. Übrigens: Mit einer Drehzahl von ca. 1.800 U/min ist in Sachen Schwebeflug die Untergrenze erreicht. Bei ca. 2.700 U/min geht jedoch sprichwörtlich die Gaudi ab. Bereits geringe Steuersignale auf Nick reichen aus um den GAUI X5 auf schnelle Fahrt zu bringen und die Endgeschwindigkeit im Geradeausflug kann sich durchaus sehen lassen. Vollpitch katapultiert den Hubschrauber wie ein Geschoss nach oben. Schnelle und gerade kräftezehrende Figuren, die so manches Combo-Antriebsset anderer Hersteller an die Belastungsgrenze bringen, nimmt der GAUI X5 mit Bravour ohne merklich an Leistung zu verlieren.

Bei Kunst- und 3D-Flug sind mit dem von mir gewählten Lipo-Akku Flugzeiten von bis zu 6 bis 7 Minuten möglich. Bei einfachem Rundflug mit unspektakulären Flugmanövern hält sich der Hubschrauber gute 8 bis 9 Minuten in der Luft. Dabei werden Regler und Motor gerade einmal handwarm und der Lipo-Akku verfügt über 20% Restkapazität.

 

Mein Fazit

Auf der Suche nach einem 500er-Hubschrauber ist der GAUI X5 3D im Vertrieb von CONRAD Electronic sicherlich nicht die günstigste Wahl. Trotzdem, die Marke gilt als Aufsteiger und Qualität zahlt sich eben aus: Nach vielen Flügen mit Kunstflug- und 3D-Einlagen, sind weder am Antriebsset noch an der Mechanik irgendwelche Ermüdungserscheinungen zu erkennen. Alles sitzt wie zur ersten Stunde! Aufgrund guter Vorleistung des Herstellers ist das Modell innerhalb kürzester Zeit montiert und bietet ab diesem Zeitpunkt fast grenzenlosen Flugspass in allen drei Dimensionen.

 

 

Technische Daten:

• Hauptrotordurchmesser: 1.120 mm
• Heckrotordurchmesser: 230 mm
• Länge: ca. 1.000 mm
• Gewicht: 2.765 g (inkl. Akku)

 

Lieferumfang:

• GAUI X5 3D Flybarless als Bausatz
• Brushless-Motor
• 100-Ampere-Regler
• 4x Servos
• Gedruckte Anleitung

 

Wo kaufen?

Bezug: CONRAD Electronic
Preis COMBO: 749,00 Euro
Internet: Online-Shop von CONRAD Electronic

 

 

Gut

• Sehr hochwertig verarbeiteter Bausatz
• Viel Aluminium, viel Carbon
• Hoher Vorfertigungsgrad - schneller Aufbau
• Kraftvolles Antriebsset

 

Weniger gut

• Gedruckte Anleitung nur in Englisch

 

Kontaktdaten Hersteller:

Conrad Electronic SE
Klaus-Conrad-Str. 1
92240 Hirschau
Email: Kontaktformular
Internet: http://www.conrad.de
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.7 (29 Bewertungen)

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