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Deutlich mehr fürs Geld: Die TWIN AIR ARF von robbe Modellsport im Test

von Alexander Thiele vom 22. Mai 2012
Artikel-ID: 20120522-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Angelehnt an das legendäre Design der PIPER PA-34, ist seit kurzer Zeit die neue TWIN AIR ARF von robbe Modellsport lieferbar. Mit Landeklappen, Beleuchtungsset und Einziehfahrwerk sollte man meinen, ein Holzmodell vor sich zu haben. Doch weit gefehlt: robbe Modellsport setzt auf Schaum und verspricht fortgeschrittenen Modellpiloten hervorragende Flugeigenschaften. Unser Autor Alexander Thiele ist die TWIN AIR ARF Probe geflogen und berichtet über seine Erfahrungen.

 

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Deutlich mehr fürs Geld: Die TWIN AIR ARF von robbe Modellsport im TestDie original PIPER PA-34 gibt es mittlerweile seit über 40 Jahren. Vom Hersteller Piper Aircraft Corporation immer wieder modifiziert und auf die aktuellen Anforderungen angepasst, kommt das Muster vor allen Dingen als Reiseflugzeug zum Einsatz. Aber auch zur Ausbildung junger Piloten wird die PIPER PA-34 immer noch gerne eingesetzt. Das Original ist mit zwei starken Boxermotoren ausgestattet, die das Flugzeug auf eine Geschwindigkeit von fast 380 km/h bringen. Insgesamt bis zu 5 Passagiere transportiert so die PIPER PA-34 tausendfach noch jährlich sicher durch den Luftraum.

Der Nachbau aus dem Hause robbe Modellsport kann die Gene der PIPER PA-34 nicht verleugnen. Alles an der TWIN AIR ARF deutet auf einen gelungenen Scale-Nachbau hin und überzeugt durch hochwertige Materialauswahl, ideal ausgewählte RC-Komponenten und eine sehr gute Verarbeitung. Die TWIN AIR ARF verfügt über eine Spannweite von knapp 1.600 Millimetern und wird als "Fast-Fertig-Modell" über den Fachhandel ausgeliefert. Neben den beiden starken Elektromotoren und den passenden 40-Ampere-Reglern, sind alle weiteren Komponenten wie Servos und Einziehfahrwerk ebenfalls ab Hersteller montiert.

Die Montage des Modells ist dank hohem Vorfertigungsgrad des Hersteller und ausführlich bebilderter und  deutschsprachiger Anleitung in relativ kurzer Zeit erledigt. Zusätzlich benötigt wird dafür das übliche Werkzeug wie Schraubendreher, Cuttermesser sowie CA-kleber, UHU-Por und Epoxid-Harz. Alle geschäumten Teile machen aus der Verpackung heraus einen sehr soliden und hochwertigen Eindruck. Das Dekor ist bereits ab Hersteller aufgebracht. Begonnen habe ich den Bau mit den Leitwerken am Heck des Modells. Die Ruder von Seiten- und Höhenleitwerk sind im Lieferzustand fest mit den jeweiligen Leitwerken verbunden und werden mit einem Cuttermesser durch einen Schnitt abgetrennt, dann mit Hilfe der beiliegenden Stiftscharniere eingeklebt. Am besten funktioniert das Verkleben der Scharniere mit UHU-Por. Jetzt werden in die Höhenruder die Anlenkungshebel eingeschraubt und gleich mit dem jeweiligen Abtriebshebel des Servos verbunden. Dabei bietet es sich an, einen Servotester zu verwenden, um die Servos bei der Montage direkt in Neutralstellung zu bekommen. Anschließend werden die beiden Höhenruder-Servos mit dem dazugehörigen Y-Kabel verbunden.

Das fertiggestellte Höhenleitwerk wird auf das Rumpfende geschraubt, welches später dann als ganze Einheit wiederum mit dem restlichen Rumpf verklebt wird. Zunächst aber verfahre ich mit dem Seitenleitwerk genauso wie mit den Höhenleitwerk. Beide werden dann anschließend von unten miteinander verschraubt, bevor die ganze Einheit mit dem Rumpfende verklebt wird.

 

 

Wie das Original, verfügt auch der Nachbau von robbe über viele kleine Details, die bei der Montage leider etwas Zeit in Anspruch nehmen, später aber in der Luft und sogar am Boden einfach für das gewisse „Etwas“ sorgen. So zum Beispiel kleine Leitflächen, die auf der Rumpfunterseite mit dem Heck verklebt werden. Um hier eine optimale Klebestelle zu erhalten, muss die Lackierung mit einem Schmirgelpapier oder einem Messer aufgeraut oder ganz entfernt werden. Zum Verkleben eignet sich CA-Kleber am besten.

Die Tragflächen der TWIN AIR sind weitestgehend vorbereitet. Auch hier sind alle Servos eingebaut und selbst das elektrische Einziehfahrwerk mit samt den Rädern ist montiert. Aus zwei Tragflächenhälften wird mittels einem Flächenverbinder aus Holz und etwas Expoxidharz oder Weissleim die Tragfläche zu einer Einheit zusammengeklebt. Zuvor sollte dieser Montageschritt unbedingt "trocken" vorbereitet werden. Sparsamer Umgang mit dem Klebstoff zahlt sich beim Zusammenfügen der Flächen übrigens aus! Ähnlich wie bereits bei der Montage der Leitwerke beschrieben, werden auch an den Tragflächen zuerst die Querruder und die Landeklappen mit einem Cuttermesser entfernt und anschließend wieder mit Scharnieren und etwas UHU-Por verklebt. Speziell für die Landeklappen liegen separate Landeklappenscharniere bei, welche mit CA-Kleber und Aktivator auf der Flächenunterseite verklebt werden. Nach Überprüfung der Neutralstellung aller Servos, werden final noch die Rudergestänge eingehängt und an den Randbögen der Tragfläche die Winglets verklebt.

Im Lieferumfang liegen übrigens kleine Schrumpfschlauchstücke bei, die zur Sicherung der Gabelköpfe dienen. Der Akku wird auf einem Holzbrettchen in der Nase des Modells montiert und mittels beiliegender Klettschlaufe fest verzurrt. Etwas sorgen machte mir die zylindrische Halterung einer der beiden Motoren. Beim ersten Testlauf hatte sich herausgestellt, dass zwischen Motorhalterung und Motor zu viel Spiel war und somit der Motor nicht ausreichend stabil gelagert werden konnte. Eine Lage Tesafilm zum Unterfüttern löste jedoch schnell das Problem. Jetzt werden noch die Luftschrauben und die Spinner montiert.

Alle weiteren Arbeiten sind eher kosmetischer Natur: Auf das Höhenleitwerk wird noch eine Antennen- und auf der Unterseite jeder Motorgondel eine Auspuff-Attrappe geklebt. Fertig.

 

Deutlich mehr fürs Geld: Die TWIN AIR ARF von robbe Modellsport im TestViele Funktionen benötigen viel Kabel. Und so hat sich im Rumpf der TWIN AIR ARF mittlerweile durch Zuleitungen zu den Ruder-Servos, zum Einziehfahrwerk oder auch zur Stromversorgung der LED-Beleuchtung ein ordentlicher Kabelsalat gebildet. Wer möchte kann hier mit Kabelbindern und Klebeband noch Ordnung schaffen, die Flugeigenschaften werden dadurch jedoch nicht verändert. Lediglich die Anschlüsse zwischen den unzähligen Y-Kabeln und den Servosteckern würde ich empfehlen, unbedingt mit Klebeband oder Tesafilm zu sichern.

Die neue TWIN AIR ARF von robbe Modellsport ist bestens motorisiert. Die zwei starken Brushless-Outrunner-Motoren katapultieren das Modell mit gezogenen Klappen sprichwörtlich in den Himmel. Kraftreserven sind also ordentlich vorhanden - legt man es darauf an. Doch die TWIN AIR ARF möchte eigentlich gemütlich geflogen werden und so kommen gerade fortgeschrittene Modellpiloten voll auf ihre Kosten und werden die überaus gutmütigen Flugeigenschaften des Modells loben. Das Flugbild ist sensationell vorbildgetreu und schon nach wenigen Metern erinnert rein gar nichts mehr an eine sogenannte Schaumwaffel. Das Einziehfahrwerk fährt auch nach mittlerweile unzähligen Starts auf gepflegter Gaspiste ohne Probleme ein und aus. Zu empfehlen sind jedoch Asphaltpisten. Durch das über einen separaten Servo angekenkte Bugrad ist das Modell am Boden voll manövrierfähig und kann exakt gesteuert werden.

Die Landeklappen sind eine nette Funktion und für den einen oder anderen Piloten ein Muss – gerade in dieser Modellklasse. Sie werden allerdings aufgrund des relativ geringen Gewichts des Modells von gerade einmal 2.600 Gramm nicht wirklich benötigt. Daher empfehle ich ein Herantasten an dieses Feature in deutlicher Sicherheitshöhe. Denn wird das Modell zu langsam, ist ein Abkippen über die Tragfläche praktisch unausweichlich. Etwas kritisch ist die robbe TWIN AIR beim Kurvenflug. Hier muss unbedingt darauf geachtet werden, dass das Modell nicht zu langsam und vor allen Dingen nicht zu eng in die Kurve geht. Weit gezogene Kurven – wie eben das Original sie fliegt – sind kein Problem für die TWIN AIR.

Mit dem von robbe Modellsport empfohlenen 4S Lipo-Akku mit 4.500 mAh Kapazität sind gute 8 Minuten Flugzeit möglich. Gemütliches Cruisen verlängert die Flugzeit auf insgesamt 10 Minuten. Einen Minuspunkt gibt es für die Halterung der Kabinenhaube. Das relativ schwere Bauteil wird auf der Nasenseite in den Rumpf eingeführt und von hinten mit einem Klipp aus Kunststoff gehalten. Dieser hat wiederum zu viel Spiel und die Chance, dass die Haube so beim Flug verloren geht, ist hoch. Auch hier hilft ein Streifen Tesafilm, seitens des Herstellers sollten hier Magnete zum Einsatz kommen.

 

Mein Fazit

Die TWIN AIR ARF von robbe Modellsport bietet viel fürs investierte Geld. Knapp 270 Euro sind an den Fachhändler zu bezahlen. Dafür gibt es mit Einziehfahrwerk, Landeklappen und Beleuchtungseinheit durchaus das Maximale, was in dieser Modellgrösse technisch möglich ist. Die Motoren sind mit den beiden 40-Ampere-Reglern bestens auf das Modell und seine Flugeigenschaften abgestimmt und bieten ein Maximum an Leistung. Hinzu kommt noch das schicke und anspruchsvolle Design der legendären PIPER PA-34.

 

 

Technische Daten:

• Spannweite: 1.600 mm
• Länge: 1.540 mm
• Fluggewicht: ca. 2.600 g
• Tragflächenbelastung: 60 g/dm2
• Gesamtflächeninhalt: 44 dm2
• Maßstab: 1:7,5

 

RC-Funktionen:

• Höhenruder
• Seitenruder
• Querruder
• Landeklappen
• Motorregelung
• Einziehfahrwerk
• Lenkbares Bugfahrwerk

 

Wo kaufen?

Bezug: Fachhandel
Preis: 279,90 Euro (UVP)

 

 

 

Gut

• Original getreue Scale-Optik
• Viele Funktionen
• Sehr gutmütige Flugeigenschaften
• Gutes Preis/Leistungsverhältnis

Weniger gut

• Ein Motor locker
• Regelrechter Kabelsalat im Rumpfinneren

 

Kontaktdaten Hersteller:

robbe Modellsport
Metzloser Straße 38
36355 Grebenhain
Telefon: +496644/870
Fax: +496644/7412
Email: office@robbe.com
Internet: http://www.robbe.com
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.4 (18 Bewertungen)

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