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Test und Video: Ist der Cam-Flyer Q von BORMATEC der neue Quartiermeister?

von RC-MODELLSCOUT.DE vom 27. März 2012
Artikel-ID: 20120327-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Wer auf der Suche nach einem kleinen handlichen Nuri ist und diesen sogar mit leichtem FPV-Equipment oder mit einer einfachen Flycam ausstatten möchte, wird beim neuen Q von BORMATEC fündig. Doch wie verhält sich der nur 300 Gramm leichte Nurflügler im Praxistest und wie vor allen Dingen sind Qualität und Flugeigenschaften zu bewerten? Wir haben uns den Bausatz angeschaut.


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Test und Video: Ist der Cam-Flyer Q von BORMATEC der neue Quartiermeister?Der Q von BORMATEC (http://www.bormatec.com) ist bisher so exklusiv, dass man ihn auf Modellflugplätzen eher selten antrifft. Zu Unrecht glaube ich, denn in dem kleinen Nuri steckt viel mehr, als man auf den ersten Blick vermuten mag. Der Hersteller bietet das Modell - wie bereits auch seine Drohne MAJA - als EPP-geschäumten Bausatz an. Platten aus sogenanntem Coroplast dienen zur Verstärkung des Modells bzw. als Scharnier für einen schnellen und einfachen Aufbau am Flugplatz. Doch dazu gleich mehr. Mit gelbem Rumpf und schwarzen Flächen ist auch der Q sofort als Flugmodell aus dem Hause BORMATEC zu erkennen. Vertrieben wird das Modell nicht über den Fachhandel, sondern über den Online-Shop des Herstellers in zwei unterschiedlichen Varianten. Ab 79 Euro geht es mit dem einfachen EPP-Bausatz los, für 179,90 Euro bietet der Hersteller ein umfangreiches Set inklusive PICHLER Brushless-Antrieb, zwei Mini-Servos sowie einem geeigneten Lipo-Akku mit 3S und 800 mAh Kapazität an. Die deutschsprachige Anleitung erklärt auf mehreren Seiten Schritt für Schritt den Einbau des Antriebsset und der RC-Komponenten und lässt für fortgeschrittenen Modellpiloten keine Fragen offen. Für meinen Test habe ich mich für das Combo-Set entschieden, wobei hier – entgegen der Produktbeschreibung des Herstellers – weder Lipo-Akku noch Servos beilagen.

Da Rumpf und Tragflächen bereits fest miteinander verklebt sind, geht der Aufbau des Modells mit etwas Erfahrung eigentlich relativ zügig von statten. Zuerst werden die Servos in die Tragfläche eingeklebt. Der Hersteller hat dafür bereits auf der Flächenunterseite Platz für die notwendigen Aussparungen geschaffen, mittels einem Schlitz bis zum Rumpf wird dann das Servokabel verlegt. Die benötigten Ruderhörner liegen dem Bausatz bei und werden jeweils mit zwei Schrauben und einer Gegenplatte am EPP-Ruder befestigt. Da das von BORMATEC verwendete EPP in seiner Struktur sehr grob ist, empfehle ich dringend, die Ruderhörner zusätzlich mit Epoxi oder einer Heissklebepistole gut zu verkleben. Anschließend wird bereits der Antriebssatz verbaut. BORMATEC legt in seiner Combo-Version ein Set von PICHLER bei, das aus einem Brushless-Motor der Nano-Reihe mit ca. 100 Watt Leistung und einem 12-Ampere-Regler besteht. Zusätzlich werden noch insgesamt drei Stecker/Buchse-Paare benötigt, um Regler und Motor miteinander zu verbinden. Hier empfehle ich typische Goldstecker der Grösse 2-Millimeter.

Der Motor selbst wird mittels einer Aluminium-Halterung und drei Schrauben auf den beiliegenden Holzspant geschraubt, der zuvor mit Epoxi exakt an den Rumpf geklebt wurde. Wer möchte, kann den Motor übrigens auch klassisch vorne im Rumpf verbauen, dann entfällt jedoch die Möglichkeit, genau dort eine Kamera zu platzieren. Ich habe mich für einen Delta-typischen Pusher-Antrieb entschieden, wobei die im Lieferumfang beiliegende Luftschraube nicht wirklich für diesen Einsatz ausgelegt ist. Der Grund: Die Blätter können sich aufgrund eines Kunststoffstegs am Mitnehmer nicht ganz öffnen. Die Rückfrage bei BORMATEC ergab jedoch, dass dies vom Hersteller durchaus gewollt ist und scheinbar keinen Nachteil auf den Schub hat. Ich habe beim Testmodell die Kunststoffstege für beide Blätter mit einer Feile trotzdem entfernt.

 

 

 

Die Rumpfunterseite des Q ist auf die gesamte Länge geschlitzt. Somit lassen sich Motor und Regler super einfach platzieren und die Zuleitungen der Servos durch den Rumpf zum Empfänger verlegen. Der Empfänger selbst sitzt übrigens nicht direkt im Rumpfinneren, sondern wird mittels Klett auf dem Rumpf befestigt und ist so jederzeit bequem zu erreichen. Geschützt wird der Empfänger während des Fluges durch die beiden Tragflächenhälften, die im flugbereiten Zustand eine Art Dach dem Ganzen bilden.

Innerhalb einer guten Stunde sollte es für erfahrene Modellbauer jedenfalls kein Problem sein, den Q von BORMATEC in einen flugbereiten Zustand zu bringen. In meinem Testmodell verwende ich - entgegen der Empfehlung des Herstellers, einen etwas schwereren Lipo mit 1.100 mAh Kapazität. Trotzdem ist die Schwerpunktangabe in der Anleitung so nicht zu erreichen und ich muss tatsächlich nochmal 25 Gramm Blei in der Nase des Modells platzieren. Im Flug später sollte sich herausstellen, dass die Schwerpunktangabe aus der Anleitung mit 120 Millimetern hinter der Vorderkante Flügelspitze, nicht korrekt ist. Viel mehr sind hier mindestens 130 bis 135 Millimeter für ausgewogene und gutmütige Flugeigenschaften zu empfehlen. Flugfertig mit Akku wiegt mein Testmodell gute 345 Gramm.

 

Der Aufbau des Q - typisch für BORMATEC

Wie bereits das Schwestermodell MAJA, ist auch der Q weitestgehend aus dem Werkstoff EPP aufgebaut. Doch tatsächlich innovativ ist die eigentlich simple Konstruktion des Modells. Ab Hersteller sind die Tragflächen bereits mit dem Rumpf verklebt.

Test und Video: Ist der Cam-Flyer Q von BORMATEC der neue Quartiermeister?Über Kunststoffplatten in einer Art Wabenstruktur – dem sogenannten Coroplast – werden Scharniere zum Zusammenklappen des Flugmodells gebildet oder dienen mittels einem Stäbchens zum Zusammenfügen der Tragflächen oder Aufstellen der Winglets. Eine einfache und vor allen Dingen zweckgebundene Lösung. Eine FPV-Kamera kann beim Q zum Beispiel direkt in der Rumpfspitze platziert werden. In den verhältnismäßig großen Rumpf des Modells findet das übrige FPV-Equipment auf alle Fälle locker Platz. BORMATEC beschreibt sein Modell als "nahezu unzerstörbar". Ich habe an dieser Aussage des Herstellers jedoch meine Zweifel. Denn auch der Q wird bei unsanfter Bodenberührung – wie übrigens jedes andere Flugmodell – schnell die Flügel strecken. 

Klassisch, mit einem beherzten Stoß aus dem Handgelenk heraus, wird der Q gestartet. Mit der richtigen Schwerpunktangabe sind die Flugeigenschaften des Nurflüglers als absolut unkritisch einzuordnen und selbst fortgeschrittene Einsteiger dürften mit dem Q schnell vertraut werden. Das vom Hersteller empfohlene Antriebsset leistet keine Wunder, trotzdem reicht die Antriebsleistung mit einem 1.100er-Lipo für gut 3 - 4 Steigflüge in beachtliche Höhe durchaus aus. Aufgrund des sehr geringen Gewichts von etwas über 300 Gramm ohne FPV-Equipment, sind bevorzugt windstille Tage ideal für den Q. Mit etwas Zuladung im Rumpf durch Kamera, Sendeeinheit und zusätzlichem Akku sind die Flugeigenschaften immer noch als sehr gutmütig zu bezeichnen und Flugzeiten von bis zu 20 Minuten sind tatsächlich möglich. Da weder Rumpf noch Tragflächen verstärkt sind, sollte jedoch auf gewagte Flugmanöver verzichtet werden.

 

Fazit

Mit rund 180 Euro für das Combo-Set ist der Q von BORMATEC sicherlich kein Schnäppchen. Angesprochen werden vor allem die Individualisten unter den erfahrenen Modellpiloten, die das Besondere suchen. Die Flugeigenschaften sind in der Tat ausgezeichnet, die Flugzeiten mit über 20 Minuten sehr lang. Minuspunkte gibt es lediglich für die falsche Schwerpunktangabe in der Bedienungsanleitung. Das Modell hat jedenfalls viel Potential um FPV-Piloten zu begeistern. Unterm Strich ist der Q von BORMATEC sicherlich eine lohnende Alternative zu vielen anderen Nurflüglern.

 

 

Technische Daten:

• Spannweite: 850 mm
• Gewicht Testmodell: ca. 335 g
• Flächenbelastung: ca. 16 g/dm²
• Nutzraum:  Länge 150 mm, Durchmesser 25 mm
• Material: EPP und Coroplast

 

Lieferumfang:

• Minidrohne Q
• Antriebsset Motor & Regler
• 2x Servos
• 1x Lipo-Akku 3S 800 mAh
• Deutschsprachige Anleitung

 

Wo kaufen?

Bezug: BORMATEC
Preis Combo-Set: 179,90 Euro
Internet: Online-Shop von BORMATEC

 

 

Gut

• Innovativer Aufbau
• Sehr gute Flugeigenschaften
• Lange Flugzeiten

 

Weniger gut

• Schwerpunktangabe nicht richtig

 

Kontaktdaten Hersteller:

BORMATEC unmanned vehicles
Franz Bormann
Mehlisstrasse 9
88255 Baindt/Schachen
Telefon: 07502/940240
Internet: http://www.bormatec.com
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4 (6 Bewertungen)

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