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Wird mit dem Smartphone gesteuert: Die AR.Drone 2.0 von PARROT im Test

von RC-MODELLSCOUT.DE vom 23. Juli 2012
Artikel-ID: 20120723-FM-01 Rubrik: Helikopter

Die zweite Generation der AR.Drone von PARROT bietet technisch deutlich mehr als ihre Vorgängerversion, ist einfach im Handling und selbst Personen, die mit Modellflug rein gar nichts zu tun haben, kommen schnell mit dem Quadrokopter klar. Doch eigentlich hat die AR.Drone 2.0 mit dem klassischen Modellflug nur noch wenig zu tun. Wir klären auf, wie gut die AR.Drone 2.0 von PARROT tatsächlich ist.


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Keine Frage - ein außergewöhnliches Modell ist die AR.Done 2.0 alle mal, denn sie passt so ganz und gar nicht in das allgemeine Schema eines klassischen Quadrokopters. Gleich mehrere und vor allen Dingen einzigartige Features machen das Fluggerät zum echten Consumer-Produkt. Trotzdem ist die AR.Drone 2.0 alles andere als ein Spielzeug. Vollgepackt mit moderner Sensorik, hochwertiger Elektronik und überraschend stabiler Bauweise, ist der Quadrokopter ein technisch ausgereiftes Hightec-Produkt für drinnen und draußen. Dass dabei vom Hersteller ganz neue Käuferschichten im Fokus stehen, zeigen neben der intuitiven Bedienung über das Smartphone, auch die Vertriebswege. Verkauft wird die AR.Done 2.0 nicht über den klassischen Modellbau-Fachhandel, sondern über Elektromärkte.

 

Wird mit dem Smartphone gesteuert: Die AR.Drone 2.0 von PARROT im TestAufbau und Qualität

Knapp 300 Euro sind für die AR.Drone 2.0 zu bezahlen. Auf den ersten Blick viel Geld, doch was die AR.Drone 2.0 dafür bietet ist enorm. Ausgeliefert wird der Quadrokopter als klassisches RTF-Set, zur Steuerung setzt der Hersteller ein Smartphone voraus. Im Lieferumfang enthalten ist ein 3-zelliger Lipo-Akku mit 1.000 mAh Kapazität, das passende Ladegerät mit 230-Volt-Adapter sowie zwei unterschiedliche Covers für den Flugbetrieb indoor und draußen. Eine kurze, für die ersten Schritte jedoch völlig ausreichende Bedienungsanleitung in deutscher Sprache rundet den Lieferumfang ab. Eine ausführliche Anleitung stellt PARROT im Netz als Download zur Verfügung.

Der Aufbau des Quadrokopters ist mit der Vorgängerversion sehr identisch: Ein geschäumter Grundkörper aus EPP umfasst die gesamte Elektronik des Modells. Stäbe aus Kohlefaser bilden die vier Ausleger, an denen die Brushless-Motor/Regler-Einheiten befestigt sind. Über ein einstufiges Getriebe werden dann die Rotoren auf Drehzahl gebracht. Nach vorne in Flugrichtung ist über einen Ausleger eine HD-Kamera platziert, die während des Fluges das Video mit einer Auflösung von 1280x720 Pixel direkt auf das Smartphone überträgt. Auf der Unterseite befinden sich zwei Ultraschall-Sensoren zur Messung der Höhe, sowie eine weitere Kamera mit geringer Auflösung von nur 320x210 Pixel. Auf der Rumpfoberseite wird der Flugakku platziert. Zusätzlich steht hier eine USB-Schnittstelle zur Verfügung, an die ein Stick angeschlossen werden kann, um die Kameraaufnahmen der Drohne direkt zu speichern.

Ausgenommen der Elektronik der vier Motoren, ist die restliche Elektronik der AR.Drone 2.0 fest im Rumpf des Modells eingepackt und praktisch nicht zugänglich, ohne das EPP in irgend einer Art zu beschädigen. Reparaturen sind daher nur bedingt möglich. Bei unserem Testmodell machte die gesamte Verarbeitung alles in allem einen sehr soliden und ordentlich verarbeiteten Eindruck.

 

Die App und der Erstflug

Aus der Verpackung heraus ist der Quadrokopter praktisch sofort flugbereit. Voraussetzung dafür: Die benötigte App wurde bereits auf dem Smartphone installiert - denn ohne die, macht die AR.Drone 2.0 keinen Mucks. Eine Bedienung mit einer klassischen Fernsteuerung, wie wir sie aus dem Modellflug kennen und gewohnt sind, ist hier nicht möglich. Die App steht kostenlos sowohl für Endgeräte wie iPhone, iPad oder iPod und auch für Smartphones mit Android zur Verfügung und dient neben dem Konfigurieren und Steuern der AR.Done 2.0 auch als Schnittstelle für aufgenommene Videos und Fotos. Zusätzlich versorgt sie den Piloten mit hilfreichen Tipps und Tricks rund um die AR.Drone 2.0. Für unseren Test haben wir die App auf ein HTC EVO 3D mit Android Betriebssystem geladen.

Wird mit dem Smartphone gesteuert: Die AR.Drone 2.0 von PARROT im TestWird der Lipo-Akku an die AR.Done 2.0 angeschlossen, baut diese ein eigenes WiFi-Netzwerk auf, mit dem das Smartphone anschließend verbunden wird. Erst jetzt ist der vollständige Zugriff auf die App möglich. Gleich zu beginn überträgt die AR.Drone 2.0 in brillianter Bildqualität das Video der Fontkamera und zeigt dieses über dem gesamten Bildschirm an. Verschiedene Buttons in der Statusleiste der Applikation geben Zugriff auf die Einstellungen der App, informieren über die Restkapazität des Flugakkus und zeigen die Qualität der WiFi-Verbindung zwischen Drohne und Smartphone. Zusätzlich kann über einen REC-Button die Aufnahme begonnen bzw. gestoppt und zwischen den beiden Kameras gewechselt werden.

Über die Einstellungen werden Funktion, Steuerbarkeit und Flugeigenschaften der AR.Drone 2.0 individuell an die eigenen Bedürfnisse und Vorkenntnisse angepasst. Auf die einzelnen Konfigurationsmöglichkeiten konkret einzugehen, würde den Rahmen deutlich sprengen, daher die wichtigsten Funktionen: Durch den Piloten kann zum Beispiel angegeben werden, bis zu welcher maximalen Höhe die Drohne grundsätzlich steigen darf. Ist diese Höhe erreicht, bleibt der Quadrokopter einfach in dieser Position stehen. Gemessen wird hier bis zu sechs Metern mit Ultraschall-Sensoren, über sechs Metern kommen barometrische Sensoren bis zu einer maximalen Höhe von 100 Metern zum Einsatz. Auch kann der maximale Neigungswinkel und somit auch die Geschwindigkeit der Drohne im Vorwärtsflug verändert und angepasst werden.

Gestartet wird per Klick auf dem Bildschirm. Die Rotoren beginnen zu drehen und lassen die AR.Drone 2.0 abheben. In rund einem halben Meter Höhe findet der Quadrokopter anschließend seine Ausgangsposition und behält diese so lange bei, bis vom Piloten aktiv gesteuert wird. Die Steuerung über den Lagesensor des Smartphones ist intuitiv bedienbar und vor allen Dingen extrem genau und schnell. Selbst gestandene Modellpiloten, die eigentlich die normale Knüppel-Fernsteuerung gewohnt sind, kommen nach wenigen Minuten Übung sehr schnell mit dieser neuen Art der Fernsteuerung klar. Aber auch Einsteigern bietet die AR.Drone 2.0 beste Voraussetzungen, um ganz ohne Fluglehrer sehr schnell erfolgreich zu sein: Die zuschaltbare sogenannte "Magento"-Funktion überträgt das Referenzsystem der Drohne auf den Piloten. Im Detail bedeutet das: Wenn der Quadrokopter auf einen zufliegt, muss der Pilot nicht umdenken, sondern steuert ganz intuitiv.

Im Gegensatz zu einem Modellhubschrauber oder einem klassischen Quadrokopter, behält die AR.Drone 2.0 ihre letzte Position bei. Das heisst, wird aus irgendwelchen Gründen während des Rundfluges die Steuerung nicht mehr betätigt, bleibt die Drohne sofort in der Luft stehen. In bis zu sechs Meter Höhe funktioniert dies sehr zuverlässig über die beiden Ultraschall-Sensoren, darüber triftet auch die AR.Drone ganz langsam ab, da ihr der Bezug zum Boden fehlt.

Wird mit dem Smartphone gesteuert: Die AR.Drone 2.0 von PARROT im TestFlugtechnisch bietet die AR.Drone von PARROT nicht ganz die Freiheiten wie sie ein klassischer Quadrokopter bietet. Loopings sind nicht möglich. Dafür kann die AR.Drone 2.0 Rollen und zwar per "Doppel-Klick" auf den Bildschirm und ganz von alleine. Das funktioniert recht zuverlässig sogar in einer Höhe von gut einem Meter. Der Rundflug klappt sehr gut und die Drohne lässt sich auf eine beachtliche Endgeschwindigkeit bringen. Angegeben wird die Reichweite der AR.Drone durch den Hersteller mit rund 50 Metern. Auf der grünen Wiese konnten wir eine Reichweite von maximal 45 Metern erreichen. Verlieren Smartphone und AR.Drone ihre Verbindung, passiert grundsätzlich nichts. Die Drohne bleibt einfach stehen und wartet auf einen Reconnect. Befindet sich die Drohne übrigens in einer Höhe von mehr als sechs Metern, sinkt sie automatisch ab, bis die Ultraschall-Sensoren wieder die genaue Position bestimmen können. Gelandet wird der Quadrokopter genauso, wie er gestartet wird: Per Tastendruck auf einen Button in der App, nähert sich die AR.Drone 2.0 ganz selbständig dem Boden, setzt sicher auf und stellt anschließend die Motoren ab. Die Flugzeit beträgt im Schnitt je nach Einsatz und Windverhältnissen ca. 12 Minuten. Durch die HD-fähige Onboard-Kamera lassen sich hervorragende Videos mit bester Qualität aufnehmen. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Das Video wird direkt auf dem Smartphone gespeichert. Dies Funktioniert ganz gut mit einem leistungsfähigen Smartphone. Besser funktioniert die Aufnahme der Videos über einen USB-Stick, der einfach an die USB-Schnittstelle angesteckt wird. Aufgrund der WiFi-Verbindung ist die AR.Drone 2.0 für den FPV-Flug nur bedingt zu gebrauchen.

 

Fazit:

Ein Quadrokopter mit dem Smartphone steuern? Gerade als Modellpilot will man das auf den ersten Blick nicht wirklich akzeptieren. Doch mit etwas Übung kommt man mit diesem neuen System schnell klar. Jedenfalls hat uns der Praxistest restlos überzeugt. Für 300 Euro bietet PARROT ein vollwertiges Flugmodell mit enorm vielen Features, die teilweise im klassischen Modellbau teuer bezahlt werden müssen oder in diesem Umfang so nicht angeboten werden. Besonders begeistert hat uns die intuitive Bedienung, die "Flip-Funktion" sowie die überragend stabilen Flugeigenschaften - auch bei Wind! Wer also etwas neues ausprobieren möchte, ist mit der neuen AR.Drone 2.0 bestens bedient!

 

Technische Daten:

• Ausenmaße: 452 x 452 mm (ohne Verkleidung)
• Gewicht: 366 g (ohne Verkleidung)
• Akku: 3S Lipo 1.000 mAh
• Ultraschall-Höhensensor
• Front Kamera mit 1280x720 Pixel
• Vertikale Kamera mit 320x240 Pixel



 

 

 

 

Gut

• Einfache und intuitive Bedienung
• Keine Modellflug-Vorkenntnisse notwendig
• Lange Flugzeit
• Technisch ausgereift
• Sehr gute Verarbeitung

 

Weniger gut

• Nichts Negatives gefunden

 

Kontaktdaten des Herstellers:

Parrot GmbH
80807 München
Telefon: 089/17876780
Internet: http://www.parrot.de

 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.8 (6 Bewertungen)

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