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Test: Parkzone F-27Q Stryker von HORIZON HOBBY

von Stephan Weinhard vom 25. Juli 2011
Artikel-ID: 20110725-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Wenn ich an Quique Somenzini denke, ein wirklich begnadeter Wettbewerbspilot, habe ich vor allem große Kunstflugmodelle oder reine F3A-Boliden vor Augen. Ein geschäumtes Delta wie die neue PARKZONE F-27Q STRYKER, mit einer Spannweite von 940 Millimetern, passt da so gar nicht in mein Bild eines Showpiloten. Doch das macht mich umso neugieriger, denn wenn der „Meister“ Hand anlegt, wird vor allem in Bezug auf Flugeigenschaften und Qualität sicherlich etwas ganz Besonderes dabei heraus kommen.

 

 

 

Test: Parkzone F-27Q Stryker von HORIZON HOBBYDie F-27Q Stryker ist ein typisches Delta mit einem Propeller Druckantrieb, das kein manntragendes Flugzeug als Vorbild hat. HORIZON HOBBY bietet das Modell wie gewohnt in zwei Ausstattungs-Varianten an. Die BNF-Version glänzt durch ein fertig aufgebautes und komplett ausgestattetes Flugmodell. Alle Servos, ein Spektrum-Empfänger AR600 sowie das Antriebset sind eingebaut und angeschlossen. Ein 3 Zellen Lipo als Flugakku mit 2.200 mAh Kapazität und ein  passende 12V-Ladegerätemit KFZ-Adapter runden den Lieferumfang ab. Günstiger ist die PNP-Version. Hier fehlende Empfänger und Flugakku. So kann auch jeder, der keinen Sender aus dem Hause Spektrum sein eigen nennt, die STRYKER mit eigenem 2,4 GHz-System fliegen. Für meinen Test habe ich die BNF-Version gewählt.

Ein besonderes Merkmal der F-27Q sind die beiden angelenkten Seitenleitwerke. Davon erwarte ich mir in Bezug auf die Flugeigenschaften und die möglichen Manöver sehr viel - dazu aber später mehr. Was ich der recht großen Verpackung entnehme, erfreut mein Auge und ist, wie ich es von PARKZONE bisher gewohnt bin, auf qualitativ höchstem Niveau. Das Modell hat eine makellose Oberfläche und ein sauber aufgetragenes Design. Die Proportionen des Modells und das Farbdesign machen neugierig. Die F-27Q STRYKER sieht schon im Stand verdammt schnell aus. Das Farbdesign ist vierfarbig und unterschiedlich auf Unter- und Oberseite aufgebracht. Das erhöht die Lageerkennung in der Luft, was wiederum bei schnellen Deltas von Vorteil ist.

Auf den zweiten Blick eröffnen sich mir dann die vielen cleveren Details der STRYKER. Da sind zum Beispiel die beiden kleinen „Side Force Genrator“ (SFGs) oder die Gleitschienen aus Kunststoff für die Landung, die unterhalb der Seitenfinnen angebracht sind. Ebenso ist für Landungen auf einer Hartbahn ein Bugrad montiert, um die Unterseite vor Beschädigungen und Schleifspuren zu schützen – sehr gut! Die Kunststoff-Verkleidungen an den Randbögen sollen ebenfalls das Modell vor Beschädigungen bei Landung und Transport bewahren. Der gesamte Rumpf und die Tragfläche ist einteilig und der an sich schon sehr zähe und stabile Z-Foam wurde zusätzliche durch CFK verstärkt. Dies erhöht nochmals wesentlich die Steifigkeit und sorgt für optimale Festigkeit bei allen Belastungen. Die RC-Komponenten meiner BNF-Version sind sauber verbaut und die Kabel unsichtbar verlegt. Die Ruderanlenkungen zu den Elvon’s und den Seitenrudern sind von der Oberseite des Modells ausgeführt. Das schützt die Servos und deren Getriebe vor Beschädigungen -selbst bei Landungen in hohem Gras oder rauem Untergrund. Alle Anlenkungen sind absolut spielfrei ausgeführt.

 

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Ein interessantes Feature der F-27Q STRYKER ist die magnetisch gesicherte Rumpfnase. Bei einem Delta sieht dieser Teil des Rumpfes nach misslungenen Landungen gerne schon mal etwas verbeult aus. An der F-27Q lässt sich eine gestauchte Nase einfach austauschen und gegen eine Neue ersetzten. Eine wirklich innovative Idee!

 

Test: Parkzone F-27Q Stryker von HORIZON HOBBY

Die Montage

Dieses Kapitel ist schnell erzählt, denn die STRYKER kommt fast fertig aufgebaut aus ihrer Verpackung. Lediglich die Seitenfinnen müssen am Rumpf befestigt und die Seitenrudergestänge eingehängt werden. Die gute deutschsprachige Anleitung sieht für die Montage der Seitenruderfinnen Doppelklebeband vor. Da ich nicht vorhabe, diese Verbindung wieder zu lösen, habe ich beide Finnen mit Belizell sicher verklebt. Keine 20 Minuten und die STRYKER liegt fertig vor mir auf dem Tisch.

Während also der Akku lädt, beschäftige ich mich mit der Senderprogrammierung. Der DSM2- oder DSM X-kompatible Spektrum-Sender muss über einen Delta-Mischer für die Höhe- und Querruder-Funktion verfügen und sollte ebenso die Möglichkeit von Dual Rate und Expo bieten. Diese Anforderungen werden ab der DX6i bestens erfüllt, DX4e oder eine DX5 ist keine gute Wahl, auch wenn es praktisch möglich wäre, diese beiden Sender zu verwenden. Bei den Ruderausschlägen halte ich mich voller Vertrauen an die Vorgaben aus der Anleitung und habe gleich zwei unterschiedliche Flugphasen definiert. Eine Flugphase für Speed mit kleinen Ausschlägen und etwas  Expo auf dem Höhenruder. Eine weitere Flugphase für das ‚rumturnen‘ und die unmöglichsten Flugmanöver. Klappenstellungen sind bis zu 45° möglich und bieten somit zumindest technisch die Basis für extreme Flugmanöver. Der Zugang zum Akku erfolgt durch eine große Kabinenhaube, die mit Magneten sicher am Modell gehalten wird. Der Schwerpunkt stellt sich durch den Lipo auf den geforderten Wert ein, der sich beim Flug anschließend bewährt hat. Der Gang zur Waage verspricht mit gerade einmal 880 Gramm Abfluggewicht gute Flugeigenschaften bei moderater Flächenbelastung. Eigentlich könnte es losgehen, ja wenn das Wetter nicht so lausig wäre.

 

Das Antriebsset

HORIZON HOBBY  hat seiner F-27Q STRYKER einen 480er Außenläufer mit einer spezifischen Drehzahl von 2.250kV und ein 40 Ampere BEC-Regler verpasst. Eine Luftschraube der Größe 6,5“x 6“ treibt das Modell an. Im Stand habe ich mit vollgeladenem Akkus einen maximalen Strom von 40,7 Ampere bei einer Drehzahl von 20.600 U/min gemessen. Daraus ergibt sich eine Eingangsleistung von ca. 470 Watt und ein spezifisches Leistungsgewicht von mehr etwa 540 W/kg. Das ist, um es vorweg zu nehmen, brachial. Die STRYKER hat also Leistung in Überfluss! Das Geräusch des Antriebs ist wegen der Drehzahl und der Druckpropelleranordnung entsprechend giftig. Der Antrieb kreischt förmlich seine Leistung heraus, was wiederum ganz schön unter die Haut geht. Mit dem 2.200 mAhLipo-Akku stellen sich Flugzeiten von 7 bis maximal 10 Minuten ein - je nach Flugstil eben. Während der gesamten Testphase hat der Antrieb vollkommen problemlos und zuverlässig funktioniert - eine nennenswerte Erwärmung war weder am Regler noch am Motor zu bemerken.

 

Test: Parkzone F-27Q Stryker von HORIZON HOBBY

Die Luft brennt

Bei leichtem Ostwind geht es endlich zum Erstflug. Meine persönlichen Erfahrungen mit dem Start von Deltas mit Druckantrieb sind nicht nur positiv: Beim Wurf eines Deltas entsteht quasi keine wirksame Anströmung durch den Propellerwind auf die Ruder, dass kann schon mal recht unsanft enden. Anders verhält sich hier die F-27Q STRYKER. Mit stehendem Motor wird das Delta mitetwas Schwungleicht nach oben geworfen. Nach dem Verlassen der Hand wird der Motor hochgefahren und ab geht die Post! Vollkommen problemlos ist so der Start auch ohne Helfer möglich. Die Elvon’s stehen dabei genau im Strak. Die ersten Runden bestätigen den vom Hersteller empfohlenen Schwerpunkt. Der Sturz des Motors passt perfekt.

Bei Vollgas entwickelt die STRYKER einen enormen Topspeed und erfreut mein Ohr mit dem für einen Druckantrieb so typisch kreischenden Sound. Mit kleinen Ausschlägen lassen sich großräumige Kurven, herrlich große Loopings und tiefe Überflüge sehr präzise fliegen. Zu jedem Zeitpunkt vermittelt mir die F-27Q STRYKER das Gefühl der vollen Kontrolle. Ich bin absolut begeistert.

Die Rollrate in meiner Flugphase „Speed“ ist dabei sehr angenehm. Die Disziplin „Geschwindigkeit“ beherrscht das Delta hervorragend, aber es kann noch sehr viel mehr! Mit moderater Geschwindigkeit und großen Ausschlägen geht es an`s Turnen. Die Rollrate ist jetzt oberirdisch, wirklich unglaublich wie die STRYKER herum wirbelt. Es lassen sich tolle Harrier in „Ameisenkniehöhe“ fliegen. Flatspins mit unglaublicher Drehgeschwindigkeit und Überschläge mit kleinstem Durchmesser, sowie Walls und Blender sind machbar. Ja selbst Manöver für die ich gar keine Bezeichnung kenne, mit wilden Roll und Überschlagskombinationen, sind möglich. Zum Glück liegt mit etwas Fahrt sehr schnell wieder die Strömung an, so dass kaum Gefahr besteht, durch ein solches Manöver das Modell zu verlieren.

Selbst der Messerflug gelingt mit etwas Übung und ein paar Korrekturen. Die Wendigkeit und die erstaunliche Flugstabilität hebt die STRYKER von allen anderen mir bekannten Deltas deutlich ab. Wäre die Geschwindigkeit nicht so hoch, dann könnte man die F-27Q STRYKER aufgrund ihrer harmlosen und stabilen Flugeigenschaften schon fast an Einsteiger empfehlen. Mit etwas Übung und schnellen Auge kann ein etwas geübter Einsteiger mit der STRYKER sicherlich gut zurechtkommen.

Die Gleiteigenschaften ohne Motorantrieb sind erstaunlich gut. Allerdings ist der Regler im Lieferzustand ohne Motorbremse programmiert. Das bremst und gefährdet beim Laden die Luftschraube. Ein umprogrammieren ist unbedingt zu empfehlen. Das Flugverhalten ist so stabil, dass selbst mit vollgezogenem Höhenruder und abgestelltem Motor die STRYKER in einem Harrier nach unten strebt und absolut unkritisch gelandet werden kann. Wenn die Landung doch einmal misslingt, dann wird meist nur die abnehmbare Nase geknautscht, der Rest des Modells bleibt unversehrt. Das minimiert den Reparaturaufwand und schützt die schöne Optik der F-27Q STRYKER dauerhaft. Die Flugzeit mit bis zu 10 Minuten ist erstaunlich hoch.

 

Mein Fazit

Quique Somenzini hat mit seiner F-27Q STRYKER abermals sein außergewöhnliches Know-how unter Beweis gestellt und mehr als einen super Job gemacht. Das Modell hat ganz ausgezeichnete Flugeigenschaften und verfügt über ein enormes fliegerisches Potential. Mit der STRYKER kommt nie Langeweile auf. Darüber hinaus glänzt sie mit einem außergewöhnlichen Design und vielen durchdachten Details. Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt und die verbauten Komponenten wie Servos, Regler und Motor sind hochwertig und werden auch auf lange Zeit sicherlich hervorragend funktionieren. Wer ein außergewöhnliches Freizeitmodell mit hohem Spaßfaktor und top Flugeigenschaften sucht, wird sehr viel Freude mit der F-27Q STRYKER haben. Ich habe nur einen Begriff für die F-27Q: Sensationell. Daher mein positives Fazit mit Daumen ganz weit nach oben!

 

Über den Autor

Stephan Weinhard ist 47 Jahre alt und von Beruf Ingenieur für Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Nachrichtentechnik. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Modellbau ist eine Leidenschaft die ihn schon als jugendlicher begleitete, aber doch auch von längeren Pausen von diesem Hobby geprägt war. Vor ca. 8 Jahren packte ihn das Thema aber dann sehr intensiv. Er betreibt hauptsächlich Kunstflug inkl. 3D mit großen Kunstflugmodellen mit Elektro- oder Benzinmotor. Er besitzt mehrere Voll-Gfk Modelle von Composite ARF und Modell-Composite und einige klassische Sperrholz/Balsa Konstruktionen. Aber auch alle anderen Sparten der Flächenflugmodelle sind ihm nicht fremd. Vor einem Jahr packte ihn dann auch noch das Helifieber.

 

 

Technische Daten:

• Spannweite. ca. 940 mm
• Länge: ca. 690 mm
• Abfluggewicht: ca. 880 g
• Fluggewicht: ca. 690g
• Antrieb: 480 2.250 Kv BL Außenläufer
• RC-Funktionen: Seite/Höhe/Quer/Motor

 

Wo kaufen?

Bezug: Fachhandel
Preis: ca. 230,00 Euro

 

 

 

 

Gut

• Hervorragende Flugeigenschaften
• Gutes Preis/Leitungsverhältnis
• Qualitativ hochwertige Komponenten
• Abnehmbare "Nase"
• Gute Dokumentation
• Zuverlässige Ersatzteilversorgung

 

Weniger gut

• Kein Ersatzpropeller im Lieferumfang

 

Kontaktdaten Hersteller:

Horizon Hobby GmbH
Hamburger Str. 10
25337 Elmshorn
Telefon: 04121/46199-60
Email: info@horizonhobby.de
Internet: http://www.horizonhobby.de

 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.7 (19 Bewertungen)

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