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Test: Mustang P-51D "Janie" von HYPE

von Stephan Weinhard vom 11. Juli 2011
Artikel-ID: 20110711-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Die P-51 ist wohl einer der elegantesten Warbirds des 2.Weltkriegs. Sie war ihrer Zeit weit voraus und ein entscheidender Trumpf der amerikanischen Luftwaffe. HYPE macht den Klassiker jetzt im "Janie"-Design für alle Modellpiloten zugänglich. Das formgeschäumte EPP-Modell mit gerade mal 680 Millimetern Spannweite hat Stephan Weinhard im Tiefflug über den Platz gejagt.

 

 

Getestet: Mustang P-51D Janie von HYPE

Etwas Geschichte

Das Original der North American P-51 ist ein Ganzmetallflugzeug und kam erst gegen Ende des 2.Welkriegs zum Einsatz. Die Mustang P-51D wurde gar erst gegen Mitte 1944 eingesetzt und überzeugte mit seinem aufgeladenen Rolls-Royce Merlin Motor und enormer Steigleistung in bisher nur selten erreichte Gipfelhöhe. Gleichzeitig war die P-51 ein sehr wendiger Jäger und war vor allem über Europa im Einsatz. Da die Produktion bis Ende des 2. Weltkrieges auf Hochtouren lief, wurden nach 1945 viele der Maschinen auch in private Hände verkauft. Diese werden bis heute erfolgreich bei Air Races eingesetzt oder auf Airshows im legendären Design gezeigt. Das Vorbild P-51D "Janie" wird auch heute noch aktiv geflogen und befindet sich in Privatbesitz.

HYPE hat das Modell der P-51D "Janie" als kleines ARF-Modell aufgelegt, das mit 680 Millimetern Spannweite ganz klar in die Klasse der Micromodelle gehört. Dennoch wurde viel Wert auf Scale-Details gelegt. Auch aus kurzer Entfernung hat die HYPE P-51 „Janie“ somit ein tadelloses Design, inklusive 4-Blatt Propeller. Über den Lieferumfang lässt sich nur Positives berichten: Er ist absolut komplett. Bis auf die notwendige Fernsteuerung mit mindesten 4 Kanälen und einem 2S Flugakku von 800 bis max. 1.200 mAh ist alles im Bausatz enthalten. Auch die für HYPE typische Bauanleitung liegt mit bei. Sie überzeugt mit vielen Bildern und deutscher Sprache. Da das Modell vom Hersteller ausdrücklich an Fortgeschrittene und Profis empfohlen wird, bin ich besonders auf die Flugeigenschaften neugierig. Aber schauen wir uns vorher das Modell und alle Details dazu genauer an.

 

Der Lieferumfang

Die gut gesicherten Teile, die ich der Verpackung entnehme sind von hervorragender Qualität. Zuerst fällt mir die extrem glatte und feinporige Oberfläche von Rumpf und Tragfläche auf, die fast einer GFK-Oberfläche gleicht. Poren oder eine Körnigkeit, wie man sie sonst von klassischen EPP-Modellen kennt, sind überhaupt nicht zu erkennen. Darüber hinaus ist die Lackierung sorgfältig aufgetragen und auf Rumpf und Tragflächen sind alle Decals bereits sauber aufgebracht. Kleine Details wie Gewehrattrappen an den Tragflächen, werten das Modell zusätzlich auf. Die P-51D "Janie" macht also nicht nur auf dem Fluggelände und in der Luft eine gute Figur, sondern sieht bereits im Hobbykeller mit dem dazugehörigen Modellständer wirklich klasse aus.

Getestet: Mustang P-51D Janie von HYPEIm Wesentlichen sind nur drei einzelne Teile im Lieferumfang enthalten. Der fertige Rumpf, die betriebsfertige Tragfläche und der Modellständer für den Schreibtisch. Ein Fahrwerk ist bei diesem Modell nicht vorgesehen. Daher wird aus der Hand gestartet und auf dem "Bauch" gelandet. Der Rumpf ist, wie die Tragfläche, komplett fertig aufgebaut. Die Querruder werden durch ein zentrales Servo angelenkt. Das Seiten- und Höhenruder ist jeweils durch ein Mikroservo angelenkt, welche beide direkt unter der Kabinenhaube montiert sind. Natürlich sind auch schon alle Anlenkungen der Ruder betriebsfertig eingebaut.

Der gesamte Antrieb inklusive Luftschraube, Motor und Regler ist fertig montiert. Alle Teile sind absolut passgenau und fügen sich ohne jede Nacharbeit zusammen. Die deutschsprachige Bauanleitung begleitet jeden Schritt mit aussagekräftigen Bildern.

Bitte beachten: Eine Zusatzanleitung in Deutsch steht zum Download auf der Internetseite von HYPE zur Verfügung, die wichtige Tipps beinhaltet die man auch beherzigen sollte. In der Zusatzanleitung ist der Schwerpunkt gegenüber der Anleitung korrigiert und deutlich um 20 Millimeter nach vorne verlegt worden. Link: http://www.hype-rc.de/shop_image/attachment/8af5fb52704356def90295c6e4a7ee10.pdf.

 

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Aufbau und Montage

Die P-51 „Janie“ von HYPE ist was für Modellflieger! Modellbauer werden vielleicht ein wenig die Nase rümpfen - denn es gibt absolut nicht zu bauen. Die Tragfläche wird an den Rumpf geschraubt und der Empfänger an der dafür vorgesehenen Stelle untergebracht. Nun nur noch die Servos und den Steller an den richtigen Kanal des Empfängers einstecken und den Sender programmieren.

Eigentlich sollte das nach 15 Minuten erledigt sei - ja wenn nicht diese Zusatzanleitung wäre. In der Zusatzanleitung wird der Schwerpunkt mit 50-55 Millimeter angegeben, das sind 20 Millimeter weiter vorne als in der ursprünglichen Anleitung! Das dazu notwendige Gewicht soll durch einen entsprechen größeren Akkus von 800 bis 1.200 mAh, der ganz vorne in der Nase geschoben werden soll, erreicht werden. Ich habe einen 1.000 mAh 2S Lipo gewählt, da ich den noch in meinem Fundus hatte.

Getestet: Mustang P-51D Janie von HYPEIn der Zusatzanleitung beschreibt HYPE, dass der Akkuschacht demnach etwas bearbeitet werden muss, um die größeren Akkus unter zu bekommen. Das ist mühselig und vor allen Dingen nervig, da man an den Schacht unheimlich schlecht heran kommt und dieser auf der gesamten Länge in der Höhe geweitet werden muss. Material ist genug vorhanden, doch man kommt nur einfach mit dem Messer nicht hin. Ich habe dafür einen 3 Millimeter Stahldraht erhitzt und überflüssiges Material weggeschmolzen. Schön vorsichtig, damit ich nicht versehentlich das tolle Design zerstöre, indem ich mit dem heißen Stab durch die Außenhaut steche. Diese Arbeit hat alleine schon fast eine halbe Stunde gedauert und ganz schön gestunken. Aber nur so ist der Schwerpunkt ohne Blei einzuhalten und die Kabinenhaube kann sauber geschlossen werden.

An den Anlenkungen der Ruder gibt es nicht auszusetzen. Sie sind leichtgängig und spielfrei - hält man sich auch hier an Zusatzanleitung von HYPE. Dazu hänge ich die Ruder an den Gestängen aus und bewege die Klappen ein paar mal kräftig hin und her. Die Servos sind vollkommen ausreichend dimensioniert und funktionieren problemlos, also auch hier alle in bester Ordnung.

Der Schwerpunkt muss wegen der geringen Größe des Modells peinlich genau eingestellt werden. Ich habe meine "Janie" auf 50 Millimeter, gemessen von der Flächenvorderkante, eingestellt. Dieser Wert hat sich als sehr praxistauglich erwiesen und verleiht dem Modell neutrale Flugeigenschaften. Vor dem Erstflug darf das Modell noch auf die Waage: Insgesamt bringt meine "Janie" mit einem 1.000 mAh Akku stolze 290 Gramm auf die Waage. Nicht gerade ein Leichtgewicht und die Flächenbelastung ist entsprechend hoch.

 

Der Antrieb

HYPE hat seiner P-51D "Janie" ein 2S Lipo Antriebs-Setup spendiert. Der Regler ist für maximal 12 Ampere ausgelegt. Ich habe einen maximalen Standstrom von 12,6 A gemessen, was einer Eingangsleistung von ca. 100 Watt entspricht. Damit kommen wir auf ein Leistungsgewicht von ca. 310 W/kg, was für ein Scale-Modell in dieser Grösse mehr als ausreicht, aber sicherlich nicht übertrieben hoch ist. Der recht niedrige Stromverbrauch sorgt für entsprechend lange Flugzeiten. Bis zu 10 Minuten Flugzeit sind möglich. Der Akku wird über einen BEC Stecker mit dem Regler verbunden. Dieses Stecksystem ist bei 12 Ampere grenzwertig, aber gerade noch akzeptabel. Der gesamte Antrieb und der Regler sind den Belastungen voll gewachsen. Es gab keinerlei nennenswerte Erwärmung, auch wenn ich wegen des hohen Standstrom so meine Bedenken hatte.

 

Im Tiefflug

Die Mustang P-51D "Janie" fliegt wie ein Warbird fliegen soll: Sie ist flott unterwegs und extrem wendig. Gestartet wird aus der Hand und dank genügend Leistung reicht ein kräftiger Schubs bei Vollgas leicht nach. Nach ein paar Trimmkorrekturen am Höhenruder zieht sie sofort ihre Bahnen.

Getestet: Mustang P-51D Janie von HYPESie hängt sehr direkt und giftig an den Rudern, so dass ich auf Höhe ca. 45 Prozent Expo eingestellt habe um ein gute Flugkontrolle zu erhalten. Quer- und Seitenruder fliege ich ohne Expo. Durch die relativ hohe Flächenbelastung will das Modell aktiv und flott geflogen werden und neigt in engen Kurven modelltypisch zum Abkippen über die Fläche. Das erfordert zwar etwas Aufmerksamkeit, ist aber für einen fortgeschrittene Modellpiloten überhaupt kein Problem. Der Schwerpunkt von 50 Millimetern sowie die angegeben Ruderausschläge auf Empfehlung der Anleitung, bzw. der Zusatzanleitung sind gut gewählt und können exakt übernommen werden. Der Seitenzug des Motors ist vom Hersteller richtig eingestellt, der Motorsturz könnte minimale Anpassungen vertragen. Bei Vollgas zieht das Modell leicht nach oben weg. Ich habe das mit einem einfachen Mischer Gas auf Höhenruder beseitigt.

Die „Janie“ überzeugt durch ihr elegantes Flugbild und gerade tiefe Überflüge mit anschließendem Aufschwung und "Victory Rolle" sehen einfach fantastisch aus. Die Motorleistung ist üppig und reicht vollkommen für vorbildgetreue Flugmanöver aus. Sehr langes senkrechtes Steigen ist möglich, aber eben nicht endlos. Die klassischen Kunstflugmanöver eines Warbird sind gut zu fliegen. Große Loops, Rollen, sowie Auf- und Abschwünge sehen dabei richtig gut aus. Selbst bei leichtem Wind lässt sich das Mikromodell noch gut fliegen und macht viel Freude.

Im Landeanflug lässt sich die Geschwindigkeit mit Schleppgas gut reduzieren und die P-51 wird auf dem Bauch mit stehendem Motor sanft im Gras aufgesetzt. Das Flugbild ist eine reine Augenweide und die tollen Details der HYPE P-51 kommen voll zur Geltung. Besonders effektvoll ist es, wenn mehrere dieser Modelle gleichzeitig den Luftraum unsicher machen. Dann kommt schon fast Combat Feeling auf.

Wer es im Combat übertreibt oder die aerodynamischen Grenzen überreizt, der kann zum einen das  EPP mit den bekannten Methoden reparieren. HYPE bietet zusätzlich ein umfangreiches Ersatzteilsortiment an.

 

Fazit

HYPE hat mit seiner P-51D Janie einen weiteren geschäumten Warbird auf den Markt gebracht, der nicht nur durch außergewöhnliche Optik und ausgewogenen Flugeigenschaften überzeugt. Das EPP-Modell ist sicherlich ein Micro-Warbird der Extraklasse, der zusätzlich durch tolles Design, sensationeller Materialoberfläche und die guten Flugeigenschaften jeden fortgeschrittenen Modellpiloten begeistert. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist top, die notwendigen Modifikationen am Rumpf sind jedoch nervig und ein absoluter Minus-Punkt.

Die HYPE „Janie“ ist klar für erfahrene Piloten konzipiert, Anfänger und Querruder-Einsteiger werden schnell frustriert sein. Nettes Feature ist der Modellständer: Auch im heimischen Regal macht das Modell so eine prima Figur. Ich persönlich mag die P-51D "Janie" aber am liebsten in der Luft  im Tiefflug über dem Platz. Die "Janie" liegt oft als "immer dabei Modell" fertig aufgebaut in meinem Kofferraum und wartet darauf in einer freien Minute zum Einsatz zu kommen.

 

Über den Autor

Stephan Weinhard ist 47 Jahre alt und von Beruf Ingenieur für Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Nachrichtentechnik. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Modellbau ist eine Leidenschaft die ihn schon als jugendlicher begleitete, aber doch auch von längeren Pausen von diesem Hobby geprägt war. Vor ca. 8 Jahren packte ihn das Thema aber dann sehr intensiv. Er betreibt hauptsächlich Kunstflug inkl. 3D mit großen Kunstflugmodellen mit Elektro- oder Benzinmotor. Er besitzt mehrere Voll-Gfk Modelle von Composite ARF und Modell-Composite und einige klassische Sperrholz/Balsa Konstruktionen. Aber auch alle anderen Sparten der Flächenflugmodelle sind ihm nicht fremd. Vor einem Jahr packte ihn dann auch noch das Helifieber.

 

 

Technische Daten:

• Spannweite: 680 mm
• Länge: 570 mm
• Gewicht: 260 g
• Motor: Brushless
• Akku: 2S LiPo
• RC-Anlage: 4-Kanäle

 

Lieferumfang:

• Rumpf, Tragfläche und Heckleitwerk aus EPP
• 3 Mikro-Servos
• Brushless-Motor
• LiPo-Brushless-Regler
• Modellständer

 

Wo kaufen?

Bezug: Fachhandel
Preis: 119,00 Euro ARF-Version (UVP)

 

 

 

 

Gut

• Top Preis-/Leistungsverhältnis
• Super Materialoberfläche und Lackierung
• Gute Motorisierung
• Ausgewogene Flugeigenschaften
• Extrem hoher Vorfertigungsgrad
• Gute Ersatzteilversorgung

 

Weniger gut

• Relativ hohe Flächenbelastung
• Akkuschacht muss nachgearbeitet werden

 

Kontaktdaten Hersteller:

Hype
Nikolaus-Otto-Straße 4
24568 Kaltenkirchen
Telefon: +49 4191 / 932678
Internet: http://www.hype-rc.de

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.5 (20 Bewertungen)

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