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Test & Video: MXS-R mit 2.200 Millimeter Spannweite von STAUFENBIEL aus der "big scale"-Serie

von Kay Esser und Jan Wessels vom 31. Oktober 2011
Artikel-ID: 20111030-FM-001 Rubrik: Flächenmodelle

ARF-Modelle mit mehr als zwei Meter Spannweite bedeuten oft einen erheblichen Aufwand. Baulich wie auch finanziell. Dass dies anders geht, zeigt STAUFENBIEL mit seiner "big-scale"-Serie. Kay Esser und Jan Wessels haben sich die MXS-R bestellt, aufgebaut und getestet.

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Die "big-scale"-Serie von STAUFENBIEL (Internetseite besuchen) hat sich über die letzten Jahren etabliert und einige interessante Flugmodelle wurden seitdem angeboten. Die Serie steht für Flugmodelle mit einer Spannweite von ca. 2.200 Millimetern und einer Motorgröße um 50 ccm. Da ich meine Yak 55 - übrigens auch ein Modell von STAUFENBIEL - durch einen Defekt Ende dieser Saison mit Totalausfall verloren hatte, sollte für die letzten schönen Tage schneller Ersatz her.

Test & Video: MXS-R mit 2.200 Millimeter Spannweite von STAUFENBIEL aus der Bereits die Qualität der Yak 55 hatte mich überzeugt, also habe ich mich erneut im Online-Shop von Staufenbiel umgeschaut. Schnittige Formen, ein beißendes Grün und eine rattenscharfe Optik der MXS-R. Ich denke es war Liebe auf den ersten Blick  und mein Zeigefinger hatte den Bestellvorgang per Mausklick fast schon selbsttätig ausgeführt. Nur zwei Tage später stehen drei, zum Teil gewaltig große Kartons vor meiner Tür. Den Postboten habe ich erst später dahinter entdeckt.

 

Erster Eindruck

Mit den Kartons im Keller wird natürlich alles inspiziert. Der Rumpf und die Tragflächen wurden jeweils separat verpackt. In einem dritten kleineren Paket finde ich Motorhaube, sowie Radschuhe und viele Kleinteile. Alle Flugzeugteile sind perfekt gegen verrutschen gesichert und einzeln in Folie eingeschweißt. Der Rumpf, die Leitwerke und die Flächen sind komplett in Balsa-/Sperrholzbauweise gefertigt und machen einen sehr ordentlich verarbeiteten Eindruck. "Soviel wie nötig, so wenig wie möglich" war bei der Konstruktion der MXS-R sicherlich das Gebot und dies spiegelt sich auch beim Gewicht wieder. Alle Bauteile sind sehr leicht, aber dennoch stabil und versprechen ein niedriges Abfluggewicht.

Bespannt ist der grüne Vogel mit original Folie aus dem Hause ORACOVER. Die Ruder sind bereits angeschlagen und die Ruderausschläge sind fast beängstigend groß. Die Motorhaube und die Radschuhe sind klassisch aus GFK gefertigt und lackiert. Hier wurde ebenfalls auf Gewicht und vor allen Dingen auf Qualität geachtet. Die Lackierung passt zudem exakt zur Farbwahl der Folie. Der ARF-Bausatz wird durch ein profiliertes CFK-Fahrwerk und einem umfangreichen Kleinteilesatz abgerundet. Mit dabei:  Doppelte Ruderhörner aus CFK. Alle beiliegenden Anlenkungsteile und auch der Tank können bedenkenlos verwendet werden. Eine mit reichlich Bildern versehene Montageanleitung ist ebenfalls enthalten. Diese ist allerdings nur auf Englisch, doch STAUFENBIEL bietet eine deutsche Version als Download an. Die umfangreiche Anleitung enthält neben wichtigen Basics auch allerhand nützliche Tipps und Tricks für die Montage und alle notwendigen Daten zur Einstellung der Ruderausschläge und des Schwerpunkts. Alles in allem und mein erster Eindruck: Erste Sahne!

 

 

Zubehör und Ausstattung

Um meiner neuen MXS-R ebenfalls eine extreme Wendigkeit und Ruderfolgsamkeit zu verleihen, habe ich mich im Zubehörprogramm von STAUFENBIEL bei den neuen und schnellen High DYMOND DS 9999 BB MG HV digital/coreless bedient. Diese kräftigen Digitalservos mit Metallgetriebe, sind nach neuster Technik gefertigt.  Sie ziehen bereits an 6 Volt stattliche 25 kg und besitzen im Gehäuse einen integrierten Kühlkörper aus Aluminium. Auch preislich sind die Servos mit knapp unter 50 Euro sicherlich die erste Wahl! Die Stromversorgung meines "Grünen Monsters" übernimmt ein Magnetschalter vom Typ DPSI Mini der Firma EMCOTEC, der über einen 5-zelligen 2.000 mAh Eneloop-Akku mit Strom versorgt wird.

Als Antrieb für die MXS-R verwende ich mein, bereits zu Beginn des Jahres, erworbenes Antriebsset: Ein kraftvoller Benzinmotor vom Typ Dle55 mit Dämpferset. Bereits in meiner  Yak55 hat mich dieses Set durch seine Leistungsfähigkeit überzeugt. Dieses Motorsetup ist bei STAUFENBIEL ebenfalls erhältlich und wird übrigens auch empfohlen. Wer möchte, bekommt die MXS-R auch direkt im günstigen Combo-Angebot. Dann mit Motor und Dämpfereinheit zu 799,00 Euro.

 

Der Aufbau

Der Tank ist bereits ab Hersteller eingebaut und hat seinen Platz direkt vor dem Steckungsrohr, also direkt in der Nähe des Schwerpunktes. Dies sorgt gerade beim 3D-Kunstflug für ein ausgewogenes Flugverhalten.

Test & Video: MXS-R mit 2.200 Millimeter Spannweite von STAUFENBIEL aus der Der erste Arbeitsschritt beginnt mit der Montage und der Anlenkung des Seitenruders. Nach dem Einkleben der Stiftscharniere und der CFK-Ruderhebel kann das riesige Ruder mit dem Rumpf verbunden werden. Die Seile für die Seitenruderanlenkung wurden herstellerseitig  im Rumpf verlegt. Nach dem Einsetzen des Servos müssen die Züge lediglich noch justiert werden – fertig.

Die Anlenkung des Höhenruders erfolgt über je ein Servo, welches direkt im Leitwerk verbaut wird. Entsprechende Aussparungen und Rahmen sind bereits vorhanden. Die Rudergestänge sind aus stabilem 3 mm starkem Stahl und mit beidseitigem Gewinde versehen.

Die Kugelköpfe hat bereits der Hersteller an den Gestängen montiert. Für jedes Servo ist ein CFK-Ruderhorn, welches auf dem Servohebel zu montieren ist, den Kleinteilen beigefügt. Die benötigten Servoverlängerungskabel habe ich in Eigenregie verlötet und im Rumpf befestigt.

Das Höhenruder ist steckbar über ein CFK-Rohr mit dem Rumpf verbunden und wird jeweils durch zwei Schrauben gesichert. Ich habe das CFK-Rohr zusätzlich mit einer passenden GFK-Hülse "ausgebuchst", um eventuelles Abscheren zu verhindern – schmerzhafte Erfahrung der letzen Jahre...

An das profilierte CFK-Fahrwerk werden noch die Radachsen, die Räder und die Radschuhe montiert, bevor es seinen Platz am Rumpf einnehmen kann. Auch hier ist alles soweit vorbereitet, dass nur noch die Schrauben durch das Fahrwerk gesteckt und verschraubt werden müssen. Der gewaltige Rumpf steht nun bereits auf eigenen Beinen. Einziger kleiner Makel: Die lange abnehmbare Kabinenhaube schließt nicht 100% exakt am Rumpfrücken an. Ein kleiner Spalt entsteht. Die beiden M3-Schrauben, die die Haube sicher an ihrem Platz halten, lassen sich aber dennoch einwandfrei und ohne großartige Fummelei befestigen.

 

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Motoreinbau

Dank einer mitgelieferten Bohrschablone, bereits passend für den DLE 55, ist der Motor recht schnell montiert. Der Motorspant ist so ausgerichtet, dass automatisch der richtige Motorsturz und Seitenzug vorgegeben wird. Im Rumpf ist ein Dämpfertunnel integriert und das Standard-Dämpfersystem bekommt hier ausreichend Platz zur Verfügung gestellt. Wer ein Resonanzrohr nutzen möchte, kann durch Heraustrennen eines ovalen Holzbretts den Tunnel verlängern und diesen so für die eigenen Bedürfnisse individuell anpassen. Für unterschiedliche Dämpfer liegen zwei Sperrholzspanten bei, die den Dämpfer schwingend lagern. Der entsprechende Spant wird mit eingedicktem Epoxydharz in den Dämpfertunnel geklebt. Die große Öffnung im Rumpfboden wird mit dem beigelegten Sperrholzbrett abschließend verschlossen.

Test & Video: MXS-R mit 2.200 Millimeter Spannweite von STAUFENBIEL aus der Wie in der Anleitung vorgesehen, habe ich den Motor hängend, also mit dem Zylinderkopf nach unten, eingebaut. Aus der Motorhaube muss ich hierbei eine Öffnung für den Zylinderkopf herausschneiden. Für die Zündung und dem dazugehörigen Akku, ist unter der Motorhaube am Motordom jede Menge Platz. Für das Drossel-Servo liegt ein vorgefertigter Rahmen bei, der je nach Lage des Motors bzw. des Vergasers im Rumpf eingeklebt wird.

Die Arbeiten am Rumpf werden mit dem verlegen der Benzinschläuche, der Installation des Tankventils, sowie Platzierung des Empfängers samt Stromversorgung abgeschlossen. Der Rumpf bietet massig Platz, der Schwerpunkt kann somit ohne Zugabe von Blei und mit verrücken des Empfängerakkus eingestellt werden.

Die Arbeiten an den Tragflächen beschränken sich ausschließlich auf die Montage der Servos inklusive Anlenkung der Flaps. Diese sind genau wie das Höhenruder bereits fertig anscharniert. Die Flächen können jetzt mit dem Rumpf verbunden werden. Gesichert werden beide Flügelhälften jeweils mit einer Nylonschraube von innen aus dem Rumpf. Das Gesamtgewicht der MXS-R mit halbvollem Tank liegt nun bei 7.450 Gramm. Ein absoluter super Wert für ein Modell dieser Größe. Zudem befindet sich das Gesamtgewicht tatsächlich im Rahmen der Herstellerangabe.

 

Air-Race-Feeling auf dem Platz

Die MXS-R steht aufgebaut auf dem Platz, der Motor springt wie gewohnt auf den zweiten Schlag an. Investition in Qualität zahlt sich eben aus. Die 23x8 CFK-Luftschraube dreht er im Standgas mit 1.300 rpm, unter Volllast mit 6.900 rpm. Die Gasannahme ist ausgezeichnet. Keine Minute später hebt der giftgrüne Racer ab. Die Ruder wollen zunächst sachte bewegt werden und es folgen einige Platzrunden in Sicherheitshöhe. Alles passt soweit. Die MXS-R liegt sauber in der Luft, der Schwerpunkt passt. Es folgen einige tiefe Überflüge in niedriger Höhe. Messer- oder Rückenflug, alles spielend leicht mit wenig Ruderausschlägen zu meistern. Dann hole ich die Maschine mit kurzen Gasstößen im Hoover bis vor die Füße und parke in der Torquerolle vor meiner Nase. Durch die super Gasannahme und die riesigen Ruderflächen lässt sich die Maschine zu jeder Zeit perfekt beherrschen und lässt sich wie ein Shockflyer bewegen. Genau so erwarte ich es von einem hochwertigen 3D-Modell dieser Klasse. Die Maschine macht in Sachen Festigkeits alles mit. Mein Wunschprogramm findet kein Ende. Gestoßene oder gerissene Figuren sind kein Thema, rattenschnelle Überflüge mit scharfen Wenden und und und... Der Spaß hat für mich gerade begonnen, da sind die ersten 12 Minuten Flugzeit schon um und ich lasse die Maschine zur Landung einschweben. Die MXS-R lässt sich ganz zahm einschweben und butterweich vor den Füßen aufsetzen. So, als hätte ich bereits den hundertsten Flug mit ihr absolviert. Einfach genial! An diesem Tag geht's im folgenden Rhythmus weiter: tanken - fliegen - tanken - fliegen...

 

Mein Fazit

Die MXS-R von STAUFENBIEL ist ein absolutes topaktuelles 3D-Spaßgerät mit bestechender Racingoptik. An den Piloten stellt sie allerdings niedrige Anforderungen. Vom fortgeschrittenen Modellpiloten mit Querruder-Erfahrung bis hin zum Wettkampfpiloten mit 3D-Freestyle-Ambitionen, erfüllt die Maschine sämtliche Bedürfnisse. Die Vorfertigung und Ausstattung des ARF-Bausatzes ist zudem absolut gelungen. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist zudem der absolute Knaller, denn für knapp 1.000 Euro steht hier ein flugfertiges 3D-Sportgerät der gehobenen Klasse mit einer beachtlicher Größe auf dem Flugfeld. Die Optik hebt sich dabei von Einerlei der Yak`s und Extra`s deutlich ab. Daher mein Fazit: Absolut empfehlenswert. Doch Vorsicht: Es besteht absolute Suchtgefahr!

 

Technische Daten:

• Spannweite: ca. 2.260 mm
• Länge: ca. 2.160 mm
• Fluggewicht: ca. 6.800 g leer

 

Besonderheiten/Features:

• Motorhaube aus GFK, hochwertig lackiert
• Stabiles Fahrwerk

 

Wo kaufen?

Bezug über STAUFENBIEL
Preis: 429,00 Euro

Link: Online-Shop STAUFENBIEL

 

 

 

 

Gut

• Riesige Ruderflächen
• Leichter und stabiler Aufbau
• Original Oracover-Folie
• Außergewöhnlicher Look

 

Weniger gut

• Spalt zwischen Rumpfrücken und Kabinenhaube

 

Kontaktdaten des Herstellers:

Gustav Staufenbiel GmbH
Hanskampring 9
22885 Barsbüttel
Telefon: 040/30061950
Email: info@modellhobby.de
Internet: http://www.modellhobby.de

 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.6 (16 Bewertungen)

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