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Test: robbe HeliCommand HC3-Xbase

von Markus Kocher vom 24. Februar 2011
Artikel-ID: 20110225-FM-01 Rubrik: Helikopter

Führte robbe mit seiner HeliCommand-Serie preislich bisher eher das obere Level an, setzt der Hersteller mit seinem neuen HC3-Xbase auf eine günstige Flybarless-Lösung und möchte damit Kunden überzeugen, die bisher eher zur preiswerteren Alternative griffen. Nach HC3-SX und HC3-Xtreme, schließt der neue HC3-Xbase die Produktpalette der Flybarless-Systeme von robbe Modellsport also funktionell und preislich nach unten ab. Dabei muss sich der kleine Helfer keineswegs hinter seinen Kollegen verstecken - im Gegenteil! Was der neue HC3-Xbase leistet, soll unser Test auf RC-MODELLSCOUT.DE zeigen.


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219 Euro (UVP) sind für den elektronischen Helfer fällig. Dafür liegt alles mit bei, was für die Konfiguration und für den Betrieb im Modellhubschrauber notwendig ist. Neben einem 90mm langen Anschlusskabelbaum zum Empfänger und zwei unterschiedlichen Klebepads, legt der Hersteller ein USB-Kabel für den Anschluss an den PC mit in die Verpackung. Die Anleitung und die jeweils aktuelle Software zur Konfiguration gibt es ausschließlich per Download auf der Internetseite von robbe oder HeliCommand.219 Euro (UVP) sind für den elektronischen Helfer fällig. Dafür liegt alles mit bei, was für die Konfiguration und für den Betrieb im Modellhubschrauber notwendig ist. Neben einem 90mm langen Anschlusskabelbaum zum Empfänger und zwei unterschiedlichen Klebepads, legt der Hersteller ein USB-Kabel für den Anschluss an den PC mit in die Verpackung. Die Anleitung und die jeweils aktuelle Software zur Konfiguration gibt es ausschließlich per Download auf der Internetseite von robbe oder HeliCommand.

 

Warum Flybarless fliegen?

Flybarless wurde Anfang 2010 zum absoluten Trend bei Elektro-Helis. Kein Wunder, bringt die elektronische Unterstützung im Wesentlichen nur Vorteile: So entfällt die aufwendige Konstruktion am Rotorkopf und das Einstellen der Mechanik ist deutlich einfacher.

Aber auch im Flugbetrieb bringt ein gutes Flybarless-System nur Mehrwerte: Neben mehr Stabilität im Schwebeflug, lassen sich alle Kunstflugfiguren spurtreu und mit exakter Präzision fliegen. Dazu kommt nochmals 10 bis 15% mehr Leistung gegenüber einem Paddelkopf.

Im Grunde unterscheiden sich alle auf dem Markt verfügbaren Flybarless-Systeme in der verbauten Hardware nur leicht. Oft findet man sogar die selben Komponenten. Hochwertige Silicon-MEMS-Sensoren und ein Prozessor bilden das Herzstück der Hardware. Die Intelligenz liegt jedoch in der aufgespielten Firmware. Erst diese verleiht dem jeweiligen System die nötige Stabilität, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit. 

 

Die Firmware entscheidet über Funktionalität und Features

Dass der neue HC3-Xbase die preiswerte Basisversion der robbe Flybarless-Serie darstellt, fällt bereits bei der Verpackung auf. Während HC3-SX und HC3-Xtreme mit schicker Blechbox ausgeliefert werden, muss sich der preisbewusste Modellpilot beim HC3-Xbase mit einer einfachen Verpackung aus Kunststoff zufrieden geben.

HC3-XbaseDer HC3-Xbase ist rein optisch vom HC3-Xtreme nicht zu unterscheiden: Gleiche Grösse, gleiche Farbe, gleiche Pin-Belegung. Lediglich der gelaserte Schriftzug verrät, was tatsächlich unter der Aluminiumhülle steckt. Auch im Verglich zum HC3-SX liegt der Unterschied lediglich am eloxierten Aluminium. Unter jeder Hülle - egal ob HC3-Xbase, HC3-SX oder HC3-Xtreme schlägt das selbe elektronische Herz. Nur die entsprechende Firmware entscheidet letztendlich über Funktionalität und Features.

Im direkten Vergleich mit Flybarless-Systemen anderer Hersteller, kommt die X-Serie - wie sie von robbe genannt wird - tatsächlich mit minimaler Ausstattung aus. Potis, LED-Ampeln und Beschriftungen sucht man am gesamten System vergeblich. Auch gibt es keinen Satelliten, der über Status informiert oder mit Potis ausgerüstet ist. Lediglich eine einzige Status-LED informiert zentral über den Zustand des HC3-Xbase. Verwendet man einen Satelliten-Empfänger (JR/Spektrum), wird dieser auf der rechten Gehäuseseite direkt eingesteckt. Platz ist insgesamt für 2 Satelliten (Diversity). Alle anderen Anschlussarten wie serielles Summensignal, S.Bus oder direkter Empfänger-Anschluss über den beiliegenden Kabelbaum, werden über die Leiste auf der Oberseite des HC3-Xbase vorgenommen.

 

Der HC3-Xbase wird per Software konfiguriert

Doch wo liegen die Unterschiede zu HC3-Xtreme und HC3-SX und was macht den HC3-Xbase so günstig? Die Unterschiede liegen im Funktionsumfang der aufgespielten Firmware. Während der HC3-SX mit seinem Horizont-Modus wirklich genau das bietet, was 3D-Einsteiger das Training erleichtert, muss der Hubschrauber-Pilot mit dem HC3-Xbase auf viele Top-Features verzichten. Das betrifft im wesentlichen die Taumelscheiben-Typen: Vom HC3-Xbase werden lediglich H1 und H3 120°-Anlenkungen unterschützt. Weitere Typen kennt die Low-Budget-Version nicht, sind aber für 95% der Hubschrauber am Markt auch nicht notwendig. Demnach wird auch eine virtuelle Taumelscheibenverdrehung und das 4. Taumelscheibenservo nicht unterstützt. Auch auf alle für Standard-Trainermodelle nicht benötigten Einstellparameter im Heckkreisel- und Rigid-Menu wird bewusst verzichtetet, was die Einstellung aber vereinfacht.

HC3-XbaseDer Einbau des HC3-Xbase in den Hubschrauber ist simpel und im direkten Vergleich zu einem einfachen Kreisel gibt es im Grunde keine Unterschiede. Lediglich die korrekte Einbaulage muss beachtet werden. Zum Fixieren am Chassis legt robbe zwei unterschiedliche Klebepads mit bei. Wir klären auf: Das weiche Pad findet primär bei Verbrennerhelis oder Scale-Modellen Verwendung, das harte dünnere Pad bei vibrationsfreieren Elektrohelis und Acro-Modellen (auch Nitro). Noch ein Tipp zum Kabelbaum: Dieser besteht aus 4 einzelnen Litzen (Pitch, Heck, Kopf- und Heckkreisel) und 2 dreiadrigen Servokabeln für Roll und Nick. Dieser Kabelbaum sollte unbedigt "locker" und nicht unter Zug oder Druck verlegt werden. Das mindert die Übertragung von Vibrationen auf das Kreiselsystem.

Der HC3-Xbase wird ausschließlich über die zum kostenlosen Download angebotene Software konfiguriert. Eine manuelle Konfiguration über Taster am Gerät oder über die Steuerung ist nicht möglich. Wir haben die Software auf Windows XP und Windows 7 getestet. Auf beiden Betriebssystemen gab es keinerlei Probleme. Die Software steht aktuell in der Version 3.0 zur Verfügung.

 

Per Online-Upgrade zum HC3-Xtreme

Sowohl HC3-Xbase als auch seine Kollegen HC3-SX und HC3-Xtreme greifen auf dieselbe Software zurück. Nach der Installation und Start der Software muss dieser mitgeteilt werden, welche Version der X-Serie vorliegt. Demnach entscheidet die Software, welche Features zur Konfiguration freigeschaltet werden und auf welche Funktionen verzichtet wird. Dazu werden einzelne Karten einfach ausgeblendet und Parameter ausgegraut. Zur Grundeinstellung verfügt die PC-Software über einen Assistenten, der zuverlässig durch alle Schritte der Konfiguration führt. robbe bietet für HC3-SX und HC3-Xtreme bewährte Voreinstellungen zum Download an, welche über die Software eingelesen werden und auf das eigene Modell angepast werden können. Diese Funktion fehlt beim HC3-Xbase gänzlich - schade eigentlich, denn gerade dieses Feature könnte Einsteigern unter die Arme greifen.

HC3-XbaseDoch auch dafür hat der Hersteller ein Lösung: Über ein kostenpflichtiges Upgrade wird aus einem HC3-Xbase ein HC3-Xtreme. Das geht schnell und einfach über die Software, online. Kostet allerdings 199 Euro und wird mit einem Freischalt-Code aktiviert. Sogar ein Upgrade auf den HX3-SX ist möglich. Kostet weitere 129 Euro und das Gerät muss zum Hersteller geschickt werden. Man sollte sich vor dem Kauf also gut überlegen, welche Anforderungen man an sein Flybarless-System stellt.

Der HC3-Xbase unterstützt alle gängigen Servos. Dabei spielt es keine Rolle, ob analoge, digitale oder Brushless-Servos zum Einsatz kommen. Um einen Defekt an den Servos zu vermeiden, dürfen diese erst an das Gerät angeschlossen werden, wenn der richtige Servo-Typ in der Software eingestellt wurde.

Über die Kanäle des Heck- und Kopfkreisels kann der Hubschrauber während des Fluges per Steuerung feingetrimmt werden. Dazu werden beide Kanäle am besten auf je einen Dreh- oder Schieberegler gelegt, aber auch eine Schalterbelegung ist unter Umständen denkbar. Vergleicht man den HC3-Xbase im Flug mit einem HC3-SX sind keine Unterschiede zu erkennen. Der günstige HC3-Xbase arbeitet genauso präzise, schnell und zuverlässig wie sein deutlich teurere Kollege. Logisch, denn die Hardware ist bei allen drei Ausführungen identisch und auch die Firmware greift auf die selben Parameter zurück. Lediglich bereits beschriebene Sonder-Features wie zum Beispiel Horizont-Modus und besondere Konfiguration auf spezielle Helikoptertypen sind eben nicht verfügbar.

Übrigens: Der HC3-Xbase lässt sich auch als ganz normaler Heckkreisel nutzen. Interessant für alle Modellpiloten, die erstmal mit einem Paddel-System beginnen und später umrüsten möchten. Das spart Aufwand und vor allen Dingen Geld.

 

Mein Fazit:

Wer sich heute für ein Flybarless-System entscheidet, macht mit dem HC3-Xbase sicherlich nichts falsch und kann getrost bestellen! Mit einem UVP von 219 Euro gehört das System nicht nur preislich auf alle Fälle zu den Top-Produkten auf dem Markt. Denn auch technisch steht der HC3-Xbase einem HC3-SX in nichts nach. Der Preisunterschied entsteht lediglich durch eine auf Diät gesetzte Firmware und eingeschränkter Funktionalität.

Trotzdem deckt diese Version der HeliCommand-Serie alle Funktionen ab, die grundlegend für den paddellosen Hubschrauberflug benötigt werden. Und wer später aus seinem HC3-Xbase einen HC3-Xtreme oder gar einen HC3-SX machen möchte, kann die Upgrade-Funktion des Herstellers nutzen.

 

 

Gut

• Attraktiver Preis
• Umfangreiche Grundausstattung
• Upgradefähig bis zu HC3-SX

Weniger gut

• PC/Notebook zur Konfiguration zwingend notwendig

 

Kontaktdaten Hersteller:

robbe Modellsport
Metzloser Straße 38
36355 Grebenhain
Telefon: +496644/870
Fax: +496644/7412
Email: office@robbe.com
Internet: http://www.robbe.com

Technische Daten:

• Abmessung: 36 x 34 x 14 mm
• Gewicht: 18g  (ohne Anschlusskabel)
• Betriebsspannung: 4...10V  (2S-LiPo-tauglich, min. 5.5V bei Spektrum/JR-Satelliten)
• Drehrate Heck: max. 650°/s
• Drehraten Roll & Nick: max. 500°/s (typisch)
• Servo-Framerate: 55 Hz / 220 Hz wählbar
• Servoausgang Heck:  1,52ms / 0,76ms wählbar
• Servo-Ströme maximal: Summe 10A (Dauer)
• Länge der Anschlusskabel zum Empfänger: 90mm

 

Lieferumfang:

• HC3-Xbase inklusive Klebepads
• Anschlusskabelbaum zum Empfänger (90mm)
• USB-Kabel zum Anschluss an PC/Notebook

 

Benötiges Zubehör:

• Keines

 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.3 (20 Bewertungen)

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