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Test: PT-17 Boeing Stearman von JAMARA

von Andreas Schäberle vom 11. November 2010
Artikel-ID: 20101110-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Schon beim Empfang des Pakets, fühlte ich mich in meinem Gedanken bestätigt. Denn auf dem Karton ist es aufgedruckt:“ Dies ist kein Spielzeug“. Und ein Doppeldecker mit fast 2 Meter Spannweite ist dies wirklich nicht. Als bekennender Holzmodellbauer ist es ungewöhnlich, wenn man ARF-Modell dieser Größenordnung vor sich in einem Riesenkarton liegen hat. Alle Bauteile sind einzeln verpackt und gut gepolstert im Karton gelagert.

 

Test: PT-17 Boeing Stearman von JAMARA

 

Alle Teile sind hochwertig mit Folie bebügelt

Die Qualität der aufgebrachten Folie lässt keine Wünsche offen, auch an den Kanten ist, ohne mutwillige Beschädigung, ein Entfernen der Folie nicht mehr möglich. Und ich muss zugeben, dass die meisten Modellbauer dies selbst nicht besser erstellen könnten.

Der Rumpf, die Tragflächen und alle Leitwerksteile sind aus mit Laser geschnittenem Balsa und Sperrholz aufgebaut. Wie es sich für ein ARF-Modell gehört, sind alle Teile bereits mit Folien hochwertig bebügelt. Die Holzverbindungen, unter der Folie zumindest an den Stellen, an denen man die Möglichkeit hat diese zu kontrollieren, hinterlassen einen einwandfreien Eindruck. Im Lieferumfang enthalten ist ein GFK-Fahrwerk, welches im normalen Flugbetrieb auf keinen Fall zu zerstören ist. Die Radabdeckungen sind einfach, aber ein sehr wirkungsvoll gelöstes Detail, welches den Gesamteindruck der PT-17 auf jeden Fall aufwertet. Im Rumpf muss lediglich noch ein Spant für den Tankeinbau und das Servobrett eingeklebt werden. Alle benötigten Einschlagmuttern sind bereits eingebracht.

 

 

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Der Doppeldecker lässt sich trotz 2 Meter Spannweite gut transportieren

Das Höhenleitwerk wird ohne die Ruderflächen eingeschoben und mit Epoxydharz  gesichert. Nach dem Anbau der Ruderflächen mit Vliesscharnieren, wird die Dämpfungsfläche des Seitenleitwerks mit dem Rumpf verklebt. Auch diese habe ich, nachdem ich die Folie an den Klebeflächen entfernt habe, mit 5-min-Epoxy verklebt. Hierbei muss unbedingt die korrekte Ausrichtung beachtet werden. In die Ruderfläche des Seitenleitwerkes ist der Stahldraht des Heckfahrwerks gleich mit einzuharzen, so dass die Anlenkung direkt durch die Ruderfläche eingeleitet wird.  Jetzt empfiehlt es sich gleich die Gestänge- und Seilanlenkung für das Höhen- bzw. Seitenleitwerk  einzubauen. Um die vorhandene Folie über den nun benötigten Öffnungen zu entfernen, verwendet man am besten einen Lötkolben. Am Leitwerk ist abschließend noch die Verspannung anzubringen. Auch dieser Arbeitsschritt wird in der bebilderten Bauanleitung sehr gut beschrieben.

 

Test: PT-17 Boeing Stearman von JAMARA

 

An der oberen Tragfläche sind lediglich die 8 Löcher für die Befestigung der Stiele bzw. der Baldachinstreben zu öffnen. Auch hier greift man am besten zum Lötkolben. Die Baldachinstreben können mit dem Rumpf fest verschraubt bleiben, so dass immerhin beim Aufbau auf dem Flugfeld der Aufwand etwas verringert wird.

In die untere Tragfläche sind die Querruder-Servos einzubauen. Passend bespannte Schachtabdeckungen aus Holz liegen dem Baukasten bei.  Auch hier werden die Ruderflächen mit den Vliesscharnieren angelenkt. Die Verlängerungskabel für die Querruderservos sind selbst noch einzuziehen. Aber dies ist aufgrund des räumlichen Angebots der Tragfläche, sowie der bereits eingebrachten Öffnung auf der Flächenoberseite, problemlos zu bewerkstelligen.

 

Das Anlaufverhalten des Verbrenners ist top

An einem sonnigen Oktoberwochenende war es soweit, der Erstflug stand an. Den Motor habe ich zuvor auf einem Prüfstand mit 5 Liter Gemisch einlaufen lassen. Der Motor weist mit dem mitgelieferten Seriendämpfer eine Lautstärke von 75 dB im Mittel auf - bei 25 Meter Meßdistanz. Besonders hervorzuheben ist das Anlaufverhalten: Bei vollständig geschlossener Choke-Klappe , 3-4mal Ansaugen, Choke auf, elektronische Zündung an und beim ersten Mal anwerfen begint der Verbrenner mit seiner Tätigkeit. Dies konnte ich bisher bei keinem der vergleichbaren Motoren in dieser Größe feststellen.

Die Ruderwerte und Schwerpunktangaben wurden der mitgelieferten Montageanleitung entnommen und auch so für den Erstflug übernommen. Entgegen der weitverbreiteten Selbstverwirklichung mancher Autoren-Kollegen, teste ich das serienreife und ausgelieferte Produkt und nicht das nach meinen Vorstellungen umgebaute oder abgeänderte Modell.

Nachdem alle Ruder gecheckt waren und ein Reichweitentest durchgeführt wurde, gab es keine Ausreden mehr: Langsam wird die PT-17 beschleunigt und bereits nach 50 Meter hebt das Modell langsam ab und schraubt sich in einem leichten Steigflug nach oben. 3 Zacken tief getrimmt und die PT-17 fliegt gerade aus. Auf Quer- und Seitenruder musste nicht nachgetrimmt werden. Den angegebenen Seitenruderausschlag habe ich zuerst als zu gering eingeschätzt, allerdings haben sich die angegebenen Werte des Herstellers als vollkommen stimmig und mehr als ausreichend bewährt.

 

Test: PT-17 Boeing Stearman von JAMARA

 

Hieraus ergibt sich, dass alle Angaben der Bauanleitung stimmen und genauso vom Modellpiloten übernommen werden können. Bei Seitenwind lässt sich das Modell durch Zugabe von Seitenruder sehr gut in der gewünschten Bahn halten. Das Flugverhalten möchte ich insgesamt als besonders gutmütig bezeichnen. Mit der von JAMARA empfohlenen Motorisierung sind alle Kunstflugfiguren möglich, die auch mit dem Original geflogen werden können.  

 

Fazit

Das Modell sollte von jedem Piloten mit Querrudererfahrung beherrscht werden können. Bei Herausnahme der Fahrt ist kein Abkippen festzustellen, sondern lediglich nur ein Durchsacken. Das Modell sollte allerdings mit etwas Schleppgas an die Piste herangeführt werden,  um eine allzu harte Landung zu verhindern. Beherzigt man dies sind viele butterweiche Landungen möglich.

 

Einstellwerte:

EWD: HLW und untere Fläche 0°, obere Fläche -1,3°

 

Schwerpunkt:

85mm an der oberen Fläche gemessen von der Vorderkante

 

Produktdetails:

• Modellname: PT-17 Boeing Stearman
• Kategorie: ARF
• Hersteller: JAMARA
• Artikelnummer: 005723
• Spannweite: 1.960 mm
• Abfluggewicht: 6,2kg
• Preis: 459,00 Euro (UVP)

 

Motor:

Type: P-45 von Jamara, Artikelnummer: 111260
Bauart:    2-Takt-Benzinmotor
Hubraum: 45ccm
Besonderheiten: Walbro Vergaser mit Choke und elektronische CDI Zündung, Zündspannung 4,8-6V

 

Verwendete Peripherie:

• Höhenruderservo: Jamara Q 7 Standard
• Seitenruderservo: Jamara Q 7 Standard
• Querruderservo: 2x Jamara Q 7 Standard
• Gasservo: Jamara Q 7 Standard

 

Kontaktdaten Hersteller:

JAMARA e.K.
Erich Natterer
Am Lauerbühl 5
88317 Aichstetten
Telefon: +497565/9412-0
Fax: +497565/9412-23
Email: info@jamara.de
Internet: http://www.jamara.de

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.1 (12 Bewertungen)

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