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Test & Video: E-flite Carbon-Z SCIMITAR inkl. Schubvektorsteuerung von HORIZON HOBBY

von Björn Dommershausen vom 11. November 2011
Artikel-ID: 20111111-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

War eine Schubvektorsteuerung bislang nur Bastlern und echten Experten vorbehalten, bringt HORIZON HOBBY diese Art der Steuerung mit seiner E-flite Carbon-Z SCIMITAR zur Serienreife. Das geschäumte Modell soll durch den schwenkbaren Propeller extremste Flugeigenschaften ermöglichen und vor allen Dingen fortgeschrittene Modellpiloten ansprechen. Björn Dommershausen hat das außergewöhnliche Delta getestet.

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Test: E-flite Carbon-Z SCIMITAR von HORIZON HOBBYDer Lieferumfang und der Vorfertigungsgrad des Modells überrascht mich nicht wirklich: Alles was ich aus dem riesigen Karton entnehme, entspricht absoluter Top-Qualität - eben typisch für HORIZON HOBBY (http://www.horizonhobby.de). Das Finish aller geschäumten Teile ist hochwertig, die Lackierung und das Dekor ist akurat auf Rumpf und Flächen aufgebracht.

Für meinen Test stand mir die BNF-Version der Carbon-Z SCIMITAR zur Verfügung. In dieser Ausstattungsvariante ist der 4-zellige Lipo-Akku mit 3.200 mAh (30 C) Kapazität, sowie ein 12-Volt-Schnelladegerät bereits enthalten. Ein DSM2-/DSMX-kompatibler Empfänger (AR600) ist eingebaut und angeschlossen. Alternativ bietet der Hersteller seine Carbon-Z SCIMITAR etwas günstiger als PNP-Version ohne Akku, ohne Ladegerät und ohne Empfänger an.

Das gesamte Modell ist aus Carbon-Z gefertigt - eine Schaum- bzw. Fertigungstechnologie von HORIZON HOBBY, die gerade bei Modellen wie der SCIMITAR bei extremsten Flugmanövern für höchste Festigkeit bei Rumpf, Tragflächen und Ruderanlenkungen sorgt. Zusätzlich befinden sich an vielen kritischen Stellen, wie zum Beispiel an den Randbögen der Fläche oder auf der Rumpfunterseite, Kunststoff zum Schutz bei Boden- bzw. Fremdberührung. Alles in allem macht das Delta also auf den ersten Blick einen durchaus positiven und vor allen Dingen einen durchdachten Gesamteindruck.

 

Schneller Aufbau dank ausführlicher Anleitung

Der Zusammenbau der Carbon-Z SCIMITAR geht dank hohem Vorfertigungsgrad relativ schnell. Trotzdem sollen erfahrene Modellpiloten gute 1,5 Stunden letztendlich dafür einkalkulieren - inklusive der Programmierung des Senders. Die beiliegende Bau- bzw. Bedienungs- und Programmieranleitung steht in deutsch und weiteren Sprachen zur Verfügung und erklärt sehr schön anhand von vielen Abbildungen und umfangreichen Erklärungen den Aufbau und den Betrieb der SCIMITAR.

Bevor ich mit dem Aufbau des Modells beginne, nutze ich die Zeit und schließe den Lipo-Akku an das mitgelieferte Ladegerät an. Leider besitzt dieses nur einen 12-Volt-Anschuss, der entweder eine Autobatterie oder ein Schaltnetzteil zum Laden voraussetzt. Da sich HORIZON HOBBY mit seinem SCIMITAR ausdrücklich  an fortgeschrittene Modellpiloten und echte Experten wendet, sollte dies jedenfalls keine Hürde darstellen. Geladen wird der Akku mit dem mitgelieferten Lader über seinen Balancer-Anschluss. Am Ladegerät selbst kann der Ladestrom von 500 mAh bis 3 A variabel über einen Drehregler eingestellt werden. Zwei LEDs infomieren über den aktuellen Ladezustand. Ein Signalton verrät, wann der Akku über seine volle Kapazität verfügt.

 

 

Beim Zusammenbau des Modells halte ich mich exakt an die Anleitung des Hersteller und beginne mit der Montage des Dreibein-Fahrwerks. Optional steht übrigens ein Einziehfahrwerk zur Verfügung, welches den SCIMITAR in der Luft - zumindest optisch - nochmals schneller machen soll. Das im Lieferumfang enthaltene Standard-Fahrwerk besteht aus modelltypisch gebogenem Federstahl und ermöglicht damit Starts und Landungen auf Asphalt und kurz gemähten Graspisten. Das Hauptfahrwerk wird auf der Rumpfunterseite eingesteckt und mittels Schrauben gesichert. Das Bugrad ist über ein separates Servo angelenkt und ermöglicht somit volle Kontrolle auch am Boden.

Die Entwicklungsabteilung von HORIZON HOBBY hat mit der SCIMITAR echte Glanzarbeit geleistet. Dies zeigt sich vor allen Dingen bei der Montage von Leitwerken und Tragflächen. Diese folgt einem durchdachten System: Zwei Rohre aus CFK nehmen zuerst die Leitwerke auf, anschließend werden die Tragflächen aufgesteckt und die Stecker der Servos mit den dafür bereits verlegten und beschrifteten Verlängerungskabeln verbunden. Insgesamt drei Schrauben je Tragflächenseite verbinden die Flächen mit ihrem Rumpf. Auf CA-Kleber, Epoxid-Harz oder ähnliche Schmierereien hat der Hersteller bei der gesamten Endmontage seiner SCIMITAR übrigens komplett verzichtet. Vorbildlich ist auch die bereits herstellerseitige Befestigung der Servos: Diese können jederzeit durch lösen von zwei Schrauben bei Bedarf getauscht werden, ohne das geschäumte Material dabei zu beschädigen.

Final wird der Propeller montiert. Laut Anleitung empfiehlt der Hersteller, diesen sowohl horizontal wie vertikal auszubalanciert und bei Bedarf mittels Schleifpapier nachzubearbeitet. Wie genau das funktioniert und warum dieser Aufwand lohnt, zeigt die Bauanleitung und ab offiziellem Auslieferungszeitpunkt auch ein Video im Internet unter http://www.horizonhobby.com.  

 

Die Programmierung des Senders

Unter der Kabinenhaube des Modells, welche mit Magneten am Rumpf gehalten wird, befindet sich genügend Platz für einen grossen 4S Lipo, mit dem auch der Schwerpunkt übrigens final eingestellt wird. Direkt dahinter liegt unter einem Kanal aus Kunststoff die gesamte Elektronik der Carbon-Z SCIMITAR. Alle Servokabel laufen hier zentral zum Empfänger. Auch der 60-Ampere-Regler ist hier zu finden. Ein Verlängerungskabel bis vor zum Lipo-Akku versorgt die Elektronik mit Strom. Meiner Meinung nach überflüssig und eine mögliche Fehlerquelle ist der zusätzliche Ein/Aus-Schalter auf der linken Gehäuseseite. 

Test: E-flite Carbon-Z SCIMITAR von HORIZON HOBBYBevor es an den Erstflug geht, programmiere ich meine SPEKTRUM DX8i und schaue mir dabei das Herzstück meiner SCIMITAR ganz genau an: Die Vektorsteuerung. Eingepackt in einem Gehäuse aus Kunststoff, bewegt ein Servo den kraftvollen 32er-Brushless-Outrunner horizontal nach rechts oder links. Wer die Vektorsteuerung nicht nutzen möchte, könnte diese übrigens mechanisch sperren und das Servo ausbauen.

Die gesamte Konstruktion der Vektorsteuerung macht einen soliden,  leistungsstarken und hochwertigen Eindruck. Sie wird auch maximaler Krafteinwirkung ganz entspannt entgegen stehen.

Das Binden des Modells an meine Steuerung funktioniert sehr komfortabel, da der Hersteller bereits ein verlängertes Bind-Kabel vom Empfänger nach vorne in den Akku-Schacht verlegt hat. Beim Programmieren steigt jedoch der Anspruch an den Modellpiloten. HORIZON HOBBY verweist in seiner Anleitung auf ein bereits fertiges DX8-Setup auf seiner E-flite Homepage und wird zur Markteinfühung dieses als Download anbieten. Ich musste meine SCIMITAR selbst programmieren.

Die Anleitung beschreibt sehr genau, wie die Ausschläge aller Ruder auszusehen haben. Die Schubvektoreinheit wird dabei als zuschaltbarer Mix der Seitenruderfunktion bei der SPEKTRUM DX8 auf FLAP gemixt, welches dem AUX1 am Empfängerausgang entspricht. Tatsächlich sehr erschrocken bin ich über die enormen Ruderausschläge, die HORIZON HOBBY in seiner Bedienungsanleitung empfiehlt. Speziell die Ausschläge der Seitenrudern erreichen die mechanischen Endpunkt. Ein Bereich in der Anleitung geht zusätzlich auf die Differenzierung der Querruder ein und beschreibt zusätzlich, welche Einstellungen genau vorgenommen werden müssen, um ein sauberes Rollen über die Längsachse zu erzielen. Die zuschaltbare Seitenruder/Vektor-Funktion wird ebenfalls bis zum mechanischen Anschlag programmiert. Hierbei ist natürlich unbedingt darauf zu achten, dass der Vektor mit und nicht gegen die Steuerrichtung der Seitenruder zeigt. Die Anleitung weist hier explizit nochmals darauf hin. Natürlich kann die vom Hersteller mitgelieferte Dokumentation nur eine Empfehlung sein und jeder Modellpilot sollte sich selbst an seine individuelle Ruderkonfiguration herantasten. Daher habe ich die Expowerte meiner SCIMITAR mit über 50% programmiert, um bei den vom Hersteller empfohlenen und extrem grossen Ausschlägen zusätzliche Sicherheit zu gewinnen.

 

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Die SCIMITAR liegt gut am Knüppel

Akku rein, Haube drauf, den Ein/Aus-Schalter auf ON und die SCIMITAR ist abflugbereit. Das Delta bringt etwas über 2 Kilogramm Kampfgewicht auf die Waage. Eigentlich nicht viel, zum Werfen trotzdem viel zu unhandlich. Daher auch das stabile Dreibeinfahrwerk, mit dem das Modell ganz entspannt von Gras aus startet. Mit einer Spannweite von 1.080 Millimetern und einer Gesamtlänge von 900 Millimetern, passt das Modell gerade noch so auf die Rücksitzbank eines gängigen PKWs. Nach einem kurzen Check aller Ruder inklusive der Vektorschub-Einheit, lasse ich die Carbon-Z SCIMITAR die Graspiste entlang rollen. Nach kurzen 15 bis 20 Metern hebt das Modell ab und steigt zügig senkrecht in den Himmel. Auf Sicherheitshöhe wechsel ich in den Horizontalflug und führe nur minimale Trimmkorrekturen durch.

Test: E-flite Carbon-Z SCIMITAR von HORIZON HOBBYDoch wie fliegt sich das Delta mit Vektorschub? Im senkrechten Steigflug habe ich den Mixer aktiviert und in die Vollen gegriffen. Die daraus resultierende Flachtrudelfigur ist mit einer extremen Drehrate sehr beeindruckend und wird durch Neutralstellung der Ruder zuverlässig beendet. Ungeübte Modellpiloten werden mit der Funktion des Schubvektors schnell überfordert sein. Ich empfehle daher, ein langsames und stetiges Herantasten an die Möglichkeiten der SCIMITAR. Es bedarf tatsächlich einige Zeit und Übung, sich an das Steuergefühl zu gewöhnen, um das Modell dann sicher am Strömungsabriss zu bewegen.

Da die Carbon-Z SCIMITAR über zwei vollfunktionsfähige Seitenruder verfügt, habe ich klassische Kunstflugfiguren, wie zum Beispiel Messerflug oder Rollen ebenfalls getestet. Was das Delta hier leistet ist enorm. Die Carbon-Z SCIMITAR liegt sauber im Messer und muss lediglich über das Höhenruder bahnstabil gehalten werden. Messerflüge mit eingeschaltetem Vektor überzeugen dagegen nicht. Hier muss zusätzlich kräftig geruder werden, damit eine saubere Linienführung entsteht. Das Delta liegt grundsätzlich extrem gut am Knüppel, doch nach den ersten Rollen zeigte sich, dass die von mir gewählte Differenzierung der Querruder ordentlich an Nachstellpotenzial verfügt.

Die zuerst von mir als sehr extrem eingeschätzten Ruderausschläge sind für das Modell durchaus zu empfehlen. Dank relativ hohem Expoanteil, lässt sich das Modell auch im einfachen Rundflug sehr gut beherrschen. Zu keinen Zeitpunkt fühle ich mich überfordert oder habe je Bedenken über die Flugstabilität des Modells. Nach guten sieben Minuten unter Volllast ist Schluss und der 4S Lipo hat seine Kapazitätsgrenze erreicht. Gerade bei der Landung sollte der extrem gute Gleitwinkel und das Gewicht des Modells nicht unterschätzt werden. Trotzdem kann die Carbon-Z SCIMITAR unerwartet langsam geflogen werden. Landungen sind daher absolut kein Problem.

 

Mein Fazit

BNF steht bei HORIZON HOBBY für auspacken, Funke binden und losfliegen. Dies gilt auch auf die E-Flite Carbon-Z SCIMITAR, jedoch spricht HORIZON mit diesem Modell ganz klar die fortgeschrittenen Modellpiloten an und setzt somit ein gewisses Maß an Erfahrung voraus. Anfänger stoßen hier sehr schnell an ihre Grenzen. Die Verarbeitung, der Vorfertigungsgrad und die enorm guten Flugeigenschaften zeichnen die SCIMITAR aus. Das Antriebssetup ist perfekt auf das Modell abgestimmt und stellt jederzeit genügend Kraftreserven zur Verfügung. Im Normalflug verhält sich die Carbon-Z SCIMITAR recht neutral und überzeugt mit moderater Endgeschwindigkeit. Durch den klassischen Kunstflug bewegt sich das Modell sehr anspruchsvoll und setzt auch hier die nötige Erfahrung seines Piloten voraus. Die tatsächlich innovative und für diese Modellklasse einzigartige Vektorsteuerung verleitet zu allen möglichen und unmöglichen Flugfiguren mit Potenzial auf Suchtgefahr!

 

Technische Daten:

• Spannweite: 1.080 mm
• Länge: 900 mm
• Tragflächeninhalt: 36.4 qdm²
• Material: Carbon-Z
• Gewicht: 1.650 g (ohne Akku)
• Akku: 4S 3.200 mAh 14.8V 30C (BNF-Version)
• Regler: E-flite 60-A Pro SB Brushless Regler
• Servo: 5x digital High-Speed
• Empfänger: Spektrum AR600 (BNF-Version)

 

Der Lieferumfang beinhaltet:

Die BNF-Version beinhaltet neben dem Modell einen bereits eingebauten Empfänger (AR600), einen Lipo-Akku mit 4S 3.200 mAh und ein 12-Volt-Ladegerät. Alles Servos und die gesamte Elektronik ist ab Hersteller eingebaut und angeschlossen.

 

Wo kaufen?

Bezug: Fachhandel
Preis: 319,99 Euro (PNP) // 399,99 Euro (BNF)
Verfügbar: Ende Dezember 2011

 

 

 

Gut

• Einzigartiges Antriebskonzept
• Voll Kunstflugtauglich
• Hochfester Carbon-Z Schaum
• Hochwertige RC-Komponenten
• Dreibein-Fahrwerk

 

Weniger gut

• Modell relativ schwer

 

Kontaktdaten Hersteller:

Horizon Hobby GmbH
Christian-Junge-Str. 1
25337 Elmshorn
Telefon: 04121/2655-0
Email: info@horizonhobby.de
Internet: http://www.horizonhobby.de

 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.8 (12 Bewertungen)

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