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Test & Video: Geschäumter EPO-Doppeldecker PITTS S2-B / PITTS M12 von STAUFENBIEL

von Stephan Weinhard vom 26. Januar 2012
Artikel-ID: 20120126-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Flugmodelle aus geschäumten Werkstoffen werden immer größer. Einer  der Vertreter  „geschäumter Großmodelle“ ist die neue PITTS S2-B von STAUFENBIEL. Mit stattlichen 1.600 Millimetern Spannweite und einem Abfluggewicht von guten 4 Kilogramm ist sie ein richtig ausgewachsenes Modell mit kraftvollem Elektroantrieb. Stephan Weinhard schaute sich die STAUFENBIEL PITTS S2-B genau an und berichtet über seine Erfahrungen mit diesem Modell.

 

Test: Geschäumter EPO-Doppeldecker PITTS S2-B / PITTS M12 von STAUFENBIELAls ich die neue, aus EPO geschäumte PITTS im Online-Shop von STAUFENBIEL entdeckt (http://www.modellhobby.de) hatte, war ich sofort Feuer und Flamme: Design, Farbe und Größe begeisterten mich sofort. Dieser Doppeldecker muss sofort her!  Aber Moment – irgend etwas stimmt doch da nicht. Das abgebildete Modell soll tatsächlich eine PITTS S2-B sein? Niemals! Ein echter Fan der PITTS-Kunstflugdoppeldecker erkennt sofort, dass es sich bei dem von STAUFENBIEL angebotenen Modell eindeutig um eine PITTS M12 handelt.

Die unverkennbare Sternmotorhaube und das typische Design bestätigen meine Vermutungen. Ja selbst die Zulassungsnummer N312JD, die auf dem Modell mittels Aufkleber aufgebracht ist, gehört tatsächlich einer manntragenden KIMBALL PITTS M12 – im gleichen Design wie das Modell von STAUFENBIEL. Hier ist den Marketing-Strategen von STAUFENBIEL wohl tatsächlich ein kleiner Fehler unterlaufen, denn selbst auf dem Karton des Modells ist die falsche Typenbezeichnung aufgedruckt.

 

Das Original, also die PITTS M12

Das manntragende Original der PITTS M12 mit der Zulassungsnummer N312JD befindet sich heute in Firmenbesitz und wird aktiv auf Flugshows vorgeführt. Sie verfügt über 7 Meter Spannweite und einer Länge von 6,25 Meter. Das Gewicht: 1.021 Kilogramm. Angetrieben wird sie von einem Vendeneyev 9-Zylinder-Sternmotor M-14P mit 360 PS Leistung. Ein Motor Russischer Herkunft, der zum Beispiel auch in der SU seinen Dienst verrichtet. Den Erstflug hatte die N312JD am 26.6.2004. Die M12 war das letzte Muster, welches von Curtis Pitts entworfen wurde und wer einmal mit eigenen Augen gesehen und mit den eigenen Ohren gehört hat, mit welcher Leistung sich das Original durch den Luftraum bewegt, wird der Virus Kunstflugdoppeldecker sicher verfallen

 

STAUFENBIELs PITTS: Das Modell

Das Modell aus dem Hause STAUFENBIEL ist ein lupenreines EPO-Modell. Rumpf, Tragflächen und Leitwerke sind aus geschäumtem Poly-Olefin gefertigt. Die Oberfläche des Modells ist schön glatt und die Einzelteile sind ordentlich verarbeitet. Auf den Tragflächen ist sogar ein Rippenmuster eingearbeitet, welches den Scale-Charakter des Modells nochmals unterstreicht. Das zweifarbige Design besteht aus einer Kombination aus lackierten Flächen und zusätzlichen Aufklebern aus einer extrem dünnen Folie. Mit Luftblasen darunter oder an Kanten wird die Folie schnell brüchig und die Farbe blättert dabei ab, wie vor allen Dingen unterhalb des Kabinenhaubenrahmens zu sehen ist. Hier ist also Vorsicht geboten, um das schicke Design des Modells nicht nachhaltig zu beschädigen.

Test: Geschäumter EPO-Doppeldecker PITTS S2-B / PITTS M12 von STAUFENBIELAusgeliefert wird das Modell mit allen Servos. Immerhin in Summe sechs Stück, die alle bereits an Ort und Stelle eingebaut sind. Auch bereits eingebaut ist der stattliche Motor der Größe 4558. Ich habe mich bei der Bestellung für die Ausführung mit dem von STAUFEBIEL empfohlenen 125-Ampere-Regler entschieden. Ausgelegt ist der Antrieb für 6S Lipo-Akkus mit einer Kapazität von ca. 4.000 mAh.

Gut gesichert in einem großen Pappkarton mit Styroporeinlage wird das Modell angeliefert. Jedes einzelne Bauteil ist zusätzlich noch einmal in Folie verpackt. So kommen alle Teile sauber und unbeschädigt vom Karton direkt auf den Bautisch. Erster Zwischenstand: Ein Doppeldecker mit einer Spannweite von 1.600 Millimetern ist ein mächtig schön großer Brummer!

Nach intensivem Begutachten aller einzelnen Teile und des Zubehörs wird schnell klar: Es braucht schon ein paar Stunden um das Modell fertig aufzubauen. Die mitgelieferte deutschsprachige Anleitung besteht vor allem aus vielen Bildern und wenig Text. Leider ist die Anleitung eine einfache Farb-Fotokopie, dadurch sind die Bilder etwas unscharf. Teilweise ist dadurch schlecht zu erkennen, wie die einzelnen Teile genau verbaut werden sollen. Daher empfehle ich besonders vor dem Verkleben aller einzelnen Zubehörteile genau darauf zu achten, dass alles am richtigen Platz ist. Neben diversen Haltern aus eingefärbtem Kunststoff für die Flächenstreben sind eine Menge Schrauben, Ruderhörner sowie ein 3-Blatt-Propeller mit passendem Spinner im Lieferumfang enthalten. Zum Aufbau des Modells wird lediglich noch etwas Sekundenkleber, der Antriebsakku, sowie ein passender Empfänger benötigt.

 

Der Aufbau

Beim Zusammenbau der PITTS halte ich mich in gewohnter Manier an die Anleitung des Herstellers. Zuerst werden die Flächen fertig gestellt und die Halter für die Flächenstreben mit CA-Kleber verklebt. Teilweise waren die Montagenute für die Halter an meinem Modell nicht tief genug, so dass die Halter nicht ganz eingeschoben werden konnten. Mit einer Feile kann dies aber schnell korrigiert werden. Dabei ist unbedingt zu achten, dass die Halter richtig herum eingesetzt werden, sonst passen später die Flächenstreben nicht! Das Verkleben der Halter und das Erstellen der Anlenkungen geht schnell von der Hand und bald sind alle vier Tragflächen vorbereitet.

Test: Geschäumter EPO-Doppeldecker PITTS S2-B / PITTS M12 von STAUFENBIELDie PITTS M12 verfügt über insgesamt vier Querruder, jedes wird von einem eigenen 9-Gramm-Servo angelenkt. Die beiliegenden Kunststoffruderhören werden mit jeweils vier Schrauben und den entsprechenden Gegenplatte an das Ruder geschraubt. Dadurch sind an der Oberseite der Tragfläche natürlich die Gegenplatte und die Schrauben sichtbar. Da die Ruder verhältnismäßig viel Material aufweisen, wäre eine Einklebelösung optisch sicher etwas schöner, aber es funktioniert natürlich auch so einwandfrei.

Nach dem Einhängen der Rudergestänge sind die Arbeiten an den Tragflächen erst einmal abgeschlossen. Für die Servokabel der vier Flächenservos sind auf der Unterseite der Tragflächen Nute vorgesehen, die eine nahezu unsichtbare Verlegung erlauben. Die Verbindung der oberen Flächenservos zum Empfänger ist besonders clever gelöst: Die Kabel sind durch die jeweilige Flächenstrebe zur unteren Fläche geführt und werden mit einem V-Kabel auf der Unterseite an der unteren Tragfläche zusammen geführt. Das sieht gut aus und verhindert Kabelsalat – sehr gut!

Nach dem Zusammenbau der vier Tragflächen geht’s an den durchaus mächtigen Rumpf. Die Montage des sehr überraschend stabilen Fahrwerks ist der erste Schritt. Das aus sechs Millimeter starkem Stahldraht gefertigte Hauptfahrwerk wird einfach in die vorgesehenen Halter gesteckt und mit Laschen verschraubt. Die Fahrwerksverkleidung und die Radschuhe sind bereits ab Hersteller montiert. Das Fahrwerk ist zwar sehr stabil, aber auch recht schwer. Insgesamt 420 Gramm bringt es auf die Waage!

Die Leitwerke werden mit dem Rumpf verschraubt – nicht geklebt. Auch hier werden anschließend die Ruderhörner, wie schon an den Querrudern, ebenfalls mit einer Gegenplatte verschraubt und das Leitwerk an dem dafür vorgesehenen Platz eingesteckt und mit 2 Schrauben gesichert. Gleiches gilt auch für das Seitenruder, hier werden aber insgesamt zwei Ruderhörner verschraubt. Die Anlenkung des Seitenruders ist als Pull-Pull Anlenkung mit je zwei Anlenkstangen realisiert. Das ist mechanisch die beste Lösung und verspricht eine spielfreie Anlenkung. Es erfordert aber einen exakten Einbau der Ruderhörner. An der STAUFENBIEL PITTS passt alles gut zusammen und funktioniert auf Anhieb einwandfrei.

Da das Seitenruder über das Höhenruder geschoben wird, befindet sich am unteren Ende des Seitenruders kein Scharnier. Leider kann man dadurch das Seitenruder am unteren Ende problemlos mehr als einen Zentimeter hin und her bewegen, was eine relativ unpräzise Anlenkung zur Folge hat. Das hat mir gar nicht gefallen und ich habe dort nachträglich noch ein Scharnier aus meinem Fundus eingesetzt. Jetzt kann ich zwar nicht mehr ohne weiteres die Leitwerke demontieren, aber das war mir die spielfreie und exakte Anlenkung des Ruders wert. Zudem ist der Transport des Rumpfes mit den montierten Leitwerken kein Problem. Der vollständige Auf- und Abbau des Modells ist ohnehin zeitaufwändig, dazu aber später mehr.

 

 

Das Heckfahrwerk wird nach Montage der Leitwerke lediglich durch vier Schrauben sicher in seiner Position gehalten. Auf die Anlenkung des Heckfahrwerks habe ich verzichtet, um das Seitenruder-Servo zu schonen.

Nun steht der Rumpf auf seinen eigenen Rädern und ich widme mich dem Ausbau im inneren. Äußerst interessant ist die Verlängerung des Ruderhebels am Seiten- und am Höhenruder realisiert. Hier sind jeweils  zusätzliche Verlängerungen aufgeschraubt. Das sieht zwar etwas nach einer Bastellösung aus, funktioniert aber einwandfrei.

Um den Rumpf zu komplettieren muss final die Kabinenhaube mit dem Kabinenrahmen verklebt werden. Also wird die Haube in Form geschnitten und anschließend verklebt. Die Anleitung sieht dafür 5-Minuten-Epoxy vor. Ich nehme dazu lieber „Canopy Glue“. Der härtet glasklar aus und hält mehr als bombenfest. Die Kabinenhaube selber wird dann durch einen großen Magneten und einem zugegeben etwas „fummelig“ zu montierenden Ringgummi in Position gehalten. Ohne das zusätzliche Gummi hält die Haube im Flug übrigens nicht, wie sich später in der Flugerprobung zeigen sollte.

Gleiches gilt übrigens auch für die Motorhaube. Auch sie ist nur von vorne gesteckt und mit Magneten fixiert. Ich hatte so meine Zweifel ob das ausreichend den Belastungen im Flug gewachsen ist und tatsächlich löste sich die Haube bei vollem Schub durch den Staudruck in der Motorhaube. Sie muss also zusätzlich fixiert werden, damit sie nicht nach vorne wandert und vom Propeller beschädigt wird. Ich habe dazu ganz einfach vier längere Stecknadeln genommen. Die sind so gut wie unsichtbar und haben genügend Haltekraft um ein Verrutschen der Haube zu verhindern.

Test: Geschäumter EPO-Doppeldecker PITTS S2-B / PITTS M12 von STAUFENBIELDer Motor ist bereits auf seinem Träger an einem stabilen Holzspant verschraubt. Also muss nur noch der Regler seinen Platz finden. Da die Anleitung sich darüber ausschweigt wo er am besten platziert werden sollte, habe ich ihn direkt unterhalb des Motors am Brandspant mit Klett befestigt. Das hat auch den Vorteil, dass ich den Akku zur Einhaltung des Schwerpunkts recht weit nach vorne schieben kann und der Regler besser mit Kühlluft versorgt wird.

Tragflächen und Rumpf sind fertig – es geht an den Aufbau: Wer nun denkt, dass hier wenige Minuten später das fertige Modell vor einem steht, der irrt gewaltig. Der Aufbau nimmt recht viel Zeit in Anspruch. Zuerst werden die beiden Flächenpaare mit je einen 1 Meter langem GFK-Rohr zusammen gesteckt und die untere Fläche am Rumpf mit 4 Schrauben verschraubt. Die Flächenstreben werden dann an der oberen Tragfläche angeschraubt und die Servos in die vorbereiten Kabel, die bereits werksseitig in die Flächenstreben eingesetzt sind, eingesteckt. Leider ist aber das Servokabel in den Flächenstreben so verlegt, dass dieses bei der Montage etwas im Weg steht. Ich habe mir so geholfen, dass ich an der Oberkannte der Strebe etwas Platz für das Kabel ausgespart habe, damit die Flächenstrebe in der richtigen Position mit je zwei Madenschrauben verschraubt werden kann. Das ist schnell erledigt und stört den optischen Eindruck nicht.

Bevor nun die obere Fläche aufgesetzt werden kann, werden die vier Pylonstreben mit je einer Madenschraube an den Rumpf geschraubt. Die dafür notwenigen Halter werden, wie die Halter an den Flächen vorher, mit CA-Kleber am Rumpf fixiert. Die obere Fläche aufsetzen und die Kabel der oberen Servos in die vorgesehen Nuten einfädeln und mit dem Kabel, das in den Flächenstreben eingelegt ist, verbinden.

Auf der Unterseite der unteren Fläche ist in der Kabelnute bereits ein V-Kabel in die Fläche eingesetzt in das die oberen Servos eingesteckt werden. Leider muss ich dazu auf der Unterseite der unteren Tragfläche das schöne Foliendesign teilweise öffnen, da die Steckverbindung für das obere Servo genau darunter liegt. Um die obere Fläche endgültig zu befestigen, müssen dann die Pylonstreben mit den Haltern an der oberen Tragfläche verschraubt werden. Achtung: Es gibt zwei unterschiedlich lange Pylonstreben. Auch hier verschweigt die Anleitung diese Tatsache. Die längeren der beiden Streben gehören an die Hinterkannte der Fläche.

Nach der Montage des Propellers und des Spinners ist die PITTS soweit fertig aufgebaut. Um den originalgetreuen Eindruck noch weiter zu steigern, wird noch eine Verspannung an Tragflächen und Leitwerken angebracht. Alleine die Montage der Flächen inklusive Verspannung hat mich schon eine gute Stunde gekostet!

Nach insgesamt 6 bis 7 Stunden kann ich die PITTS M12 endlich in ihrer ganzen Pracht bewundern. Es ist ein wirklich schönes und mächtiges Kunstflug-Scale-Modell entstanden, das die kleinen Tücken beim Aufbau schnell vergessen macht. Wenn das Wetter doch nun endlich einen Erstflug ermöglichen würde...

Ein Tipp: Wegen der Verspannung und der speziellen Verlegung der Servokabel kann das Modell nicht so einfach auf und wieder abgebaut werden. Zudem sind die Madenschrauben und die Kunststoffhalter einem ständigen lösen und wieder anziehen auf Dauer sicherlich nicht gewachsen. Es braucht also schon ein großes Auto um dieses Modell fertig aufgerüstet zum Platz zu transportieren.

Ich habe mich aber zu einigen kleinen Umbauten durchgerungen die eine recht schnelle Tragflächenmontage erlaubt. Da die Flächenverspannung keine tragend Funktion hat, habe ich diese durch dünne Gummischnüre ersetzt, die ich mit Hilfe von je zwei kleinen Haken lediglich an den jeweiligen Haltepunkten an den Tragflächen einhänge. Das ist binnen Sekunden ein- und wieder ausgehängt. Darüber hinaus habe ich die Madenschrauben durch Gewindeschrauben der Größe M2,5 ersetzt. Dafür wird die Bohrung mit Hilfe meines Dremel und einem 2,5 mm Bohrer durch Halter und Streben aufgeweitet und auf der Innenseite der Halterung für die Flächenstreben jeweils Muttern der Größe M2,5 aufgeklebt. Bei Auf- und Abbau kann so die obere Fläche schnell von der unteren getrennt werden und ist binnen 10 Minuten erledigt.

 

Der Antrieb

Die PITTS von STAUFENBIEL wird mit einem Brushless-Motor 4558 mit einem KV von 600 U/V geliefert. Dieser will von einem 6s-Lipo befeuert werden. Bei einem Standstrom von satten 119 Ampere (mit vollen Akkus gemessen) entsteht eine Leistung von 2.800 W. Damit hat meine 4,1 kg schwere PITTS mehr als ausreichend Schub. Ein Leistungsgewicht von 680 W/kg verspricht extrem gute Kunstflugleistungen. Der Antrieb schiebt brachial und wäre selbst für 3D-Manöver vollkommen ausreichend. Der Antrieb und der Regler hat ohne Probleme während der gesamten Testperiode funktioniert. Weder übermäßige Erhitzung noch Probleme mit dem Timing waren festzustellen – so sollte es immer sein!

 

Strom an den Regler – und los!

Es dauert ein paar Tage bis das Wetter den Erstflug mit dem mächtigen Modell zulässt. Den Akku schiebe ich so weit wie möglich nach vorne. Dann stellt sich der Schwerpunkt auf die gewünschten 140 Millimeter, gemessen von der Vorderkannte der oberen Tragfläche, ein.  Die Ruderflächen der PITTS entsprechen in etwa dem Original und verhelfen der PITTS zu guten Kunstflugeigenschaften. Für 3D-Manöver könnten die Ruderflächen, insbesondere des Seitenruders, allerdings etwas größer ausfallen und die Servos erlauben auch nur begrenzten Ausschlag. Alles in allem hat die PITTS ein Setup für klassischen Kunstflug, aber auch softe 3D-Manöver sind möglich.

Test: Geschäumter EPO-Doppeldecker PITTS S2-B / PITTS M12 von STAUFENBIELMit geladenen 4.000 mAh Akkus steht die PITTS am Start. Die niedrige Flächenbelastung lässt sie schon nach wenigen Metern in ihr Element entschwinden. Nach ein wenig Korrektur am Höhenruder- und minimalem Querrudertrimm:  Die Erprobung kann beginnen. Nach ein paar Eingewöhnungsrunden vermittelt mir die PITTS ein sehr gutes Steuergefühl und lässt sofort Vertrauen in das Modell aufkommen.  Die Ruderwirkung ist sehr direkt, aber nicht hektisch und man „merkt“ die Größe des Modells.

Der Motor zieht die STAUFENBIEL PITTS M12 endlos senkrecht nach oben. Loops und Turns sind sauber zu fliegen. Das Modell hängt sauber an den Rudern. Rollen kommen fast wie an der Schnur. Hier habe ich die Rolleigenschaften durch etwas Querruderdifferenzierung noch verbessert. Sturz und Zug des Motors sind richtig eingestellt und mussten nachträglich nicht verändert werden.
Die Fluggeschwindigkeit ist wegen des relativ geringen Gewichts und der niedrigen  Flächenbelastung schon eher gering und passt sehr gut zum Modell. Typisch für einen Doppeldecker sind die Flugeigenschaften nicht ganz neutral. Im Messerflug geht sie etwas in Richtung Höhe weg und sie dreht leicht aus der Messerfluglage zurück in die Normalfluglage. Zudem braucht die PITTS im Messerflug eine gewisse Geschwindigkeit um nicht an Höhe zu verlieren. Sicherlich spielt das nicht all zu große Seitenruder hier eine Rollen und somit sind extreme 3D-Manöver nicht möglich.

Die Domäne der STAUFENBIEL PITTS ist ganz sicher der klassische Kunstflug mit ein paar „leichten“ 3D-Einlagen und das macht Sie richtig gut!

Das Flugbild eines Doppeldeckers in dieser Grösse ist zugegeben sehr beeindruckend. Sauber geflogene Kunstflugmanöver, tiefe Überflüge in Normal- oder Rückenlage sind eine Show für sich. Nach ca. 6 Minuten setze ich zur Landung an, da die Telemetrie meiner GRAUPNER mc-32 so langsam die Entladung meines Akkus anzeigt.

Da die Bremswirkung des Modells durch die große Haube enorm ist, wird die PITTS mit Schleppgas an die Piste herangeführt und sauber mit geringer Geschwindigkeit aufgesetzt. Das recht harte Fahrwerk hat zur Folge das die PITTS bei etwas unsanftem Aufsetzten etwas zum Springen neigt. Die robuste Auslegung steckt aber einiges weg. Ich bin von der STAUFENBIEL PITTS sehr beeindruckt, denn sie zieht mich immer mehr in ihren Bann! Sie ist auf jeden Fall ein Geheimtipp für alle die den Bau und die Kosten für so einen großen Doppeldecker scheuen, aber auf das einmalige Flugbild einer PITTS und die Kunstflugeigenschaften nicht verzichten wollen.

 

Mein Fazit

Die STAUFENBIEL PITTS S2-B – die ja eigentlich eine M12 ist – ist eine ganz besondere „Schaumwaffel“. Die Größe eines ausgewachsenen Doppeldeckers mit 1.600 Millimetern Spannweite, gepaart mit den Vorteilen eines geschäumten Modells machen die PITTS zu einer echten Alternative zu vielen anderen Modellen. Die Flugeigenschaften sind auf klassischen Kunstflug ausgelegt und ohne Fehl und Tadel. Leichte Schwächen beim Aufbau und den Zubehörteilen lassen sich von einem erfahrenen Modellbauer problemlos meistern. Wer sich für die PITTS entscheidet, muss die Transportfrage klären, da sich das Modell im aufgebauten Zustand nicht einfach demontieren lässt.

 

 

Technische Daten:

• Spannweite: 1.600 mm
• Rumpflänge: 1.490 mm
• Gewicht: 3.800 g (inkl. Akku)

 

Lieferumfang:

• Modell (ARF-Version)
• Servos und Motor eingebaut
• Regler liegt bei

 

Was wird noch benötigt?

• 4-Kanal-Sender und Empfänger
• 6S Lipo-Akku 4.000 mAh

 

Wo kaufen?

Gustav Staufenbiel GmbH
Hanskampring 9
D-22885 Barsbüttel
Telefon: +4940/30061950
Internet: http://www.modellhobby.de

 

 

Gut

• Kurze Bauzeit für ein fast Großmodell
• Tadellose Flugeigenschaften
• Vollständiger Lieferumfang
• Guter Antrieb
• Scale-Optik

Weniger gut

• Schrauben qualitativ nicht überzeugend
• Dekor zum Teil recht empfindlich

 

Kontaktdaten Hersteller:

Gustav Staufenbiel GmbH
Hanskampring 9
D-22885 Barsbüttel
Telefon: +4940/30061950
Internet: http://www.modellhobby.de
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.4 (24 Bewertungen)

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