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Test: Parkzone Spitfire Mk IX Supermarine vs. Parkzone Messerschmitt Bf-109G

von Max Götzenberger vom 5. August 2011
Artikel-ID: 20110805-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Auf meiner Werkbank stehen zwei Warbirds von HORIZON HOBBY: Eine Messerschmitt und eine Spitfire. Die Originale haben im Zweiten Weltkrieg durch unzählige Luftkämpfe ihre Kräfte gemessen. Jetzt sollen die Modelle zeigen, was in ihnen steckt. Auf in den Kampf: Messerschmitt Bf-109G vs. Spitfire Mk IX.

 

 

Test: Parkzone Spitfire Mk IX Supermarine vs. Parkzone Messerschmitt Bf-109GDie Messerschmitt von HORIZON HOBBBY ist bereits in die Jahre gekommen. Seit 2009 wird das geschäumte Modell mehr als erfolgreich verkauft. Ich selbst fliege das Modell der Parkzone Messerschmitt bereits seit über einem Jahr und der Warbird macht heute noch jedesmal mächtig Spass.

Die Spitfire ist eine absolute Neuheit von HORIZON und soll bereits in wenigen Tagen über den Fachhandel verfügbar sein. Beide Modelle entsprechen ungefähr dem gleichen Maßstab, beide haben eine Spannweite von ca. 1.100 Millimetern. Gleiche Ausgangsbedingungen sollte man meinen.

Trotzdem unterscheiden sich die "alte" Messerschmitt und die neue Spitfire deutlich voneinander. Vergleicht man auf den ersten Blick beide Modelle, fällt sofort auf, dass sich HORIZON HOBBY innerhalb von zwei Jahren extrem weiter entwickelt hat und gewonnenes Know-how in seine Produkte steckt. Gutes wurde übernommen, viele neue Detaillösungen zeigen Innovation.

 

Aufbau innerhalb 30 Minuten auch für Modellbaulaien kein Problem

Dies beginnt bereits mit ganz banalen Dingen, wie zum Beispiel der Bedienungsanleitung. Die Dokumentation der Messerschmitt Bf-109G ist gut, informativ und erklärt mit vielen Fotos den Aufbau des Modells. Bei der mehrsprachigen Anleitung der neuen Spitfire Mk IX wurde auf Fotos völlig verzichtet. Stattdessen erklären aussagekräftige Detailzeichnungen gepaart mit verständlichen Beschreibungen ganz genau den Zusammenbau des Modells. Eine Explosionszeichnungen zur Wartung der Antriebskomponenten ist speziell für den Feierabendpiloten eine gute Hilfestellung. Auf insgesamt 10 Seiten wird so der Aufbau des Modells im Speziellen und der richtige Umgang mit Modellflugzeugen im Allgemeinen mehr als ausreichend erklärt.

Test: Parkzone Spitfire Mk IX Supermarine vs. Parkzone Messerschmitt Bf-109GSowohl Messerschmitt Bf-109G als auch die neue Spitfire Mk IX werden als günstige PNP-Version (Plug-N-Play) ohne Akku und Empfänger angeboten. Piloten mit einer DSM2- oder DSMX-kompatiblen Fersteuerung greifen jedoch am besten zur etwas teureren BNF-Variante (Bind-N-Fly). Dort ist ein AR600 Empfänger aus dem Hause SPEKTRUM bereits eingebaut und angeschlossen, ein passender Lipo-Akku inklusive 12V-Ladegerät liegt mit bei. Doch egal ob PNP- oder BNF-Variante: Bei beiden Ausstattungen sind Motor, Regler und alle Servos eingebaut und angeschlossen. Demnach ist der Vorfertigungsgrad extrem hoch und ein Zusammenbau innerhalb einer halben Stunde wird wohl auch für Modellbau-Laien kein Problem sein.

In einem Kern aus Syropor und gut vor Beschädigungen geschützt, liegt die Spitfire in ihrer Verpackung. Die Verarbeitung aller geschäumten Teile ist hochwertig. Besonders die akurate Lackierung der Spitfire ist eine echte Glanzleistung für ein geschäumtes Modell in dieser Preisklasse, die Hoheitszeichen sind aufgeklebt. Wieder im direkten Vergleich zur Messerschmitt, glänzt die Spitfire bereits mit fix und fertig montierten Antriebskomponenten. Luftschraube und Spinner sind montiert. Die meisten Modellpiloten werden demnach wohl nie den kraftvollen Brushless-Motor unter der Haube zu Gesicht bekommen. Ich habe mir die Mühe gemacht, Spinner und Luftschraube von der Motorwelle zu trennen. Der Aufbau ist analog zur Messerschmitt und der kraftvolle Brushless-Outrunner mit 950 kV ist an einen Spant aus Kunststoff montiert.

 

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Nochmal ein paar Worte zur Qualität des Modells, speziell zum Finish der geschäumten Teile: Ein deutlicher Unterschied zwischen Messerschmitt und der neuen Spitfire liegt im verwendeten EPP. Während der Schaum der Messerschmitt eher grobprorig und weich erscheint, überzeugen Rumpf, Tragflächen und Leitwerke der Spitfire durch deutlich höhere Dichte und Festigkeit - HORIZON HOBBY nennt das übrigens Z-Schaum. Darunter leidet jedoch das Gesamtgewicht: Die Spitfire wiegt knapp 15% mehr als ihre Konkurrentin. Dank kraftvollem Antrieb sollte das jedoch dem Modell nicht zum Nachteil werden!

 

Optional verfügbar: Ein elektrisches Einziehfahrwerk

Wie bei den meisten geschäumten Modellen, ist auch der Zusammenbau der neuen Spitfire Mk IX im Grunde ein Kinderspiel. Mit wenigen Handgriffen entsteht innerhalb einer halben Stunde ein beachtliches Modell. Tipp von mir: Bevor mit dem Bau begonnen wird, am besten den 3S 2.200 mAh Lipo-Akku mit dem beiliegenden 12 V-Ladegerät betanken. Somit wäre sicher gestellt, dass nach Montage einer Funktionsprüfung und einem sofortigen Erstflug nichts mehr im Wege stünde. Verfügt man bereits über ein professionelles Ladegerät, empfehle ich den Lipo darüber zu laden. Der Akku verfügt übrigens über einen XHP-Balancer-Anschluss.

Test: Parkzone Spitfire Mk IX Supermarine vs. Parkzone Messerschmitt Bf-109GDie Spitfire ist, wie auch ihr Schwestermodell Messerschmitt, zum grössten Teil vormontiert. Lediglich die Tragfläche, die MG-Attrappen, das Höhenleitwerk sowie das Fahrwerk müssen final montiert werden. Die Dokumentation erklärt jeden Arbeitsschritt ausführlich. Dabei kommt übrigens kein Tropfen Kleber zum Einsatz. Alles wird mittels kleinen Schrauben befestigt, lediglich das Höhenleitwerk wird mit vier transparenten Klebestreifen gesichert. Ob das hält? Klar, wurde bereits bei der Messerschmitt so gemacht und die fliegt schon über ein Jahr!

Das Fahrwerk der neuen Spitfire Mk IX unterscheidet sich vom Fahrwerk der Messerschmitt Bf-109G deutlich: Optional kann das Modell mit einem elektrischen Einziehfahrwerk ausgestattet werden. Der nötige Platz dafür wurde bereits auf der Unterseite der Tragfläche vorgesehen, sogar die Verkabelung in den Rumpf ist verlegt! Doch auch das im Lieferumfang enthaltene Standard-Fahrwerk der Spitfire ist von guter Qualität und lässt Starts und Landungen auf kurz gemähten Graspisten zu. Ein ausreichend dimensionierter und gefederter Stahldraht wird dafür in eine Aufnahme aus Kunststoff gesteckt und mit einer Gegenplatte verschraubt. Die Räder mit "Moosgummi-Bereifung" sind bereits auf der Welle montiert.

Noch schnell die MG-Attrappen an die Tragflächen verschaubt, die Ruderhörner einhängen und einer ersten Funktionsprüfung steht nichts mehr im Wege. Beide Querruderservos sind über ein Y-Kabel an den AR600-Spektrum Empfänger angeschlossen. Der 30A-Regler liegt "lose" im Modell und wird einfach auf den Akku gelegt. Die Abdeckung die den Zugang zur Elektronik verschließt, wird vorne mit zwei Stiften in den Rumpf gesteckt, hinten wird sie durch einen Magneten gesichert. Tipp von mir: Mit einem Streifen Tesafilm am besten eine Art Lasche auf der Innenseite der Abdeckung befestigen. Somit lässt sich die Abdeckung jederzeit einfach entfernen, ohne dass das lackierte EPP Druckspuren bekommt. Der Schwerpunkt stimmte übrigens mit der Angabe des Hersteller in seiner Anleitung überein.

Alle Servos sind perfekt auf "neutral" eingestellt, die Bowdenzüge zum Seiten- und Höhenruder arbeiten absolut spielfrei. Nette Features: Das Spornrad kann auch bei der Spitfire über einen Mitnehmer stufenlos eingestellt werden und im Cockpit des Warbirds sitzt bereits ein Pilot. Im Grunde kann es also losgehn. Kofferaum auf, Messerschmitt und Spitfire rein und ab auf den Platz.

 

Test: Parkzone Spitfire Mk IX Supermarine vs. Parkzone Messerschmitt Bf-109G

Luftkampf

Für einen echten Air Combat brauch es selbstverständlich mehr als ein Modell am Himmel und ein Pilot für meine Messerschmitt ist schnell gefunden. Wir starten hintereinander - zuerst die Messerschmitt, dann ich mit meiner Spitfire. Beide Modelle heben exakt am selben Punkt vom Boden ab und gewinnen schnell an Höhe.Trotzdem ist die schwerere Spitfire ihrer Konkurrentin deutlich überlegen: Durch den Zwei-Blatt-Propeller erreicht das Antriebsset einen deutlich höheren Wirkungsgrad als die Messerschmitt mit ihrem Drei-Blatt-Propeller. Das schont Regler und Akku. Die englische Spit zieht der deutschen Messerschmitt gerade beim schnellen Vorbeiflug die Blutwurst vom Brot! Agil sind beide Modelle und lassen sich Warbird-typisch durch sämtliche Flugfiguren fliegen.

Mit der nötigen Geschwindigkeit fliegt sich die neue Parkzone Spitfire Mk IX zuverlässig und eigenstabil. Im Langsamflug wird sie aufgrund ihrer klassischen Konstruktion auf der Querachse recht weich und versucht abzukippen, ist aber mit der nötigen Erfahrung des Modellpiloten absolut unkritisch. Dank starkem Antrieb kann man so auch manche brenzlige Situation in Bodennähe noch retten.

Tiefe Überflüge sehen sowohl mit der neuen Spitfire Mk IX als auch mit der Messerschmitt Bf-109G gigantisch aus, besonders wenn beide Modelle nacheinander im Abstand von nur wenigen Zentimetern über den Platz jagen. Nach ca. 9 Minuten ist der Akku der Messerschmitt leer geflogen und wird zum Landen gezwungen. Die Spitfire hat noch etwas Reserven - wird aber auch nach 10 Minuten Flugzeit zum Aufsetzen genötigt.

 

Mein Fazit

Obwohl die Parkzone Messerschmitt Bf-109G bereits in die Jahre gekommen ist, verdient sie weiterhin eine absolute Kaufempfehlung. Trotzdem: Die neue Spitfire Mk IX ist einfach eine Modell-Generation weiter und überzeugte im Test durch mehr Leistung und deutlich höheren Vorfertigungsgrad. HORIZON`s neuer Z-Schaum sorgt für eine absolut porenfreie Oberfläche und höhere Dichte. Features wie das optionale Einziehfahrwerk lassen das Modell am Himmel noch realistischer erscheinen. Der Zwei-Blatt-Propeller ist nicht gerade scale, bietet jedoch den besten Wirkungsgrad. Der Antriebssatz stellt somit jederzeit genügend Power zur Verfügung, um das Modell durch erfahrene Piloten sportlich durch Warbird-typische Figuren zu fliegen. Daher: Absolute Kaufempfehlung für fortgeschrittene Warbird-Piloten!

 

Über den Autor

Max Götzenberger ist 20 Jahre alt und fliegt seit acht Jahren Modellflugzeuge. Seit vier Jahren fliegt Max auch manntragende Segelflieger und seit neustem einen robbe/ALIGN Trex 550. Neben dem Modellflug verbringt Max viel Zeit mit seinem Nissan auf dem Hockenheimring.

 

Technische Daten:

• Spannweite. ca. 1.100 mm
• Länge: ca. 950 mm
• Abfluggewicht: ca. 1.170 g
• Antrieb: 15 BL 950 Kv Außenläufer
• RC-Funktionen: Seite/Höhe/Quer/Motor
• Optional: Einziehfahrwerk

 

Was wird noch benötigt:

Beim Kauf einer BNF-Version benötigst du lediglich einen DSM2- oder DSMX-kompatiblen Sender. Empfänger, Akku und Ladegerät liegen bereits bei.

 

Wo kaufen?

Bezug: Fachhandel
Preis: ca. 230,00 Euro

 

Gut

• Günstiger Preis
• Hoher Vorfertigungsgrad
• Umfangreicher Lieferumfang
• Kraftvoller Motor

 

Weniger gut

• 12 V-Ladegerät

 

Kontaktdaten Hersteller:

Horizon Hobby GmbH
Hamburger Str. 10
25337 Elmshorn
Telefon: 04121/46199-60
Email: info@horizonhobby.de
Internet: http://www.horizonhobby.de

 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.3 (21 Bewertungen)

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