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Wissen was läuft: Die TELEMETRY BOX von robbe/FUTABA im Praxistest

von RC-MODELLSCOUT.DE vom 9. Oktober 2012
Artikel-ID: 20121009-FM-01 Rubrik: Magazin

Mit der modernen und zukunftssicheren 2,4-GHz-Übertragung hat auch die Telemetrie Einzug in den Modellflug gehalten. So bieten mittlerweile alle Hersteller für ihr jeweiliges Fernsteuersystem eine mehr oder weniger benutzerfreundliche Telemetrie-Lösung an, mit der Piloten Daten wie Geschwindigkeit, Höhe und viele weitere Werte in Echtzeit aus dem Modell empfangen können. Neu von robbe Modellsport ist die TELEMETRY BOX, die wir jetzt im Praxiseinsatz ausgiebig testen konnten.

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Zugegeben, Modellpiloten mit einer Fernsteuerung aus dem Hause robbe/FUTABA mussten lange auf die Möglichkeit verzichten, Telemetrie-Daten aus dem Modell zu empfangen. Immer wieder verzögerte sich die Auslieferung der Komponenten und bis heute ist bietet nur der Luxussender T18MZ des Herstellers integrierter Telemetrie. Doch auch Piloten mit FASST-kompatibler Fernsteuerung müssen nicht auf Telemetrie verzichten, denn seit kurzer Zeit gibt es von robbe Modellsport die sogenannte TELEMETRY BOX. Ein kleines schwarze Kästchen, vollgepackt mit moderner Elektronik zum Empfang sämtlicher Telemetrie-Daten direkt vom Modell. Ausgestattet mit großem und übersichtlich gestaltetem Display, werden empfangene Telemetrie-Werte klar dargestellt und auf Wunsch sogar zusätzlich per Sprache und akustischem Ton ausgegeben.

 

Wissen was läuft: Die TELEMETRY BOX von robbe/FUTABA im PraxistestGut verarbeitete Hardware

Die TELEMETRY BOX von robbe/FUTABA verfügt über insgesamt drei Anschluss-Möglichkeiten: Auf der linken Gehäuseseite befindet sich ein USB-Anschluss, der zum Laden des internen Lipo-Akkus und für Updates der Firmware genutzt wird. Daneben hat der Hersteller eine Audio-Buchse platziert, an die jeder gängige Ohrhörer angeschlossen werden kann. Die 3-polige SBUS2-Buchse zur Anmeldung der Telemetrie-Sensoren an das System, befindet sich auf der rechten Gehäuseseite. Das große, bei Bedarf sogar blau hintergrundbeleuchtete LC-Display ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung jederzeit sehr gut ablesbar. Bedient wird die TELEMETRY BOX über insgesamt vier Tasten auf der rechten Vorderseite. Ihren Strom erhält die Box durch einen internen 1-zelligen Lipo-Akku. Die gesamte Verarbeitung der Hardware macht einen sehr hochwertigen Eindruck, einzig die beiden an der oberen rechten Gehäuseecke positionierten Empfänger-Antennen sind, gerade bei der Programmierung und Bedienung, teils etwas störend. Eine Bedienungsanleitung, ein USB-Kabel zum Laden und zum Updaten der Box sowie zwei unterschiedliche Halterungen, mit denen die Box an so ziemlich allen Sendern befestigt werden kann, runden den Lieferumfang ab. Optional sind von robbe Modellsport weitere Halterungen unterschiedlicher Art, speziell auch für Pultsender, über den Fachhandel lieferbar.

 

Wissen was läuft: Die TELEMETRY BOX von robbe/FUTABA im PraxistestInnovative Software

Die Software der TELEMETRY BOX bietet durch ihre vielen Features im Grunde alle Möglichkeiten, Sensordaten anzeigen zu lassen und ist nach kürzester Zeit der Einarbeitung sehr einfach und intuitiv bedienbar. Neben Sensor-spezifischen Funktionen wie Alarmwerte oder Sprache ein/aus, bietet die Box zudem die Möglichkeit, insgesamt 10 unterschiedliche Modellnamen zu speichern und jedem dieser Modelle individuelle Sensoren zu zuordnen. Ein echter Mehrwert, wenn Sensoren vom gleichen Typ in unterschiedlichen Modellen verbaut sind und zu dem unterschiedliche Alarmwerte ausgegeben werden sollen. Leider lassen sich jedoch nur maximal zwei Empfänger mit der Box binden, was die Flexibilität unter Umständen einschränken kann. In Hinblick dessen, dass es sich bei der TELEMETRY BOX um ein Nachrüstgerät von FASST-Anlagen auf Telemetrie handelt, eine Einschränkung, mit der man sicherlich aus kommt. Direkt nach dem Einschalten der TELEMETRY BOX wird der Modellpilot über die Version der aktuellen Firmware und über den aktuellen Ladezustand des internen Lipo-Akkus informiert. Nach knapp zwei Sekunden wechselt das Display dann automatisch zur Anzeige der Sensordaten. Betrieben werden kann die TELEMETRY BOX mit dem FASST-Empfänger R6308SBT, welcher bereits die Empfänger-Spannung und die externe Spannung als Telemetrie-Daten an die Box sendet. Im Zusammenspiel mit einem R7008SB FASSTest-Empfänger kann die Box übrigens als paralleles oder alternatives Anzeigeinstrument auf für FASSTest eingesetzt werden. Weitere Telemetrie-fähige FASST-Empfänger werden sicherlich folgen.

Bevor die TELEMETRY BOX Sensorwerte empfangen und verarbeiten kann, muss diese wie ein Empfänger auch, an das System gebunden werden. Hierfür steht auf der Gehäuserückseite ein LINK-Taster zur Verfügung. Eine grüne LED signalisiert, dass ab sofort Telemetrie-Daten empfangen werden können. Die im Lieferumfang beliegende Anleitung erklärt Schritt für Schritt diesen Binde-Prozess ausführlich, geht aber in keiner Weise darauf ein, wie danach beispielsweise Sensoren eingebucht, verwaltet oder verwendet werden. Auch die Anleitungen der einzelnen Sensoren befassen sich lediglich mit der Verwendung einer T18MZ und gehen nicht auf die TELEMETRY BOX ein. Ein echtes Manko und  Potenzial für Verbesserung. Tatsächlich ist das Einbuchen und Verwalten der Sensoren mit etwas Basiswissen sehr einfach: Dazu muss man verstehen, dass jeder Sensor einen sogenannten Startslot in der TELEMETRY BOX zugeteilt bekommt, der im Grunde durch den Modellpiloten frei wählbar ist. Da Sensoren zum Teil über mehrere Funktionen verfügen können, werden Sensor-spezifisch gleichzeitig nachfolgende freie Slots automatisch belegt und als "reserviert" in den Sensoreinstellungen der TELEMETRY BOX dargestellt. Pro Modell/Empfänger stehen so insgesamt 31 freie Slots zur Verfügung. Zum Registrieren eines Sensors wird dieser über die SBUS2-Buchse direkt an die eingeschaltete TELEMETRY BOX angeschlossen und über die Einstellung "Sensoranmeldung" registriert. Dabei erkennt die Box automatisch den angeschlossenen Sensor und schlägt selbständig einen Startslot vor. Einfacher kann es im Grunde nicht gehen.

Wissen was läuft: Die TELEMETRY BOX von robbe/FUTABA im PraxistestÜber die Sensoreinstellungen können für jeden Sensorwert anschließend weitere individuelle Features verändert werden: So lassen sich beispielsweise für den GPS-Sensor Alarmwerte für Höhe, Geschwindigkeit oder Vario gezielt anpassen. Aber auch Warntöne und Warntondauer kann der Modellpilot jederzeit seinen Wünschen entsprechend verändern.

Im Moment bietet robbe Modellsport neben den beiden Empfänger-Sensorwerten für externe und interne Spannung, einen Vario-Sensor, einen GPS-Sensor, einen Temperatur-Sensor sowie einen hochempfindlichen TEK/Vario-Sensor mit einer Genauigkeit von einem Zentimeter/Sekunde an.

Auch wenn die Signalstärke zwischen Sender und Empfänger leider nicht mit übertragen und angezeigt wird, lässt sich mit diesem Angebot an Sensorik im Grunde bereits der Großteil aller Telemetrie-Anforderungen in modernen Modellflugzeugen und Hubschraubern erfüllen. Weitere Sensoren sollen folgen, Sensoren externer Anbieter sind momentan nicht verfügbar bzw. können nicht verwendet werden.

Die im Modell zur Verwendung kommenden Sensoren werden übrigens über die sogenannte SBUS2-Leitung miteinander verbunden. Dafür verfügt jeder Sensor über eine weitere Buchse, in die der nachfolgende Sensor eingesteckt wird. Somit wird am Empfänger lediglich nur ein einziger Steckplatz für die Telemetrie benötigt - egal wie viele Sensoren letztendlich an das System angeschlossen wurden.

 

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Die TELEMETRY BOX im Praxiseinsatz

Draußen auf dem Modellflugplatz zeigt sich die TELEMETRY BOX unglaublich flexibel und leistungsstark zugleich. Durch die im Lieferumfang beiliegenden Halterungen lässt sich die Box schnell am Tragebügel eines jeden Handsenders befestigen und bietet somit besten Einblick auf das große Display. Alternativ kann die Box natürlich auch völlig unabhängig vom Modellpiloten durch einen Helfer gehalten werden um somit wichtige Daten zu protokollieren. Interessant gerade für Wettbewerbspiloten. Die Laufzeit des internen Akkus ist enorm: Für bis zu 5,5 Stunden im Dauerbetrieb mit Sprachausgabe und Kopfhören reicht der Lipo-Akku auf alle Fälle aus. Bei eingeschalteter Hintergrundbeleuchtung reduziert sich die Akkulaufzeit auf immer noch bemerkenswerte fünf Stunden. Sollte der Akku tatsächlich einmal an seine Leistungsgrenze kommen, wird dieser über das beiliegende USB-Kabel innerhalb von zwei Stunden wieder vollständig geladen.

Doch die wahren Stärken der TELEMETRY BOX von robbe/FUTABA liegen im Detail: Mit bis zu 10 Messwerten pro Sekunde, stellt diese Telemetrie-Lösung in Bezug auf Genauigkeit viele Wettbewerbsprodukte schlichtweg in Schatten. Die Kommunikation zwischen Empfänger und Box funktioniert jederzeit einwandfrei - auch bei hoher Entfernung von rund 1.000 Metern kam es beim Test mit der TELEMETRY BOX zu keinem Ausfall. Die Sprachausgabe über den internen Lautsprecher ist gut, wenn gleich mit Ohrhörer die Ansage deutlich besser zu verstehen ist. Seglerpiloten und Thermikschnüffler werden die Vorzüge der Vario-Melodie schätzen, die bei Verwendung des TEK/Vario-Sensors, des GPS-Sensors sowie für das Standard-Vario zur Verfügung steht. Einziger Kritikpunkt: Der Ton lässt sich nicht auf die Schnelle abschalten, was gerade während des Landeanflugs recht nervig sein kann.

Schade ist auch, dass die TELEMETRY BOX leider über keine Möglichkeit verfügt, Daten aufzuzeichnen um sie später auszuwerten. Wird die Box ausgeschaltet, sind die empfangenen Daten unwiederbringlich gelöscht. Gerade in Verbindung mit einem GPS-Sensor gäbe es hier fast unendliche viele weitere Möglichkeiten, seinen Flug am PC auszuwerten und zu optimieren.

 

Unser Fazit

Für manch gute Dinge bedarf es einfach etwas mehr an Zeit. So auch für die Telemetrie-Lösung aus dem Hause robbe/FUTABA. Das Warten hat sich unserer Meinung nach jedenfalls gelohnt, denn mit der TELEMETRY BOX bietet der Hersteller eine moderne und ausgereifte Lösung an, mit der Modellpiloten mit FASST-Sender schnell, unkompliziert und verhältnismäßig kostengünstig in den Genuss umfangreicher Telemetrie kommen. An der Anleitung muss robbe Modellsport noch etwas feilen und sicherlich bietet robbe bald eine Möglichkeit an, Telemetrie-Daten zuverlässig zu loggen. Die jedenfalls derzeit von robbe/FUTABA verfügbaren Sensoren decken im Grunde alle Anwendungen des modernen Modellflugs ab und bieten sowohl für Hubschrauber-Piloten, Segelflieger wie auch Kunstflug-Piloten alle Möglichkeiten der Informationsgewinnung.

Pfeil rotDie TELEMETRY BOX von robbe/FUTABA auf der Internetseite des Herstellers anschauen

 

 

Features:

• Hintergrundbeleuchtetes Display
• Tonausgabe
• Sprachausgabe
• Interner Lautsprecher
• Option für Kopfhörer
• Update-fähig über USB

 

Lieferumfang:

• TELEMETRY-BOX
• Mini-USB-Kabel
• Griff-Adapter
• Antennen-Adapter
• Anleitung

 

Wo kaufen?

Bezug: Fachhandel
Preis: 149,90 Euro (UVP)

 

 

 

 

Gut

• Günstige Möglichkeit, mit bestehendem FASST-System, Telemetrie zu empfangen
• Gute Verarbeitung
• Hohe Genauigkeit
• Lange Akku-Laufzeit
• Viele Sensoren lieferbar

 

Weniger gut

• Max. zwei Empfänger können gebunden werden
• Keine Aufzeichnungsfunktion
• Anleitung

 

Kontaktdaten des Herstellers:

robbe Modellsport
Metzloser Straße 38
36355 Grebenhain
Telefon: +496644/870
Fax: +496644/7412
Email: office@robbe.com
Internet: http://www.robbe.com

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 2 (25 Bewertungen)

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