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Test: T-Rex 600EFL PRO von robbe/ALIGN

von Stefan Bockisch vom 24. Juni 2011
Artikel-ID: 20110624-FM-01 Rubrik: Helikopter

Fein sieht der neue T-Rex 600EFL PRO aus. Modern, sportlich und voller Dynamik. Kein Wunder, dass die Neuheit mit vielen Vorschusslorbeeren bereits bedacht wurde. Aber was hat der neue T-Rex wirklich drauf und wo liegen gegenüber der Vorgängerversion die Unterschiede?

Zunächst einmal die Fakten: Der neue robbe/ALIGN T-Rex 600EFL PRO baut auf eine komplett neue Konstruktion auf und nur wenig erinnert tatsächlich an seinen Vorgänger T-Rex 600ESP. Der neue 600er trägt klar die Gene aus der 700er-Klasse und bedient sich mit vielen Features an dessen Erfahrung. Das Wesentliche fällt sofort auf: Er wirkt deutlich schlanker und viel dynamischer, obwohl jetzt 2x 6S unter der Haube liegen. Doch ich fange am Besten ganz von vorne an.

 

 

 

Test: T-Rex 600EFL PRO von robbe/ALIGN

...wie innerhalb von 4 Stunden ein Hubschrauber entsteht

Schon allein der Bausatz überzeugt durch Qualität. Alle Teile sind ALIGN-typisch nach Baugruppen einzeln in transparenten Kunststoffbeutel verpackt und beschriftet. Dieses Konzept hat sich bewährt und hilft auch absoluten ALIGN-Einsteigern sich schnell mit dem Bausatz und dem Aufbau des Modells vertraut zu machen. Die Bedienungsanleitung ist selbsterklärend und gar Modellpiloten mit wenig Englischkenntnissen kommen mit der original Dokumentation dank ausführlicher Bebilderung und verständlichen Explosionszeichnungen klar. Über kleine Fehler in der Dokumentation kann man hinweg sehen. robbe Modellsport legt übrigens eine deutsche Übersetzung der Anleitung mit bei. Sämtliche RC-Komponenten wie Servos, Regler, Motor und 3-Achsen-Kreisel 3GX sind nochmals separat verpackt. Teilweise sind ganze Baugruppen vorgefertigt - so zum Beispiel der Rotorkopf oder auch das Heckrotorgehäuse. Zu empfehlen ist allerdings, alle Schraubverbindungen nochmals zu öffnen und mit Loctite zu sichern. Das bringt leider etwas mehr Zeitaufwand mit sich, die Erfahrung zeigt jedoch, dass nicht alle Schrauben ab Werk tatsächlich gesichert sind. Dabei empfehle ich auch nochmals die Drucklager in den Blatthaltern zu überprüfen. Oftmals werden diese gar nicht oder nur unzureichend ab Hersteller gefettet.

Der Bau des Hubschraubers beginnt mit dem Chassis, welches komplett aus CFK besteht. Zwei jeweils 2 Millimeter starke Seitenplatten und eine Bodenplatte bilden die Basis. Beim Chassis sind übrigens die wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorgängermodell zu finden. Während der 600er ESP noch mittels Push-Pull-Anlenkung seine Taumelscheibe bediente, übertragen die beiden Roll-Servos ab sofort ihre Kraft direkt und verzichten auf weitere Hebel und Verlängerungen. Ein in die Seitenplatten eingegossener Kunststoffrahmen bestimmt die genaue Einbauposition beider Servos. Edel wirken die drei blau eloxierten Servoarme aus Aluminium, welche im Lieferumfang beiliegen. Diese übertragen kraftvoll das Drehmoment der drei Digital-Servos auf die Taumelscheibe. Sie sind bereits mit Gewinden ausgestattet, in die die Kugelköpfe eingeschraubt werden. Das Nick-Servo überträgt seine Kraft mittels einer Brücke aus Aluminium an die Taumelscheibe.

 

Test: T-Rex 600EFL PRO von robbe/ALIGNDas gesamte Chassis fällt deutlich kompakter aus als noch beim T-Rex 600ESP. Dadurch verlagert sich der Schwerpunkt des Hubschraubers nach unten, was wiederum zu besseren Flugeigenschaften führt. Der 2x 6S Antriebsakku befindet sich beim neuen T-Rex 600EFL PRO ab sofort direkt im Chassis und wird hängend auf einer Schiene gelagert.

Gesichert wird die Akku-Einheit mittels mechanischem Taster. Wird dieser gedrückt, kann die gesamte Schiene bequem zum Laden aus dem Hubschrauber gezogen werden. Zum Empfehlen sind Lipos mit einer Kapazität von 3.300 bis 3.500 mAh.

Diese passen perfekt auf die Schiene und somit ohne Probleme ins Chassis. Aber auch Akkugrößen mit mehr als 4.200 mAh können geradenoch so in das Chassis geschoben werden. Dann jedoch ohne Schiene und somit gilt Vorsicht bei der Befestigung der Lipos! Akkus mit mehr als 3.500 mAh Kapazität verwandeln den T-Rex 600EFL PRO zur Bleiente - dessen sollte man sich bewusst sein.

Beim neuen robbe/ALIGN T-Rex 600EFL PRO ist alles auf Leistung, Leistung und nochmals Leistung ausgelegt. Die gesamte Antriebseinheit wirkt jetzt absolut schlüssig. Die Hauptrotorwelle wird über zwei Lager geführt und über ein schrägverzahntes Hauptzahnrad angetrieben. Die Vorteile einer Schrägverzahnung: Wesentlich bessere Laufruhe, weniger Vibrationen und eine deutlich geringere Geräuschentwicklung bei optimaler Kraftübertragung. Der fast 320 Gramm schwere und 60 Millimeter hohe Antriebsmotor 600MX wird stehend eingebaut. Motorwelle und Ritzel werden durch einen weiteren Lagerbock geführt und übertragen somit keine wesentlichen radialen Kräfte auf die Getriebeeinheit. Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten und die Montage eines Fremdmotors dürfte mit der original Motorplatte aus zwei Gründen Probleme bereiten: Erstens sind keine Langlöcher mehr vorhanden und somit wird das Flankenspiel durch das exakte Lochmaß der Motorplatte bereits vorgegeben. Zum zweiten mus die Motorwelle lang genug sein, um im Gegenlager Platz zu finden.

 

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Kraftübertragende Bauteile aus Kunststoff findet man beim neuen T-Rex praktisch keine. Präzision und lange Lebensdauer spielten bei der Entwicklung des Hubschraubers wohl eine besondere Rolle. So wurde auch das Heckrotorgehäuse komplett überarbeitet: Hebelarme aus Kunststoff wurden durch Aluminium ersetzt und die Seitenteile des Gehäuses leicht verstärkt. Die Kraft zur Pitch-Ansteuerung des Hecks überträgt jetzt ein 5 Millimeter starker Carbon-Stab. ALIGN setzt bei der Neuauflage des 600er auf den bewährten und wartungsarmen Starr-Antrieb, der bereits in vielen Modellgrößen des Herstellers zum Einsatz kommt.

 

Test: T-Rex 600EFL PRO von robbe/ALIGN

Das 3GX als Herzstück der Super Combo

Was dem Bausatz an RC-Komponenten und Elektronik beiliegt ist absolut hochwertig. Drei Taumelscheiben-Servos DS610, Heck-Servo DS650, ein Castle ICE HV 80 Brushless Regler sowie ein externes 6A BEC mit Spannungsregulator. Schade ist, dass ein geeigneter Lipo mit 2S 1.900 mAH für das externe BEC nicht im Lieferumfang enthalten ist. Das Herzstück der Super Combo ist sicherlich das neue Flybarless-System 3GX. Gegenüber seinem Vorgänger 3G hat sich das neue Stabilisierungssystem deutlich weiterentwickelt und gilt jetzt als eines der fortschrittlichsten Systeme auf dem Markt. Neben Spektrum / JR-Satellitenanschlüssen unterstützt das 3GX ab sofort auch robbe/FUTABA`s S.BUS-System und kann auch mittels PC bequem programmiert werden. Natürlich kann auch weiterhin die Programmierung per Fernsteuerung erfolgen. Auch das ist innerhalb weniger Minuten erledigt. Im Lieferumfang des 3GX liegt zum Anschluss an den PC das passende USB-Kabel sowie eine CD mit Konfigurations-Software und vordefinierten Setups für sämtliche Heligrößen mit bei.

Das 3GX ist deutlich kompakter geworden und befindet sich technisch auf dem neusten Stand: MEMS-Sensoren und Steuereinheit sich jetzt in einem Gehäuse verbaut. LEDs informieren über Zustand und Konfiguration. Es unterstützt alle Taumelscheibentypen und Rotorköpfe mit bis zu 5 Blätter. Der 16-Bit Prozessor soll bis zu 4x schnell arbeiten als im Vorgänger 3G. Bereits integriert ist ein Bluetooth-Modul, welches später die drahtlose Verbindung zum Notebook oder Smartphone ermöglichen soll. Ein GPS-Sensor ist laut ALIGN in Vorbereitung.

Die genau Position von 3GX, Brushless-Regler, externem BEC und Empfänger wird durch die Dokumentation von robbe/ALIGN exakt vorgegeben. Ebenso beschreibt die Anleitung des 3GX sehr schön, wo welches Kabel in welche Buchse muss. Die Programmierung des Senders ist relativ einfach. Lediglich ein Heliprogramm mit HR3-Mischung ist notwendig, den Rest macht das 3GX. Über die Knüppelausschläge am Sender werden die Endausschläge für jeden einzelnen Kanal definiert. Über eine SET-Taste am 3GX springt man jeweils einen Schritt weiter zum nächsten Menüpunkt. Tatsächlich ist das Programmieren eine Sache von nur wenigen Minuten.

Test: T-Rex 600EFL PRO von robbe/ALIGN

Der T-Rex 600EFL PRO bringt flugfertig etwa 3.600 Gramm auf die Waage. Gegenüber seinem Vorgänger T-Rex 600ESP ein Gewichtszuwachs von nur etwa 200 Gramm. In der Luft verhält sich der Heli absolut neutral und einfachster Schwebeflug wird sogar für Einsteiger (im Lehrer/Schüler-Betrieb) zum Kinderspiel. Die Geräuschkulisse wird dank Schrägverzahnung auf ein absolutes Minimum reduziert, ein leises angenehmes Surren vom Motor ist die Folge. Doch unter dem Schafspelz steckt tatsächlich die giftigste Echse dieser Huschrauber-Klasse: Der Heli entwickelt abartig viel Power. Alle möglichen und unmöglichen Flugmanöver werden eben mal so mit Leichtigkeit mitgenommen - es scheint als wären die Gesetzte der Physik für den T-Rex 600EFL PRO außer Kraft. Sowohl im schnellen Speedflug als auch im 3D-Flug bricht die Drehzahl praktisch zu keinem Zeitpunkt ein. Mit gerade einmal 25 Ampere im Rundflug, 55 Ampere im Kunst- und kurzzeitig bis zu 100 Ampere im 3D-Flug sind die Komponenten der Antriebseinheit optimal aufeinander abgestimmt. Zu Motorabschaltung durch Überbelastung - wie es beim Vorgänger durchaus mit dem Serien-Setup vorkommen konnte - kommt es beim T-Rex 600EFL PRO zu keinem Zeitpunkt.

Mit 2x 6S 3.500mAh werden Flugzeiten - je nach Flugstil - von bis zu 8 Minuten erreicht, hemmungsloser 3D-Flug zwingt den Heli bereits nach kurzen 5 Minuten zurück auf festen Untergrund. Meinen T-Rex 600EFL PRO fliege ich im Moment mit ca. 2.400 Umdrehungen.

 

Mein Fazit

Vergleicht man den neuen T-Rex 600EFL PRO mit seinem Vorgänger, hat sich tatsächlich viel getan. robbe/ALIGN hat sich bei seiner Neuheit auf das Wesentliche konzentriert und Überflüssiges einfach konsequent weggelassen: Optimale Flugeigenschaften und Leistung satt, gepaart mit sehr guter Qualität aller Komponenten ist das Ergebnis. Sicherlich gibt es immer Spielraum für Modifikationen, doch die Super Combo enthält bereits eine auf die Hardware des Hubschraubers perfekt abgestimmte Antriebslösung, die sich vor anderen und vor allen Dingen deutlich teuren Lösungen nicht wirklich zu verstecken brauch.

Das 3GX arbeitet zuverlässig - kein Vergleich zum 3G und auch bei niedriger Drehzahl punktet der elektronische Helfer. Zu keinem Zeitpunkt neigt der Hubschrauber zum unter- oder überschneiden. Das Flugverhalten des T-Rex 600EFL PRO ist mit neutral und ausgewogen zu bezeichnen, trotzdem steht unglaublich viel Kraft für extremste Flugmanöver zur Verfügung!

 

Technische Daten:

• Länge: 1.160mm
• Höhe: 353mm
• Breite: 210mm
• Hauptrotorblattlänge: 600mm
• Hauptrotordurchmesser: 1347mm
• Heckrotordurchmesser: 260mm
• Motorritzel: 13Z
• Hauptzahnrad: 112Z (Schrägverzahnt, Modul 1)
• Autorotationszahnrad: 131Z
• Heckrotorgetriebe: 34Z
• Übersetzung: 1:8.61:3.85
• Gewicht (ohne Akku): ca. 2.620g

 

Lieferumfang:

• T-Rex 600EFL Pro Kit
• 600 3G Carbon Hauptrotorblätter
• 105mm 3K Carbon Heckrotorblätter
• BL600MX Brushless Motor (510KV)
• 3GX Flybarless-System
• 3X DS610 Taumelscheibenservo
• 1x DS650 Heckservo
• Castle ICE HV 80 Brushless-Regler
• 6A Externes BEC
• Deutsche Anleitung von robbe Modellsport

 

Wo kaufen?

Preis: 809,00 Euro (UVP)
Bezug: Fachhandel
 

Gut

• Extrem hochwertiger Bausatz
• Sehr gute und ausführliche Anleitung
• Software & USB-Kabel für 3GX im Lieferumfang
• 3GX arbeitet zuverlässig und genau
• Tiefliegender Schwerpunkt

 

Weniger gut

• Motorplatte begrenzt die Auswahl an unterschiedlichen Motoren

 

 

Kontaktdaten des Herstellers

robbe Logo
robbe Modellsport
Metzloser Straße 38
36355 Grebenhain
Telefon: +496644/870
Fax: +496644/7412
Email: office@robbe.com
Internet: http://www.robbe.com

 


 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.2 (40 Bewertungen)

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