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Test: Thunder Tiger Tiger Trainer OBL MK III in der Super Combo-Version

von Simon Greis vom 19. September 2011
Artikel-ID: 20110919-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Der Tiger Trainer von TunderTiger ist ein echter Klassiker. Viele Modellpiloten haben auf den beiden Modellen 40 MK I und MK II erfolgreich ihre ersten Flugversuche gemacht oder ihr Können verbessert. Seit einiger Zeit versucht der Hersteller nun mit dem Tiger Trainer OBL MK III im hart umkämpfen Markt der Trainer-Modelle Fuss zu fassen. Ganz ohne Zweitaktlärm und ölige Finger, denn der Hersteller setzt auf E-Antrieb.

 

 

Test: Thunder Tiger Tiger Trainer OBL MK III in der Super Combo-VersionDen OBL MK III gibt es in unterschiedlichen Ausstattungsvarianten. Der einfache Bausatz ohne Motor ist die günstigste Version. Vom Regler bis zu den Servos kann hier jeder selbst entscheiden, welche Komponenten für seinen OBL MK III die besten sind.

Zum Test auf RC-MODELLSCOUT.DE stand mir die Super-Combo des Modells zur Verfügung. Das Set beinhaltet alles was für den schnellen Start tatsächlich benötigt wird. Dazu zählen neben einem Brushless-Motor und Regler auch drei Servos, ein 10.8 V NiMh-Akku mit 3.600 mAh Kapazität sowie 2 Ladegeräte und die passende Luftschraube.

Highlight der Combo ist sicherlich der 2,4 GHz-Handesender und der passende Empfänger. Durch den überaus kompletten Lieferumfang werden sicherlich auch Anfänger und Wieder-Einsteiger ihre wahre Freude an der Super Combo haben.

Es ist schon einige Zeit her, dass ich ein Modell von Thunder Tiger geflogen bin. Umso größer ist meine Vorfreude auf den Tiger Trainer OBL MK III. Das Paket ist mächtig. Kein Wunder, sitzt ja auch ein großer Vogel mit einer Spannweite von 1.550 Millimetern darin. Das Abfluggewicht gibt der Hersteller mit 2.350 Gramm an. Alles in allem macht der erste Blick in die Kiste einen durchweg positiven Eindruck. Ich entnehme einen Beutel mit diversen Bedienungsanleitungen und Sicherheitshinweisen, einen Karton mit dem 2,4 GHz, die Ladegeräte für Flugakku und Fernsteuerung, sowie diverse Kleinteile wie Spinner, Hauptfahrwerksbeine und Tragflächengummis.

Klassische Holzbauweise prägt das Gesamtbild des Modells. Rumpf und Tragflächen werden jeweils an den Enden von Styropor im Karton gesichert, das Höhenruder und das Seitenleitwerk liegen in Folie eingeschweißt separat dazwischen. Vorsichtig entnehme ich die Leitwerksteile und packe sie aus. Wie von Thunder Tiger eigentlich gewohnt, sind alle Teile hochwertig bespannt und von sehr guter Qualität. Auch der Rumpf und die Flächen sind verarbeitet und sehen wirklich klasse aus. Minuspunkte gibt es für die Transportsicherung des schweren NiMh-Akkus: Dieser hat sich gelöst und während des Transports im Rumpf für ordentlich Schaden gesorgt. Ein Spant wurde komplett ausgerissen, zwei weitere sind angebrochen. Auch die Kunststoff-Motorhaube hat den Transport nicht ohne Blessuren überstanden und ist links und rechts deutlich eingedrückt. Für einen erfahrenen Modellbauer sind die Spanten schnell wieder repariert. Die Motorhaube lässt sich jedoch auch mit viel Geduld und Übung nicht mehr ganz in den Ursprungszustand zurück versetzen - ein paar Dellen im Kunststoff bleiben übrig. Hier muss der Hersteller auf eine wesentlich bessere Transportsicherung achten. Mir scheint, dass die Verpackung vom Verbrennermodell übernommen wurde, welchem natürlich werder ein Flugakku noch eine überbreite Motorhaube beiligt. Also Thunder Tiger, hier bitte nacharbeiten.

Der Vorfertigungsgrad des Tiger Trainer OBL MK III ist hoch. ARF-typisch sind alle Servos bereits eingebaut und mit den Rudergestängen verbunden. Auch das Bugrad ist bereits verbaut und angelenkt. Der 40 A-Brushlessmotor ist verkabelt und ebenfalls eingebaut. Lediglich der Spinner und die große APC-Luftschraube werden zum Finish des Modells auf der Motorwelle verschraubt. Die Montage der Hauptfahrwerksbeine ist bewährt: Das fertig gebogenen Hauptfahrwerk wird einfach in die Bohrungen im Rumpf gesteckt und mit insgesamt vier Schrauben gesichert. Ebenso simple ist der Einbau der Leitwerksteile. Diese werden einfach eingesteckt und verklebt. Beim Höhenruder muss darauf geachtet werden, dass es absolut gerade sitzt. Gutes Augenmaß ist sicherlich Gold wert, der Modellbauer greift zum Geodreieck. Nachdem Seiten- und Höhenleitwerk verklebt sind, können die bereits ab Werk verbauten Ruderhörner angeschlossen werden. Die Arbeiten am Rumpf sind somit relativ schnell innerhalb einer guten Stunde abgeschlossen.

 

Test: Thunder Tiger Tiger Trainer OBL MK III in der Super Combo-VersionBeim Auspacken der Tragflächenhälften fällt mir der nächste Transportschaden auf: Im Bereich der Servoaufnahme ist das Balsaholz gebrochen. Nachdem der Schaden schnell mittels Sekundenkleber behoben ist, können die Flächenhälften verbunden werden. Ein stabiler Holm bringt zwar die nötige Stabilität in die Fläche, zusätzlich verklebe ich jedoch die Wurzelrippen der Tragflächen miteinander. Diesen Schritt möchte ich aufgrund der wesentlich bessern Stabilität auf alle Fälle empfehlen. Ich benutze dafür 5-Minuten-Exopydz, ein Streifen Klebeband sorgt dafür, dass das Harz nicht ausquellt und die Bespannung beschädigt. Entgegen den Seiten- und Höhenservos, muss in der Tragfläche das Querruder-Servo eingeklebt werden. Zeitlicher Aufwand insgesamt gute 30 Minuten.

Die Tragfläche wird klassisch mit Gummibändern am Rumpf gehalten. Thunder Tiger liefert hierfür acht hochwertige Bänder mit. Andere Hersteller verschrauben ihre Flächen mit dem Rumpf - was tatsächlich besser ist, darf jeder selbst für sich entscheiden.

Nachdem der schwere, 9-zellige NiMh-Flugakku für satte 12 Stunden am mitgelieferten 230-Volt-Ladegerät geladen wurde, wird dieser im vorderen Teil des Rumpfs mit einem wiederverwendbaren Kabelbinder befestigt. Der Schwerpunkt stimmt mit dieser Konfiguration auf Anhieb. Der 2,4 GHz-Empfänger ist übrigens eingebaut und die Servos für Höhen- und Seitenruder sind angeschlossen. Der 4-Kanal-Sender liegt sehr gut in der Hand, die Trimmhebel sind ebenfalls gut zu erreichen. 

Aber Achtung: In der durchaus gut bebilderten Anleitung hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen: Der Querruderausschlag wird falsch herum beschrieben, hier wurde offensichtlich rechts mit links verwechselt. Richtigerweise muss in Flugrichtung gesehen bei Querruder rechts natürlich das rechte Querruder nach oben ausschlagen, das linke entsprechend nach unten. In den Abbildungen von Thunder Tiger ist das leider falsch.

 

Was leistet das Modell?

Das stabile Fahrwerk des Tiger Trainer OBL MK III lässt Starts und Landungen sowohl auf Asphalt- wie auch auf kurz gemähten Graspisten zu. Doch Achtung: Die Piste sollte zum Starten min. 25 Meter betragen, denn nach schier endlos langen 20 Metern (!!) Rollstrecke hebt das Modell endlich zum Jungfernflug ab. Zwei Zacken an Quer- und Höhenruder nachgetrimmt, fliegt der Tiger Trainer OBL MK III wie am Schnürchen gezogen. Die Motorleistung ist ausreichend, jedoch nicht mit Leistung des Verbrennermodells zu vergleichen. Die Ruderabstimmung ist Trainertypisch gutmütig. Es genügt das Modell zunächst nur über Quer- und Höhenruder zu steuern, was besonders für Einsteiger von Vorteil ist. Mischt man Quer- und Seitenruder, erhält man ein wirklich erstklassiges Flugbild eines schön gestalteten Trainers.

Test: Thunder Tiger Tiger Trainer OBL MK III in der Super Combo-VersionSchon nach kurzem Rundflug juckt es mich in den Fingern: Was leistet das Modell im Kunstflug? Ich hole etwas Fahrt auf und setze zum ersten Looping an. In der Abwärtspassage das Gas raus und es wird ein traumhafter Looping. Turns gelingen nahezu perfekt, ein kurzer Gasstoß lässt den Hochdecker am Scheitelpunkt erstklassig rotieren. Auch Rollen meistert der Einsteiger-Trainer gut, vorausgesetzt man drückt im Rücken deutlich nach. Für den konstanten Rückenflug reicht die Motorleistung des Tiger Trainer OBL MK III leider nicht aus, nach ungefähr 50 Metern Rückenflug wird der Tiger Trainer trotz Vollgas viel zu langsam, verliert deutlich an Höhe und wird sehr schwammig. 

Im Langsamflug überzeugt der Tiger Trainer OBL MK III. Hier warten keine bösen Überraschungen, selbst im überzogenen Kurvenflug bleibt der Hochdecker stets beherrschbar. Wer ein deutliches Abkippen sehen will muss es schon mit aller Kraft provozieren - und selbst dann pendelt der Elektrotrainer sauber um die Querachse.  Nach circa 10 Minuten Flugspass geht es zum Landeanflug. Mit gut 1/4 Gas fliege ich auf die Landebahn zu. Kurz über dem Boden das Gas raus, schwebt der Trainer aus und setzt sich butterweich auf die Bahn.

 

Fazit

Obwohl der Tiger Trainer bereits seit vielen Jahren auf dem Markt ist, zeigt der OBL MK III tatsächlich noch einige Kinderkrankheiten, auf die man eigentlich gerne verzichtet: Abgesehen von der Transportsicherung des Akkus, liegt dem Lieferumfang leider nur eine englische Bedienungsanleitung bei. Für Einsteiger mag das Modell aufgrund der langen Startphase von 20 Metern erstmal sicherlich Probleme bereiten. Doch ist das Modell in der Luft, entpuppt sich der Hochdecker als absolut gutmütiger Alleskönner. Warum Thunder Tiger noch auf einen NiMh-Akku setzt ist fraglich. Das Super Combo-Set des Tiger Trainer OBL MK III überzeugte mich vor allen Dingen durch den umfangreichen Lieferumfang und den überaus fortgeschrittenen Fertigungsgrad.

 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (13 Bewertungen)

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