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Test & Video: P-47 THUNDERBOLT von STAUFENBIEL aus EPO inklusive Einziehfahrwerk

von Simon Greis vom 10. Oktober 2011
Artikel-ID: 20111010-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Die THUNDERBOLT ist eines der bekanntesten Kampfflugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg. Der kurze mächtige Rumpf verleiht dem Flugzeug einen einzigartigen Look. Das wissen auch die Hersteller im Modellbau und bieten das Flugzeug mittlerweile in allen Größen an. Ein echtes Schmuckstück ist die P-47 THUNDERBOLT von STAUFENBIEL. Als EPO-Modell möchte der Warbird mit ordentliche Spannweite und vielen Detailfunktionen begeistern. Geht die Rechnung auf? Simon Greis hat für 219 Euro zugeschlagen und das Modell getestet.

 

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Test & Video:  P-47 THUNDERBOLD von STAUFENBIEL aus EPO inklusive EinziehfahrwerkVom Original der P-47 THUNDERBOLT wurden seit ihrem Erstflug 1941 fast 16.000 Stück produziert – einige fliegen heute noch. Das wohl bekannteste flugfähige Exemplar ist die P-47D von Neal Melton, stationiert im Tennessee Museum of Aviation in Sevierville, nahe Knoxville. Das Design dieser Maschine hat STAUFENBIEL (http://www.modellhobby.de) auf sein Modell übertragen und aus viel EPO ein echt exklusives Modellflugzeug gezaubert. Mit viel Extras wie Landeklappen, Einziehfahrwerk, Positionslichter in den Tragflächen und einer Spannweite von 1.600 Millimetern unterscheidet sich der Warbird deutlich von anderen Angeboten auf dem Markt.

Im durchaus mächtigen Karton liegen alle Flugzeugteile einzeln in Folie verpackt. Das EPO ist fix und fertig lackiert und das Dekor ist hochwertig aufgebracht. Diverse Kleinteile wie Ruderhörner, die mächtige Kabinenhaube sowie Abdeckungen für die Flächenservos sind in Tütchen verpackt. Eine deutschsprachige Anleitung mit Farbbilder rundet den vollständigen Lieferumfang ab.

Trotz hohem Vorfertigungsgrad des Herstellers, sind bis Fertigstellung des Modells noch einige Handgriffe notwendig. Wer sich jedoch an die gute Anleitung von STAUFENBIEL hält, kommt hier innerhalb von 60 Minuten schnell ans Ziel. Zunächst werden gemäß der Dokumentation die Ruderhörner von Seiten- und Höhenruder verschraubt. Die entsprechenden Schrauben liegen bei und passen exakt in die Ruderflächen. Anschließend wird das Höhenruder mittels zweier M3-Schrauben am Rumpf befestigt. Das Leitwerk selbst ist bereits mit Kunststoffeinsätzen verstärkt. Die Montage des Seitenruders geht ebenso spielend einfach, teilweise lassen sich die Schrauben jedoch erst eindrehen, wenn das Spornrad ausgefahren ist. Daher unbedingt folgendes beachten: STAUFENBIEL´s P-47 ist mit einem elektrischen Einziehfahrwerk ausgestattet, welches über eine Spindel mechanisch aus- bzw. eingefahren wird. Das Fahrwerk lässt sich ausschließlich nur über die Motoren der Spindeln öffnen. Wer hier Gewalt anwendet, beschädigt das Getriebe der Fahrwerksmechanik.

 

 

Das Brushless-Antriebsset, bestehend aus einem starkem Outrunner-Motor mit 400 Kv und einem 70 Ampere-Regler ist herstellerseitig montiert. Auch alle Servos sind im Modell bereits eingebaut und ermöglichen so ein schnelles Einstellen aller Ruderanlenkungen. Wer die Gestänge gemäß STAUFENBIEL`s Anleitung einhängt, liegt mit den Ruderausschlägen übrigens genau richtig.

Etwas fummelig gestaltet sich die Anlenkung des versenkbaren Spornrads. Da das Rad nach vorne eingefahren wird und im Heck verschwindet, kommt hier zur Steuerung keine klassische Schubstange zum Einsatz. Die Anlenkung erfolgt mittels zweier 0,3 Millimeter starker Drahtseile. Wer hier beim Quetschen der beiliegenden Befestigunshülsen zu viel Kraft anwendet, drückt den Draht schnell ab. Als Alternative kann hier auch dehnungsarme Drachenschnur verwendet werden. Einfach verknotet und mit Sekundenkleber gesichert ist dies fast die bessere Lösung. Der exakte Geradeauslau des Modells am Boden wird übrigens unabhängig vom Seitenruder über zwei kleine Schraubhaken direkt am Servoarm eingestellt.

Test & Video:  P-47 THUNDERBOLD von STAUFENBIEL aus EPO inklusive EinziehfahrwerkWie beim Leitwerk, werden anschließend auch die Ruderhörner der Querruder und der Landeklappen verschraubt. Die Anlenkungen von Servo zu Ruder und Klappe sind hier ebenfalls bereits vorgefertigt und müssen bei meinem Modell nur geringfügig nachgestellt werden. Um den Scale-Look der THUNDERBOLT beizubehalten, werden anschließend die Tragflächenservos unter Kunststoffabdeckungen versteckt. Die Abdeckungen müssen von einem Kunststoffträger ausgeschnitten werden. Eine Nagelschere hilft hier ungemein, mit etwas Geschick geht´s aber auch mit einer einfachen Haushaltsschere. Schade ist, dass gerade bei dieser Modellgrösse keine Pilotenpuppe hinterm Steuer sitzt.

Der Großteil der Montage ist jetzt bereits erledigt und wer möchte kann nun die Bomben- und Raketenattrappen an die Tragflächen ankleben. Dank Magneten kann der Zusatztank jederzeit nach Belieben unter dem Rumpf angebracht oder entfernt werden. Auf kurz gemähten Pisten ist dieser sicherlich nicht störend. Ist das Gras jedoch etwas länger, sollte man darauf verzichten.

Jetzt werden noch die beiden Flächenhälften mittels einem Holm aus Sperrholz verbunden, der sich durch mehr als die halbe Tragfläche erstreckt. Beim Zusammenschieben werden die Flächen am besten auf den Rücken gelegt – so hängen die sechs Servozuleitungen einfach nach unten und werden nicht beim Zusammenfügen eingeklemmt. Einen Pluspunkt gibt es für die drei mitgelieferten Y-Kabel. Dank ihnen können die Funktionen Querruder, Landeklappen sowie elektrisches Einziehfahrwerk jeweils über einen Kanal bedient werden. Letztendlich genügen bereits sechs Kanäle am Sender, um alle Funktionen der P-47 THUNDERBOLT nutzen zu können. Die Zuleitungen der Positionslichter werden einfach in zwei freie Steckplätze des Reglers gesteckt. Er versorgt die hellen LEDs an den Randbögen der Tragfläche mit der passenden Spannung. Bei Dämmerung leisten die Positionslichter überzeugende Arbeit, bei Tageslicht ist die Leuchtkraft jedoch zu gering.

 

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Nachdem die Tragfläche mit dem Rumpf verschraubt und das Fahrwerk ausgefahren ist, steht die P-47 THUNDERBOLT erstmals auf eigenen Beinen. Nun wird noch die Kabinenhaube zugeschnitten und mit dem Rumpfdeckel verklebt. Anschließend noch die Antennenattrappe und das Staurrohr an der linken Tragfläche befestigen.

Nächster Arbeitsschritt ist die Montage des mächtigen Vierblattpropellers. Der Propellermitnehmer wird mit vier M3-Schrauben am Motor befestigt, hier empfiehlt es sich etwas Schraubensicherung zu verwenden. Nachdem der Propeller aufgeschoben und befestigt wurde, kann die Propellerkappe aufgeschoben und ebenfalls gesichert werden. Nachdem das Modell nach ca. einer Stunde Bauaufwand technisch fertig gestellt ist, empfehle ich jedem dringend, sich jetzt zurück zu lehnen und die "dicke Lady" von allen Seiten genau zu betrachten. Die P-47 THUNDERBOLT ist mit ihrem mächtigen Rumpf und ihrer Spannweite von 1.600 Millimetern eine wirkliche Pracht!

Der vom Hersteller vorgegebene Schwerpunkt wird durch die Position des Antriebsakkus erreicht, Blei oder ähnliche Mittel zum Ausgleich werden nicht benötigt. STAUFENBIEL empfiehlt für sein Modell einen 4S Lipo mit 4.000 mAh Kapazität. Der Akku wird von einem mitgelieferten Klettband sicher im Rumpf gehalten, dennoch empfiehlt sich eine weitere Sicherung auf dem Sperrholzbrett, denn nur so ist ein Verrutschen während des Fluges unmöglich. Wurden laut Anleitung die Expowerte in den Sender übernommen und die Ruderwege nochmals kontrolliert, steht dem Erstflug mit der P-47 TUNDERBOLT eigentlich nichts mehr im Wege.

 

Der Erstflug - völlig problemloser Start

Der Akku ist geladen, die Piste frisch gemäht, es geht ein sanfter Ostwind. Besser könnten die Bedingungen für den Erstflug des Modells nicht sein. Ich überprüfe nochmals alle Funktionen, kurzer Reichweitentest und stelle anschließend die Lady vor mir auf die Bahn. Die Klappen in Neutralstellung, Höhenruder beim Anrollen vollgezogen, das Gas langsam halb rein. Nach dem Anrollen lasse ich das Höhenruder nach und schiebe das Gas weiter rein. Nach circa 10 Metern Rollstrecke hebt die THUNDERBOLT mit ca. 2/3 Gas bereits ab. Das Modell nimmt schnell Fahrt auf und bereits nach einigen Sekunden ist der Flieger getrimmt.

Test & Video:  P-47 THUNDERBOLD von STAUFENBIEL aus EPO inklusive EinziehfahrwerkVor lauter Aufregung und Vorfreude auf den Warbird, habe ich das Fahrwerk völlig vergessen. Um so besser – zum richtigen Genuss wird das Einfahren des Fahrwerks ja nur, wenn man ganz genau sieht wie die Haupträder sowie das kleine Spornrad langsam und originalgetreu im Rumpf bzw. in der Fläche verschwinden. Fast möchte ich das Fahrwerk mehrmals aus- und einfahren, einfach nur weil es so genial aussieht.

Halbgas reicht für den "Reiseflug" völlig aus. Von meinen Vereinskollegen hinter mir höre ich Kommentare wie "Hammer", "Was für ein rießen Brummer" oder einfach nur "Super". Und tatsächlich: Entgegen meinen ersten Befürchtungen, fliegt die P-47 absolut gutmütig, fast schon wie ein klassischer Trainer. Man glaubt es kaum, aber die Langsamflugeigenschaften des Tiefdeckers sind beachtlich, sogar im leichten Sackflug kann der Warbird noch gesteuert werden. Das vom Hersteller verbaute Antriebsset stellt genügend Kraftreserven zur Verfügung. Die Kunstflugeigenschaften des Brummers sind vielfältig: Klassische Figuren wie große Loopings, langsame Rollen und Turns sehen im wahrsten Sinne des Wortes gigantisch aus. Aber Vorsicht beim Gas geben: Wird dieses ruckartig voll "reingeschoben", dreht der Flieger durch das enorme Drehmoment des Brushless-Motors nach links über die Fläche weg. Diese Eigenart sollte man insbesondere beim Start und der Landung beachten.

Nachdem das Fahrwerk im Vorbeiflug wieder ausgefahren ist, geht es bereits nach circa acht Minuten Flugzeit in den Endanflug zur Landung. Für die erste Landung setze ich die Klappen nur halb, die Piste ist lang genug. Mit Schleppgas kommt die P-47 sauber auf die Bahn. Kurz über dem Boden nehme ich das Gas ganz raus und fange das Modell langsam ab, bis sich der Flieger voll gezogen sanft auf die Bahn setzt. Wer beim Ausrollen voll zieht und das Gas noch etwas stehen lässt, wird mit absolut scale-typischen Landungen belohnt. Zudem vermindert man dadurch die Gefahr eines Überschlags, denn das Modell ist auf dem Fahrwerk etwas kopflastig und kippt beim Rollen auf Gras hin und wieder auf den Propeller. Also gilt: Vorsicht beim Rollen auf der Graspiste und das Höhenruder stehts voll gezogen! Beim Startvorgang ist dies übrigens kein Problem, da das Höhenruder durch den Propellerstrahl ausreichend angeströmt wird.

 

Fazit

Je öfter man die P-47 THUNDERBOLT von STAUFENBIEL fliegt, desto mehr begeistert das Modell. Das langsame Einfahren des Fahrwerks ist ebenso ein Genuss wie das Fliegen klassischer Kunstflugfiguren, die das Modell eben so mit nimmt. Loopings, Messerflug oder extrem tiefe Überflüge mit gemessenen 134 km/h begeistern alle am Platz. Dank hohem Vorfertigungsgrad, durchaus sehr guter Qualität aller EPO-Teile und vielen Features wie Landeklappen und Einziehfahrwerk, ist die P-47 eine echte Alternative zu Modellen in Holzbauweise. Das zeigt sich auch im Preis: 219 Euro für einen Warbird in dieser Größe, mit all diesen Funktionen, ist durchaus ein echtes Schnäppchen. Dank ausführlicher Anleitung in deutscher Sprache ist der Aufbau zu keinem Zeitpunkt ein Problem. Eine klare Kaufempfehlung an alle fortgeschritte Modellpiloten!

 

Technische Daten:

• Spannweite: ca. 1.600 mm
• Länge: ca. 1.420 mm
• Fluggewicht: ca. 3.000 g

 

Besonderheiten/Features:

• Servos, Motor und Regler bereits eingebaut
• Einziehfahrwerk
• Landeklappen
• Positionsbeleuchtung

 

Wo kaufen?

Bezug über STAUFFENBIEL
Internet: Produkt im Online-Shop des Anbieters
Preis: 219,00 Euro

 

Was wird noch benötigt?

Um alle Funktionen der P-47 THUNDERBOLT von STAUFENBIEL nutzen zu können, benötigst du einen 6-Kanal-Sender und den entsprechenden Empfänger. Als Flugakku empfiehlt der Hersteller einen 4S mit 4.000 mAh Kapazität.

 

 

 

Gut

• Geniales Flugbild
• Hervorragenden Flugeigenschaften
• Sämtliche Y-Kabel dabei
• Günstiger Preis

 

Weniger gut

• Tendenz zum Kippen beim Rollen auf Gras

 

Kontaktdaten des Herstellers:

Gustav Staufenbiel GmbH
Hanskampring 9
22885 Barsbüttel
Telefon: 040/30061950
Email: info@modellhobby.de
Internet: http://www.modellhobby.de

 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.3 (42 Bewertungen)

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